Artikel versenden

Artikel drucken

Artikel kommentieren



AAA

Griechenland: Flüchtlingselend am Urlauberstrand

10.01.2008 | 18:26 |  KARL GAULHOFER (Die Presse)

Auf Hoher See ausgesetzt, geschlagen, misshandelt: Um den Ansturm von Flüchtlingen zu stoppen, wirft die Küstenwache auf den ägäischen Inseln auch Menschenrechte über Bord.

ATHEN/ISTANBUL. Samos, Lesbos, Chios – diese Namen wecken bei vielen Österreichern Erinnerungen an unbeschwerte Urlaubstage. An Fischer, die müßig ihre Netze knüpfen. An malerische kleine Häfen. An die schmucken Uniformen der Küstenwache.

Doch hinter der heilen Urlaubswelt unter südlicher Sonne verbirgt sich eine andere, heillose, dunkle Realität. Die griechischen Fischer finden in ihren Netzen immer öfter Leichenteile. Hinter der Hafenpromenade von Samos wurden 400 Flüchtlinge in eine halb verfallene Tabakfabrik gepfercht, unter „erbärmlichen und unmenschlichen Bedingungen“ – so sah es eine Delegation des EU-Parlaments im Juni 2007.

Die Küstenwache von Lesbos führt einen erbitterten Krieg gegen eine „islamische Invasion“. So nennt ihr Kommandant, Apostolos Mikromastiras, den Ansturm von Flüchtlingen aus Pakistan, Iran und Bangladesch. Seine Männer kennen ihre Befehle: Aus der Türkei kommende Flüchtlingsboote sind „sicher zu stoppen und zur Umkehr zu bewegen“. Konkret heißt das: In voller Kraft umkreisen, bis die Wellen sie (fast) zum Kentern bringen. Schlauchboote anstechen, damit sie es nur noch zurück zur nahen türkischen Küste schaffen. Flüchtlinge einschüchtern, schlagen, auf unbewohnten Inseln aussetzen. Oder gleich über Bord werfen.

Seltene Auswüchse? Einzelfälle? An die Wand eines früheren Flüchtlingslagers auf Lesbos hat ein Inhaftierter geschrieben: „Die Wahrheit mag bitter sein, aber man muss sie erzählen“. Das machten die im Rahmen von „Pro Asyl“ vereinten deutschen NGOs zum Titel ihres unlängst präsentierten Berichts. Zwei Monate lang hatten sie mehr als 100 Flüchtlinge, Fischer und Beamte befragt. Die Antworten glichen einander und bestätigten Berichte des UN-Flüchtlingshilfswerks und der EU. Das Bild wurde düster, aber rund.

Nun schlagen in Griechenland die politischen Wellen hoch: Redeschlachten im Parlament, Titelseiten in den Zeitungen. Oppositionsführer Papandreou schämte sich öffentlich, eine Abgeordnete sprach vom „griechischen Guantanamo“. Die Regierung versprach, die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen.

Offenbar ohne Erfolg. Mittwoch berichtete die türkische Küstenwache von 13 Flüchtlingen aus Mauretanien, die ihre griechischen Kollegen vor einer kleinen Insel in Schlauchbooten ausgesetzt hatten. Viele Griechen halten den Vorwurf – nicht der erste dieser Art – indes für eine gezielte Provokation. Wird die jahrhundertealte Rivalität zwischen Griechen und Türken nun auf dem Rücken der Flüchtlinge ausgetragen?


Krieg an Europas Pforte

Fest steht: Es herrscht Krieg an der Pforte Europas, fast unbemerkt vom Rest der EU. Während die Flüchtlingszahlen auf den Kanaren zurückgehen und auf Malta und Lampedusa stagnieren, wird die kaum kontrollierbare Inselwelt der Ägäis gestürmt. Die meisten Asylsuchenden kommen über den Landweg durch die Türkei, bis sie an der Küste die wenige Kilometer entfernten griechischen Inseln sehen. Schlepper setzen sie über. In den vergangenen fünf Jahren haben 385.000 Menschen versucht, illegal nach Griechenland zu kommen. 2004 wurden 4469 Asylanträge gestellt, im ersten Halbjahr 2007 waren es schon 14.594.

