Wien (zoe). „Kellnerin gesucht“ – oft beginnt mit einer so harmlosen Anzeige ein jahrelanger Leidensweg von Menschen, die gegen ihren Willen meist ins Ausland geschleppt und dort zur Arbeit oder zur Prostitution gezwungen werden. Weltweit sind davon etwa 2,5 Millionen betroffen. Sie wurden Opfer von Menschenhändlern, die mit ihrem Schicksal Geschäfte machen.
„Der Mensch ist eine Ware geworden und oft eine sehr billige“, erklärt Doris Buddenberg von der UN-Organisation UN.GIFT (Global Initiative to Fight Human Trafficking) bei einer Pressekonferenz in Wien. „Menschenhandel ist ,big business‘.“
Als erste große internationale Konferenz widmet sich das „Wiener Forum“ dem Kampf gegen Menschenhandel. Mehr als 1000 Experten aus etwa 100 Staaten werden dazu zwischen 13. und 15. Februar im Austria Center Vienna erwartet. Auch die britische Schauspielerin Emma Thompson wird nach Wien kommen. Sie setzt sich für Opfer von Menschenhandel ein.
Emma Thompson als Stargast
„Ich bin mir sicher, auch Sie waren schon in Kontakt mit einem Opfer von Menschenhandel, ohne dass Sie es gewusst haben“, sagt Kristiina Kangaspunta von der UNODC, der Organisation zur Drogen- und Kriminalitätsbekämpfung. Das Phänomen beschränke sich auf keine bestimmten Schichten oder Länder, es handle sich um ein globales Problem. Die meisten Opfer von Menschenhandel sind zwischen 18 und 24 Jahre alt und durchschnittlich gebildet. 95 Prozent von ihnen wird physische oder sexuelle Gewalt zugefügt. Begleiterscheinung des Milliarden-schweren Geschäfts: Korruption und Geldwäsche.
Während der dreitägigen Konferenz wird auch den Wienern einiges geboten: Das „Film Forum“ im Metro-Kino zeigt Spielfilme und Dokumentationen zum Thema. Eine von Emma Thompson initiierte Installation, die vorher in London zu sehen war, erzählt das Schicksal einer Frau, die in die Falle von Schleppern tappt.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.01.2008)

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