Zürich (ag). Beim wahrscheinlich größten Kunstraub in Europa sind in Zürich vier Gemälde mit einem geschätzten Wert von rund 112 Millionen Euro gestohlen worden. Wie die Polizei am Montag mitteilte, drangen drei maskierte Männer am Sonntagnachmittag mit gezogenen Waffen in die Sammlung E. G. Bührle in Zürich ein. Sie zwangen die Angestellten, sich auf den Boden zu legen. Anschließend sind sie in den in den Hauptsaal im Erdgeschoß vorgedrungen und raubten die vier wertvollsten Gemälde der Sammlung: je ein Werk von Paul Cézanne, Edgar Degas, Vincent van Gogh und Claude Monet. Danach machten sich die Täter in einem weißen Auto aus dem Staub.
Auf freiem Markt unverkäuflich
Wegen ihres hohen Bekanntheitsgrads sind die Werke laut Museumsleiter Lukas Gloor zufolge auf dem freien Markt unverkäuflich. Er hält es für wahrscheinlich, dass bald eine Lösegeldforderung für die Kunstwerke eintreffen werde.
Sowohl Polizei als auch Museumsleitung betonten, dass der Sicherheitsstandard der Sammlung Bührle heutigen Anforderungen entspräche. Die Sammlung des Züricher Industriellen Bührle (1890-1956), eines wichtigen europäischen Sammlers, ist in einem Wohnhaus aus dem Jahr 1886 untergebracht.
Erst in der vergangenen Woche waren aus einem benachbarten Kulturzentrum zwei Gemälde von Pablo Picasso im Wert von mehreren Millionen Franken gestohlen worden. Diese Ausstellung wird nun aus Sicherheitsgründen geschlossen. Die Polizei hat für die Ergreifung der Täter eine Belohnung ausgesetzt.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.02.2008)
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