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Hai-Attacke auf Wiener: Fehler des Tauchleiters?

26.02.2008 | 12:08 |   (DiePresse.com)

Das Außenamt bestätigt, dass es sich bei dem Toten um einen 50-jährigen Wiener handelt. Unklar ist, ob der Mann verblutet oder einer Lungenembolie erlegen ist. Der Tauchleiter könnte fahrlässig gehandelt haben.

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Web-Links:

  • nullzeit.at

Ein 50-jähriger Wiener Anwalt ist nach der Attacke eines Bullenhais gestorben. Der Angriff geschah 50 Kilometer vor Fort Lauderdale nahe den Bahamas, sagte Außenamtssprecher Peter Launsky-Tieffenthal. Die siebenköpfige Wiener Gruppe hatte laut der Onlinezeitung nullzeit.at am Samstag mit einem Safariboot M/V Shear Water des US-amerikanischen Betreibers Jim Abernethy's Scuba Adventures (JASA) von Palm Beach in Richtung Bahamas abgelegt. Gegen 10.00 Uhr am Sonntag (Ortszeit) ereignete sich dann bei der Haiköderung, bei der die Raubtiere angelockt werden, der Unfall: Ein Bullenhai biss den 50-Jährigen aus noch unbekannter Ursache in ein Bein.

Der Bullenhai
In tropischen und warm-gemäßigten Meeren sind Bullenhaie weit verbreitet. Die Bullenhaie, auch als Stierhai oder Gemeiner Grundhai bekannt, gelten neben Tigerhaien und Weißen Haien als die gefährlichsten Haiarten. Der männliche Bullenhai wird 225 Zentimeter lang und 95 Kilo schwer, das Weibchen überragt ihn mit einer Länge von 240 Zentimeter und 130 Kilo. Der Bullenhai eine kurze, runde Schnauze, ein gleichseitiges Dreieck als Rückenflosse und kleine Augen.

Wissenschaftler vermuten, dass viele Unfälle, die man dem Weißen Hai zuschreibt, von Bullenhaien verursacht wurden. Die Bissspuren lassen sich kaum unterscheiden. Denn auch Bullenhaie besitzen gesägte und nahezu dreizackige Zähne im Oberkiefer.

Personen an Bord sollen nullzeit.at zufolge berichtet haben, dass der Anwalt mit dem Futter in Berührung gekommen ist. Das würde eine Fahrlässigkeit des Tauchleiters bedeuten. Der US-amerikanische Bootsbetreiber Jim Abernethy drückte den Hinterbliebenen seine Anteilnahme aus. Der Vorfall tue ihm irrsinnig Leid, er müsse erst untersuchen, was schief gegangen sei.

Es sei eine "Verkettung unglücklicher Umstände" gewesen, so der Betreiber in einem E-Mail. Er sei fix und fertig und seit über 24 Stunden auf den Beinen. Laut Christine Gstöttner, Vizepräsidentin der Organisation "Shark Project", soll Abernethy einen guten Ruf genießen und ein verantwortungsvoller Anbieter solcher Touren sein.

Der Anwalt hatte nach Angaben von nullzeit.at wenig Taucherfahrung: "Er war ein Urlaubstaucher. Er soll einmal im Jahr einen Tauchurlaub gemacht haben", so Herausgeber Leo Ochsenbauer. Der Mann dürfte nach dem Hai-Biss falsch reagiert und zu rasch aufgestiegen sein, wodurch es zu einer Lungenembolie gekommen sein soll, sagte der nullzeit.at-Herausgeber in Berufung auf Aussagen von Mitreisenden.

Wie das Außenministerium erklärte, seien die Ermittlungen zum Unfall noch im Gange. "Die Botschaft in Washington ist mit den Verwandten und den restlichen Mitgliedern der Tauchgruppe in Kontakt", so Sprecher Peter Launsky-Tieffenthal. Offizielle Angaben zur Todesursache sowie zum Unfallhergang lagen weiterhin nicht vor.

