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Polen: Exorzisten ans Werk

20.12.2007 | 18:24 |  Von unserem Korrespondenten KNUT KROHN (Die Presse)

Geistliche wollen Dämonen austreiben.

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Warschau.Seit dem Ende der national-konservativen Kaczýnski-Regierung scheint Polen in einen Zustand der überaus angenehmen Normalität versunken zu sein. Doch die vorweihnachtliche Besinnlichkeit wird nun empfindlich gestört. Aus dem kleinen pommerischen Dorf Poczernin, 30 Kilometer östlich von Stettin (Szczecin), wird wahrlich Wunderliches vermeldet. Dort soll ein Zentrum für Exorzismus eingerichtet werden. Das wäre im Grunde keine Meldung wert, denn sonderbare Esoterikzirkel gibt es in unserer Welt der spirituellen Orientierungslosigkeit schließlich genug.

Dieses Zentrum allerdings wird nicht von einer verschrobenen Gruppierung geleitet. Die katholische Kirche will dort den angeblich vom Teufel besessenen Menschen beistehen. Der Stettiner Erzbischof Zygmunt Kaminski hat höchst selbst das Zentrum genehmigt. Eine Kapelle sowie ein „Beruhigungszimmer“ würden den armen Seelen als Refugium bereitgestellt.

Das Fachpersonal für die Teufelsaustreibung ist auch schon rekrutiert. In Polen arbeiten nach Angaben der katholischen Kirche 50 Priester als Exorzisten. Diese sollen Dämonen und böse Geister beschwören, die nach Ansicht der Exorzisten für schwere psychische Störungen verantwortlich sind, den Körper und die Seele der Besessenen zu verlassen.

Die Idee zu dem Zentrum kam von Andrzej Trojanowski, der bereits seit vier Jahren in Stettin als Exorzist arbeitet. Jede Woche suchten rund 20 Menschen seine Hilfe, erklärt der Seelsorger. Auch aus Deutschland habe er viele Anfragen, denn dort gibt es seit 30 Jahren keine offiziellen Exorzisten mehr. Trojanowski arbeitet angeblich auch mit Psychiatern zusammen. Wenn Tabletten nicht mehr weiter helfen, dann sei seine Zeit gekommen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.12.2007)

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5 Kommentare
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Auch in Italien gibt es einen universitären Exorzismuslehrstuhl!

Und der Papst sogar noch stolz darauf, daß die Kirche wieder in vermehrtem Maße diese "Dienstleistung" anbieten kann! KLingt zwar ziemlich mittelalterlich, aber auch auf anderen Gebieten ist der Herr Ratzinger ziemlich rückwärts gewandt. Erst kürzlich hat er sich z.B, büer die Qualität der Kichenmusik beklagt. Neumodisches Zeug, das jünger ist als 250 Jahre, sollte, wenn¿s auf ihn ankommen würde, während der Messe nicht mehr zu hören sein. Der Vatikan gibt also ganz deutlich die Richtung vor und in Polen läuft er damit offene Türen ein.

Die dortige Amtskirche gehört zweifellos zum Konservativsten, was die katholische Weltkirche derzeit bringt. Z.B. verbreitet Kirchensender "Radio Marya" noch immer antisemitische Sprücheln, die andere am liebsten tatsächlich "fort exorzieren" würden. Daher würde ich mich auch keineswegs wundern, wenn Polen auch künftig Brüssel noch einiges Kopfzerbrechen bereitet. Dort ist nämlich immer viel Raum für Skurrilitäten aller Art...


Fragender
20.12.2007 21:27
0 0

Ist so eine „Behandlung“ in Österreich strafbar?

.

Antworten Peregrin
22.12.2007 14:34
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Re: Ist so eine „Behandlung“ in Österreich strafbar?

Nein, warum auch? Die Poster hier scheinen ihre Expertise aber hauptsächlich aus diversen Horrorfilmen zu beziehen. Es wird sie daher vielleicht überraschen zu hören, daß die Dinge in Wirklichkeit meist weniger dramatisch verlaufen.

Gast: Gast
20.12.2007 19:46
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„…Dort soll ein Zentrum für Exorzismus eingerichtet werden. Das wäre im Grunde keine Meldung wert, denn sonderbare Esoterikzirkel gibt es in unserer Welt der spirituellen Orientierungslosigkeit schließlich genug. Dieses Zentrum allerdings wird nicht von einer verschrobenen Gruppierung geleitet. Die katholische Kirche will dort den angeblich vom Teufel besessenen Menschen beistehen. Der Stettiner Erzbischof Zygmunt Kaminski hat höchst selbst das Zentrum genehmigt…“

auch die Erzdiözese Wien unterhält einen „Exorzisten“…


Antworten Gast: christoph
21.12.2007 07:45
0 0

„auch die Erzdiözese Wien unterhält einen „Exorzisten“…“


jetzt weißt Du, wofür die Kirche deinen Beitrag verwendet