Die Reaktion der griechischen Behörden: Schotten dicht. Der Anteil der bewilligten Anträge liegt weit unter einem Prozent. Zum Vergleich: In Österreich sind es 30 Prozent, in Italien 45%. Das Recht auf Asyl existiert in Griechenland nur auf dem Papier. Im Regelfall werden Ankommende inhaftiert, ohne Information über Rechte, ohne Kontakt zur Außenwelt, ohne Dolmetsch, ohne Anwalt.

Doch die humanitären Organisationen richten ihre Kritik vor allem an die EU: Den EU-Außenposten werde die ganze Last aufgebürdet, ohne Transfer von finanziellen Mitteln für die Bewältigung des Ansturms.

Damit rückt Europa ins Blickfeld – ein Europa, das zusieht, wie an der Wiege seiner Kultur das Asylrecht zu Grabe getragen wird.

AUF EINEN BLICK

Die Inseln der Ägäis werden zur brisantesten Grenze der EU. Die Flüchtlingszahlen steigen rasant. Oft werden „Boat People“ von der griechischen Küstenwache zurückgetrieben oder ausgesetzt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.01.2008)


| Artikel versendenVersenden | Artikel DruckenDrucken | AAA Schriftgröße

Bookmarken bei [?]: Webnews Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen

46 Kommentare
 
1 2
Von Gast: MH am 14.01.2008 um 12:15

Disolve the useless, stuffy, United Nation

The UN is supposed to take care of the refugee problems. For years they have done absolutley NOTHING concrete to deal with the refugee problems. Nothing but sitting in their high offices, on their butt and securing their cushy jobs.

People do not put their lives in danger if they were nto desparate - for economic, religous or political prosecution. Extremely poor political decisions has lead to wars and or support of most repressive regimes, causing people to flee their land.

Disolve United Nations, Prosecute those who create war which in turn create war refugees and the likes. It goes for the West as well as the East. The chinese are fleeing their countries each day but they have a different way of dealing with their unfortunate plight --

This is a never ending story. Brace for more refugees and more aggressive immigrants who think it is their God given right to flee to the All Inclusive, Borderless Europe.

Von ham burger am 13.01.2008 um 13:22

an die möchtegern Kreuzritter!

Bernhard v Clairvaux am 13.01.2008 um 12:05
Re: @so gut wie an alle
"ihr könnts ja in eurem muselland alle aufnehmen wenn ihr wollt, aber das einzige wozu ihr imstande seid, sind frauen steinigen, christen ermorden und bomben legen und die gersamte welt zu terrorisieren."

Sie unverwüstlicher Kreuzritter, Sie!
Wahrscheinlich ist das der Grund der Probleme, die Provokation von solchen Leuten, die sich nichts sehnlicher wünschen als einen Kulturkampf der Religionen.

Antworten Von Bernhard v Clairvaux am 15.01.2008 um 21:42

Re: an die möchtegern Kreuzritter!

wünschen, fürchten, provozieren: was auch immer, fest steht dass der kampf begonnen hat und die christenheit muss zusammenrücken und den muslimischen marodierenden terrorheerscharen einhalt gebieten.

gott will es

Von ham burger am 13.01.2008 um 00:36

die sogenannte Doppelmoral

Europa brüste Dich damit, die Kultur und Demokratie von den alten Griechen bekommen zu haben!
Was soll man zu solch einem Verhalten noch sagen?
Wie wäre die Reaktion vieler ausgefallen, wenn sich die türkische Küstenwache so verhalten hätte?
Ich mag es mir nicht vorstellen?

Antworten Von Gast: yus am 13.01.2008 um 11:24

Christen werden in der Türkei verfolgt!

"Noch immer erfahren Christen in der Türkei Repressalien aufgrund ihres Glaubens. Wir fordern daher Entscheidungsträger auf, sich bei Asylanträgen von Christen bei Organisationen wie z.B. Open Doors über Glaubensfreiheit bzw. -einschränkungen in der Türkei zu informieren.

Die Situation der Christen ist schwieriger denn je geworden, was sich in den jüngsten Vorfällen zeigt. Noch immer werden Kirchen und Gottesdienstbesucher überwacht. Der Anfang Februar in Trabzon von einem Jugendlichen erschossene katholische Priester Andrea Santoro (68) wurde seit längerer Zeit wegen angeblicher Bekehrungsversuche bedroht. "

http://www.opendoors-de.org/index.php?supp_page=06_02_23_asyl&supp_lang=de

Soviel zu den "lieben" Türken. Wenn Sie wollen kann ich ihnen noch einige grausame Erlebnisse von Kurden und Armeniern posten. Vielleicht werden Sie dann die Realität erkennen.