Reisegruppe auf Heimweg

Die Gruppe hat ihre Rückflüge bereits umgebucht: Sie sollen bereits Dienstagnachmittag heimkommen. Sie seien alle geschockt und wüssten nicht, was sie in Österreich erwarte, berichtete Ochsenbauer. "Sie haben Angst, dass ihnen Vorhaltungen gemacht werden."

Dabei seien solche Tauchgänge nicht unüblich und auf den Bahamas seit Jahren beliebt, meinte Ochsenbauer. Die Touren würden von Betreibern sogenannter Safariboote angeboten, meist für einen Zeitraum von vier Tagen bis zu einer Woche. "Die Teilnehmer schlafen auch am Boot und bleiben die ganze Zeit dort. Sie betreten nie die Bahamas, weshalb auch die amerikanischen Behörden zuständig sind", so Ochsenbauer.

Pro Jahr sterben weltweit maximal zehn Menschen durch Haie - umgekehrt rund 200 Millionen Haie pro Jahr durch Menschenhand, so Tauchlehrer Ochsenbauer. Erste Taucher habe es bereits in den 50er Jahren gegeben; der große Boom habe in den 80er Jahren eingesetzt.

(Ag./Red.)

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9 Kommentare

Immer haben andere Schuld; nie einer selbst!

In den USA leben Anwälte von der Klagewut der Bürger blendend. Da kann jemand noch so ein Trottel sein; irgend ein Advocat findet sich stets, der sein "Anliegen" vor Gericht vertritt; und dies sogar viel öfter als man denkt!

Diese Absurdität pflanzt inzwischen auch in Europa fort. In Deutschland verurteilte irgend ein Rundfunk- und Fernsehrat den Sender RTL zu 100.000 Euro Strafe, weil im "Starmania" Juror Dieter Bohlen völlig ungeeignete FREIWILLIG angemeldete Kandidaten beim Casting vor laufender Kamera verarscht und ihnen sagt, daß sie als Sänger, geschweige denn als "Star" wohl keine Zukunft haben. Dies sei aber "menschenverachtend", wurde beschieden...

Von einem 50jährigen Anwalt würde jedenfalls man mehr Lebenserfahrung; vor allem aber RESPEKT vor der Natur erwarten dürfen. Die einen laufen ohne entspechende Kleidung und Austrüstung auf den Berg; andere wollen umbedingt zu den Haien tauchen. Wenn¿s schlecht ausgeht, wird man schon irgend jemand klagen können...

Gewinnmaximierung und Sensationsgier

sind diese völlig entbehrlichen Haifischfütterungen, die vor allem in den Touristengebieten des roten Meeres, der Bahamas und, wie könnte es anders sein, auf den Malediven stattfinden.
Zumeist in sichere Käfige eingesperrt, wird von "Tauchlehrern" kübelweise Fischblut ins Meer gekippt, dann klicken die Verschlüsse der Unterwasserkameras. Noch einmal gesteigert, (und teurer) finden diese Anfütterungen mittlerweile auch ohne Schutzkäfige statt. Jeder Anfänger sollte wissen, dass selbst friedlichste Haiarten verrückt werden, wenn Blutgeruch im Wasser liegt. Da können sogar sanfte Grauhaie und Blacktips aggressiv werden.
Der Stierhai, wie er zu deutsch heißt, gehört neben dem großen Weißen Hai und dem Tigerhai, zu den leicht reizbaren Haiarten, die auch gerne mal in Küstennähe auftauchen. Sie mit Duftködern anzulocken ist nicht nur fahrlässig, sondern kriminell. So bedauerlich der Tod dieses Tauchers auch ist, niemand hat ihn gezwungen, in einem künstlichen Blutbad Haie zu beobachten.

