Papst Benedikt XVI. hat am Christtag den Menschen in aller Welt den traditionellen Weihnachtssegen erteilt. Das Oberhaupt der katholischen Kirche sprach den Segen "Urbi et Orbi" ("Der Stadt und dem Erdkreis") um Punkt zwölf Uhr vom Balkon des Petersdoms aus.
Rund 40.000 Gläubige waren am Dienstag bei mildem Winterwetter und Sonnenschein auf dem Petersplatz versammelt, um die Weihnachtsbotschaft zu hören.
Benedikt XVI. erinnerte insbesondere an die schweren Krisen und Konflikte im Nahen Osten. Er erinnerte an die steigende Zahl von Flüchtlingen in aller Welt und mahnte mehr soziale Gerechtigkeit an.
Der Papst wünschte "Frohe Weihnacht" in 63 verschiedenen Sprachen - darunter Italienisch, Chinesisch, Hebräisch, Russisch, Arabisch und neuerdings auch Guarani, eine Sprache indigener Völker in Brasilien, Bolivien und Paraguay. Die Glückwünsche wurden von 88 TV-Stationen in 57 Länder übertragen.
Auseinandersetzungen beilegen
Auf Deutsch sagte das aus Bayern stammende Oberhaupt der Katholiken: "Die Geburt Jesu Christi, des Erlösers der Menschen, erfülle Euer Leben mit tiefer Freude und reicher Gnade; sein Friede möge in Euren Herzen wohnen. Gesegnete und frohe Weihnachten!"
Papst Benedikt rief in seiner Weihnachtsbotschaft auch zur Beendigung des Blutvergießens in der Welt auf. Die politischen Führer sollten die Weisheit und den Mut beweisen, um kriegerische Auseinandersetzungen beizulegen, sagte er. Opfer der Konflikte seien vor allem Kinder, Frauen und ältere Menschen.
Oft vergessene Krisenregionen
Benedikt rief die Menge auf dem Peterplatz auf, sich über die Geburt Jesu zu freuen. Daraus sollten vor allem jene neue Hoffnung schöpfen, die in der Dunkelheit von Armut, Ungerechtigkeit und Krieg leben müssten. Der Papst ging dann in seiner auf Italienisch gehaltenen Ansprache auf die Krisengebiete der Erde ein: "An diesem Tag des Friedens richten sich meine Gedanken auf die Gegenden, wo das Donnern der Waffen dröhnt."
Er nannte in diesem Zusammenhang die sudanesische Bürgerkriegsregion Darfur, Somalia, die Grenzen von Eritrea und Äthiopien, die Demokratische Republik Kongo sowie den Nahen Osten - "besonders den Irak, den Libanon und das Heilige Land" -, Afghanistan, Pakistan, Sri Lanka und auch den Balkan. Daneben gebe es aber noch viele andere, "leider zu oft vergessene Krisensituationen", sagte das Kirchenoberhaupt. Überall dort müsse eine menschliche, gerechte und nachhaltige Lösung gefunden werden.
Weltweit nehme auch die Zahl der Flüchtlinge zu, die Opfer von Umweltkatastrophen seien, sagte der Papst. Schon in der Mette am Heiligen Abend hatte Benedikt den Zustand einer durch Umweltsünden "geschundenen Erde" beklagt.(APA)

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