Von Yeschiil am 11.01.2008 um 15:09

@so gut wie an alle

Ja Mann ihr habt recht......
diese "Tiere" müssen so behandelt werden...
Griechenland macht es richtig....
Misshandelt Menschen...
Lasst sie leiden.....

Alle "Menschen" hier, die so etwas "gut" finden, wünsche ich über alles, das diese "Menschen" genauso behandelt werden.

Das ihr so eine kaltes Herz besitzt, ist unglaublich.

Ihr habt noch lange nicht das Recht über andere Menschen zu bestimmen!

Antworten Von Bernhard v Clairvaux am 13.01.2008 um 12:05

Re: @so gut wie an alle

ihr könnts ja in eurem muselland alle aufnehmen wenn ihr wollt, aber das einzige wozu ihr imstande seid, sind frauen steinigen, christen ermorden und bomben legen und die gersamte welt zu terrorisieren.

Antworten Von Gast: Crusader am 11.01.2008 um 17:31

Re: @so gut wie an alle

Wer zahlt bestimmt und wenn man "Gäste" nicht haben will - diese es aber immer ignorieren nicht willkommen zu sein - muß man es ihnen deutlich - nein, deutlichst zeigen!

Antworten Antworten Von Yeschiil am 11.01.2008 um 19:45

Re: Re: @so gut wie an alle

indem man sie quält......

Antworten Antworten Antworten Von Gast: yassu am 11.01.2008 um 21:15

Re: Re: Re: @so gut wie an alle

auch die armenier wurden gequält.

http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkermord_an_den_Armeniern

die kurden werden heute noch gequält. die kurden sollten endlich einen teil der türkei bekommen damit sie ihren eigenen staat gründen können.


Antworten Antworten Antworten Antworten Von Yeschiil am 11.01.2008 um 23:19

Re: Re: Re: Re: @so gut wie an alle

auch die Moslems(Türken, Araber und kurden) wurden von den Armenier gequält.
Die Kurden haben damals die neutürken verraten.... sie hatten den Vertrag gebrochen........

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Von Bernhard v Clairvaux am 13.01.2008 um 12:02

Re: Re: Re: Re: Re: @so gut wie an alle

umso mehr sind die armenier helden und sollen von der christlichen welt unterstützt werden...

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Von Yeschiil am 13.01.2008 um 14:13

Re: Re: Re: Re: Re: Re: @so gut wie an alle

aha... wenn Christen anderen leid zufügen sind sie Helden???
da muss etwas in der Erziehung falsch gelaufen sein.
Es geht hier nicht um die verfluchte Religion......
Sie sind ein guter Bsp. dafür, wie religion auf jemandem wirkt...

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Von Gast: yus am 13.01.2008 um 11:25

Re: Re: Re: Re: Re: @so gut wie an alle

aha, dann war der völkermord an den armeniern also ihrer meinung nach ok? interessant.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Von Yeschiil am 13.01.2008 um 14:07

Re: Re: Re: Re: Re: Re: @so gut wie an alle

Interessant ist, das nach den Archieven der Länder wie Vatikan (chrsitensteuer) oder Amerika (missönäre) max. 1,2 mio Armenier im Osmansichen Reich lebten.
Es wurde außerdem nur der Osten deportiert, und davon kam nach Syrischen Archieven mehr als die hälfte an.
Ja, es starben Armenier, aber im verhältnis zu den Moslems die starben, ist es eher gering.
Interessant ist auch, warum die Armenier zu diesem Thema noch nicht ihre Archieve geöffnet haben im gegenstatz zu den Türken.
Das OSmansiche Reich hätte auch ganz einfach, nach den Vorfällen der Armenier ihnen Krieg erklären können, taten dies aber nicht.

Die Kurden, brachen den Vertrag, in demsie Fahnenflucht begannen, außerdem war dieser Vertrag nciht mehr gültige, da dies für das Osmanscihe Reich galt und nicht für die Türkei.

Von Gast: name am 11.01.2008 um 14:31

Griechenland handelt völlig richtig

Die Griechen wollen keine Zuwanderer, weil sie genau wissen, dass sie sich damit eine Menge Probleme ins Land holen würden: Diebstähle en masse, Gewaltverbrechen en masse, Leute die auf Kosten des Staates leben und als Dank auch noch die Einheimischen diskriminieren und schikanieren.

