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Spanien: Studie belegt Ansteigen des Meeresspiegels

21.01.2008 | 18:31 |  Von unserem Korrespondenten NIKOLAUS NOWAK (Die Presse)

Vor den iberischen Küsten stieg das Wasser zwischen 1943 und 2005 um durchschnittlich acht Zentimeter.

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Palma/Madrid.Spanien hat es nun amtlich: Die erste offizielle Studie über die Auswirkungen des Klimawandels an den iberischen Küsten belegt, dass der Meeresspiegel zwischen 1943 und 2005 infolge der globalen Erwärmung durchschnittlich um acht Zentimeter gestiegen ist. Setzt sich der Prozess fort, heißt es in der Studie des Ozeanografischen Instituts in Madrid, sei ein Anstieg bis 2050 von weiteren 25 bis 30 Zentimetern zu erwarten. Dieses habe zur Folge, dass die Strände an der 3200 Kilometer langen Küste örtlich bis zu zehn Meter zurückweichen würden.

Die Studie solle zur Entwicklung von Gegenmaßnahmen dienen, hieß es aus dem Forschungsministerium. Welche Schritte das sein könnten, ist jedoch unklar. Die Ergebnisse decken sich mit den Resultaten anderer Messungen in Italien oder Griechenland. Allerdings liefere das Meer die zuverlässigsten Daten über die Veränderung des Weltklimas, so die Forscher.


Höherer Salzgehalt

Der aktuellen Studie zufolge steht der Anstieg zwar im Zusammenhang mit dem Klimawandel, jedoch nicht unbedingt mit dem Abschmelzen der Gletscher und Polkappen. Vielmehr habe es mit der Erwärmung der Luft und damit auch der steigenden Wassertemperatur um örtlich 0,12 bis 0,5 Grad zu tun, heißt es. Das wärmere Wasser breite sich stärker aus, gleichzeitig verdampfe bei gestiegener Lufttemperatur mehr Flüssigkeit, was zu einem stärkeren Salzgehalt führe.

Dabei sei der Prozess nicht linear: Von den 50er- bis in die 90er-Jahre habe der gestiegene atmosphärische Druck den Spiegel sogar etwas sinken lassen, mit der sich beschleunigenden Erwärmung in den vergangenen 15 Jahren sei allerdings eine Steigung von 2,5 Millimetern bis zu einem Zentimeter entstanden. Weltweit sei der Meeresspiegel im 20. Jahrhundert durchschnittlich um 17 Zentimeter gestiegen, die Luft über den Ozeanen habe sich um 0,74 Grad erwärmt.


Extreme Wetterphänomene

Wie sich das auf den Meeresspiegel im Mittelmeer auswirken könnte, ist noch nicht hinreichend erforscht. Durch die Meerenge von Gibraltar ist das Mittelmeer zwar mit den Weltmeeren verbunden, der Austausch jedoch begrenzt. So weiß man zwar, dass kältere und salzigere Wassermassen örtlich wie in vertikalen Röhren auf den Meeresboden absinken und bei Gibraltar in den Atlantik abfließen. Wie schnell allerdings von dort aus Wasser nachströmt, ist nicht bekannt.

Der Anstieg der Lufttemperatur sowie der Wassertemperatur wird oft für extreme Wetterphänomene verantwortlich gemacht, wie den Tornado, der am 4. Oktober 2007 auf Mallorca schwere Schäden anrichtete. Ein direkter Zusammenhang und eine unausweichliche Zunahme der Stürme sei aber nicht nachweisbar, sagen die Meteorologen.

www.diepresse.com/klimawandel

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.01.2008)

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