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Bolivien: Anhörung im Fall getöteter Österreicher

18.03.2007 | 01:31 |   (APA)

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Am Samstag hat in La Paz im Fall der im Vorjahr in Bolivien entführten und ermordeten österreichischen Touristen Katharina Koller und Peter Kirsten Rabitsch eine entscheidende öffentliche Anhörung eines bereits geständigen Angeklagten stattgefunden. Moises Valda Rioja (19) schilderte dabei dem Gericht den Tathergang. Er belastete die bisher nicht geständigen mutmaßlichen Mittäter schwer.

Die Ergebnisse der Verhandlung sind für den weiteren Prozessverlauf gegen die anderen Angeklagten von großer Bedeutung. Peters Vater, Hermann Rabitsch, wohnte der öffentlichen Vernehmung bei. Mit der Verhandlung zeigte er sich gegenüber der APA zufrieden. Diese sei "so gut wie erhofft, wenn nicht besser, abgelaufen".

Moises Valda Rioja, dem bei einer Verurteilung 30 Jahre Haft drohen, erzählte dem Gericht, dass der Chef der Bande, Ramiro Milan Fernandez, den Mord an Katharina und Peter kaltblütig geplant habe. Das junge Paar wurde demnach durch um den Kopf gewickelte Klebebänder erstickt.

Der Anführer der Bande soll Peter die Bänder um den Kopf gewickelt haben, während Valda Rioja seine Füße gehalten habe. Katharina wurde laut der Aussage des 19-Jährigen von einem Mittäter namens Gregorio erstickt, während ein anderer ihre Füße festhielt. Der Spanier Rafael Hernandez wurde in einem anderen Gebäude im Schlaf von Milan per Kopfschuss getötet. Nach der Tat wurden die Leichen auf einem Armenfriedhof in der Peripherie von La Paz verscharrt, wo sie am 3. April gefunden wurden.

Mit einem Urteil gegen Valda Rioja ist innerhalb von zehn bis vierzehn Tagen zu rechnen. Für die weiteren Prozesse, etwa gegen Milan, wurde noch kein Zeitpunkt festgelegt.

(APA)

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1 Kommentare

agv

Die Mörder der Touristen waren kurz vor der
Entführung festgenommen worden und nach
Bezahlung einer Kaution auf freiem Fuß gesetzt worden.
Das "Blattmann-Gesetz" machte es möglich.
Der aktuelle Vizepräsident der Internationalen
Gerichtshofes in Den Haag schaffte den
"Schuldturm" (Schuldverhaft) ab.
Zwar blieb der Vizepräsident Boliviens
Alvaro Garcia Linera fünf Jahre ohne
Anklage im Gefängnis als Blattmann
Justizminister (der zweitkorruptesten
Regierung der Welt cpi 1997) war. Gewiefte
Verbrecher hatten es jedoch leichter auf freiem
Fuß zu kommen. Dass Blattmann für diesen
"Fortschritt" einen Ehrendoktor der
Universität Basel bekam, mußte die Europäer
nachdenklich stimmen.