Die Griechen tun gut daran, ihr eigenes Volk zu schützen und die Grenzen so dicht wie möglich zu halten.

Von panda82 am 11.01.2008 um 12:10

Ich habe etwas zusammengefasst...

Yeschiil sagt unten; "Es geht hier nicht um assyl oder noch etwas, es geht hier darum wie Menschen behandelt wurden. diese auswanderer sind genauso menschen wie ihr, die nur unter anderen Verhältnissen aufwuchsen."

Darauf die Antwort von Ilse Albrecht "Denken S I E an I h r e ARMENIER (vergangen) und an die KURDEN (gegenwärtig)!"

Yeschiil sagt weiterhin: Was sind das nur für "Nazis" hier........
mischa sagt dazu: "Das ewige schwingen der "Nazikeule" ist schon etwas inflationär bis sehr fad und erbärmlich! Wenn Sie schon nichts anderes können, dann ab in die Heimat und dort die Genzen sichern!"

Liebe Yeschiil, das sind hier keine Menschen. Schreib lieder dort, wo Menschen anwesend sind...

Antworten Von Gast: Crusader am 11.01.2008 um 12:59

Re: Ich habe etwas zusammengefasst...

Liebe Multikultis, vielleicht findet ihr bei euren linksrotgrünen Postillen ein paar "Menschen".
Gute Reise zu anderen Zeitungen oder in die "Heimat".

Von Ilse Albrecht am 11.01.2008 um 10:48

Ohne Geld

kommen sie gar nicht an die griechischen Küsten, da haben sie den Schleppern schon einige tausend Euro oder Dollar gezahlt, wie Arigona's Vater auch!
Mit diesem Geld könnten sie sicher in ihren Herkunftsländern etwas anfangen.
Eins der größten Probleme dieser Staaten ist die gewaltige Geburtenrate und damit die immer weiter explodierende ÜBERBEVÖLKERUNG. Seinen Menschenmassen, anders ist es kaum zu bezeichnen, können diese Staaten weder Ausbildung, Arbeit und damit keine Perspektive für ein gutes Leben geben.
"Pro Asyl" und alle anderen NGO's und Nicht-NGO's müssen aber auch verstehen, daß Europa DIE PROBLEME DER WELT NICHT ERLÖSEN kann!! An der Problemlösung müssen in erster Instanz die Geburtsländer der Exilanten arbeiten! Diese Länder können ihre Verantwortung nicht abschieben.
PRESSE 10.1.08: ARMUT: Eine Million Österreicher betroffen

Von Bernhard v Clairvaux am 11.01.2008 um 09:57

schon mehrmals

beschützten unsere griechischen mitmenschen resteuropa vor dem islam und anderen erroberern aus dem osten - sehr gut verfilmt mit *300* (die schlacht bei den thermopylen) - und wieder und wieder sind sie ein bollwerk gegen den islam und deshaöb sollten wir die griechen unterstützen, moralisch und finanziell - das geht ganz einfach: anstatt irgendwo in der türkei zu urlauben und damit das eigene grab zu schaufeln urlaubt man im viel schöneren, frteundlicheren griechenland - und man schlägt 2 fliegen auf einen schlag.

Antworten Von Yeschiil am 11.01.2008 um 15:02

Re: schon mehrmals

haha wie geil.... "300"
in dem Jahr wo der film abspielen soll, lebten ja schon Moslems... natürlich....

Antworten Antworten Von Bernhard v Clairvaux am 12.01.2008 um 17:42

Re: Re: schon mehrmals

ich schrieb: vor moslems und ANDEREN eroberern...

also lesen und denken lernen, musel, oder kusch.

Antworten Antworten Von Gast: Ego am 11.01.2008 um 16:31

Re: Re: schon mehrmals

Moslems nicht aber Perser usw schon also ein passender
Vergleich!

Antworten Von Hans Lody am 11.01.2008 um 14:26

Re: schon mehrmals

Verbringe meinen Urlaub seit vielen Jahren auf Kreta
Und WAHR GESPROCHEN Bravo!

Antworten Von Teutone am 11.01.2008 um 12:40

Re: schon mehrmals

Wohlfeil gesprochen, bravo.

 
1 2
Übersicht Panorama »
zur Homepage »