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USA entziehen ehemaligem KZ-Wächter Staatsbürgerschaft

20.09.2007 | 22:52 |   (DiePresse.com)

Der 88-jährige Martin Hartmann hatte bei seiner Einreise die SS-Mitgliedschaft verschwiegen. Er hat die USA bereits verlassen.

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Die USA haben dem früheren KZ-Wächter Martin Hartmann wegen Verwicklung in Nazi-Gräueltaten die Staatsbürgerschaft entzogen. Der inzwischen 88 Jahre alte Hartmann, der 1961 eingebürgert worden war, habe bei Übersiedelung in die USA seine Mitgliedschaft in einem SS-Wachregiment im Lager Sachsenhausen verschwiegen und damit gegen die Bestimmungen verstoßen, teilte das US-Justizministerium am Donnerstag mit. Ein Bundesrichter in Washington habe die Verleihung der Staatsbürgerschaft rückgängig gemacht. Hartmann sei der Aufforderung nachgekommen, die USA bis 31. August zu verlassen. Nach Angaben des Ministeriums reiste er nach Deutschland aus.

Nazi-Mittätern Aufenthalt verweigern

Der Schritt belege die Entschlossenheit des US-Justizministeriums, all jenen den Aufenthalt in den USA zu verweigern, "die dem Nazi-Regime bei der Ausführung seiner völkermörderischen Pläne geholfen haben", erklärte die zuständige Abteilungsleiterin Alice Fisher. Den Angaben zufolge ging der Abschiebung eine Einigung zwischen den Ermittlern und Hartmann voraus.

Der zuletzt im US-Staat Arizona ansässige Hartmann habe zugegeben, von 1943 bis 1945 dem SS-Totenkopfverband im Vernichtungslager Sachsenhausen angehört zu haben und als Wächter eingesperrter Zivilisten einen persönlichen Beitrag zum NS-Vernichtungsregime geleistet zu haben.

USA nie mehr betreten

Hartmann habe ebenfalls zugesichert, dass er die USA nicht mehr betreten wird, heißt es in der Erklärung weiter. Die Ermittlungen gegen Hartmann wurden geleitet von der "Abteilung für Sonderermittlungen" (OSI) im US-Justizministerium, dass sich auf die Identifizierung von Nazi-Tätern in den USA spezialisiert hat. "Martin Hartmann und andere Mitglieder der SS-Totenkopf-Wachbataillons waren unverzichtbare Komplizen der brutalen Verbrechen in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern", erklärte OSI-Direktor Eli S. Rosenbaum. Seit 1979 hat das OSI nach eigenen Angaben Verfahren gegen 106 Nazi-Täter gewonnen, die in den USA Zuflucht gesucht hatten.

(Ag.)

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4 Kommentare
Teutone
21.09.2007 12:27
0 0

Oh Gott,

was passiert denn jetzt mit einer Ikone des Nachkriegsamerika ???
Was geschieht jetzt mit dem Andenken an den Raumfahrtpionier per se, dem Vater der Mondlandung. Was macht man jetzt mit dem Denkmal eines Wernher von Braun, einen durch und durch überzeugten, bekennenden Nationalsozialisten, den Mann, der Hitler seine V1 und V2 Raketen gebaut hat ?
Oh heilige Scheinheilige, segne alle Zweckdenker…

Antworten Gast: plebs potus
21.09.2007 13:49
0 0

Re: Oh Gott,

können froh sein, dass sie mit dem Leben davonkamen...

unter der Herrschaft ihrer Herren und der ihrer hätte es kein Erbarmen gegeben. Arbeit bis über die Grenzen der physischen Belastbarkeit und anschliessend ein kaltblütiger, unmenschlicher, entwürdigender, industrialisierter mord.

Wer so ein System unterstützt hat, oder von dessen Früchten gelebt hat, der hat eigentlich selbst kein Erbarmen verdient.

Teutone
21.09.2007 12:26
0 0

Oh wie schrecklich,

was passiert denn jetzt mit einer Ikone des Nachkriegsamerika ???
Was geschieht jetzt mit dem Andenken an den Raumfahrtpionier per se, dem Vater der Mondlandung. Was macht man jetzt mit dem Denkmal eines Wernher von Braun, einen durch und durch überzeugten, bekennenden Nationalsozialisten, den Mann, der Hitler seine V1 und V2 Raketen gebaut hat ?
Oh heilige Scheinheiligkeit, segne alle Zweckdenker…

Gast: Graf Gudenus
21.09.2007 06:44
0 0

Ein Österreicher, wie so oft

?

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