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Also, wie auch aus anderen Quellen hervorgeht:

Der Haiunfall dürfte mit beteiligt gewesen sein, aber die eigentliche Todesuhrsache dürfte im unfachmännischen Umgang mit dem Unfall selbst gewesen sein. Ich halte es nicht nur für traurig, daß solche Haifütterungen abgehalten werden, sondern auch, für grob Fahrlässig, daß scheinbar kein richtiger Umgang mit dem Verletzten in der Extremsituation passiert ist. Viele Veranstalter von Fütterungen dieser Art haben einen Haikäfig als Rückzugsmöglichkeit für die Gruppe bei ungebetenen Gästen parat. Scheinbar war das in diesem Falle nicht so. Oder es wurde nur vielleicht der Bullenhai zu spät identifiziert. Daß dann der verletzte Taucher in Panik zur Oberfläche aufsteigen konnte zeigt ein falsches Kriesenmanagement (von dem Tauchguide, dem Veranstalter und dem Taucher selbst).

Die Bibel hat Recht:

Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.

(Jesus Sirach 3, 27)


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In 99,9% der Fälle verlaufen Tauchgänge mit Bullenhaien komplett harmlos.

Bei klarer Sicht und Tageslicht, ohne Fütterung kommen keine Angriffe von Bullenhaien auf Menschen vor. (Grobes Fehlverhalten einmal ausgeschlossen) Allerdings ist der Bullenhai nicht unbedingt einer der zimperlichsten, wenn es ums Futter geht. Auch der bekannte Haiexperte Richter wurde bereits einmal schwer verletzt, weil ihm ein Futterbrocken direkt neben der Wade geschwommen ist. Ich habe selbst bereits mit Bullenhaien (in Südafrika Zambezi genannt) getaucht, allerdings ohne Fütterung, und hatte dabei keinerlei Probleme. Die Tiere sind extrem neugierig und haben relativ wenig Berührungsängste. Panische Reaktionen sollte man während deren Anwesenheit tunlichst vermeiden. Ähnlich wie bei großen scharfen Hunden oder Wölfen. Wenn man wegläuft wird man als Beute identifiziert...
Zu Verurteilen ist allerdings die Haifütterung aus rein touristischer Sensationsgier.

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2. Teil

Wenn man als Tauchguide bei einer Fütterung Graue Riffhaie, Weißspitzenriffhaie, Ammenhaie und ähnliche vorfindet, ist das ganze ein ziemlich risikoloses Spektakel. Da allerdings sich an einem derartigen Futterplatz keine Barrieren befinden, können jederzeit auch größere, potenziell agressivere und gefährlichere Arten auftauchen. Der Bullenhai ist nur eine der gefährlicheren Arten. Auch Weißspitzenhochseehaie, Blauhaie oder Tigerhaie können überraschend an so einem Schauplatz auftauchen. Dann ist die Evakuierung der geschlossenen Tauchgruppe eine gar nicht so einfache Angelegenheit.
Die in der Zusatzinfo angegebene Gefährlichkeit des Bullenhais ergibt sich hauptsächlich aus der Tatsache, daß diese Tiere gerne im Brackwasser (ausgesprochen trüb) jagen und dort in potenzielle Beute nur hineinbeißen können, um die Essbarkeit festzustellen. So passieren auch in Südafrika die meisten Unfälle mit Haien.

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also.......

wenn man mit Haien tauhen geht.....kann das schon passieren...

200 Millionen HAie kommen also durch Menschahnd pro Jahr um.......wieviele Milliarden davon gibt es dann?????

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Der nächste Abenteurer klettert in den Löwenkäfig

und kommt darin um. Die Witwe klagt dann den Zoo, weil dieser Löwen hat und nirgends eine Tafel zu finden war, auf der stand, dass Löwen auch beissen können.

Jedes Kind weiß heute schon, dass Haie durch Blut angelockt und aggressiv werden. Wenn man Haie mit bluttriefenden Ködern so provoziert und sich dann auch noch mitten in die Meute hineinbegibt, tja dann unterstelle ich, höflich formuliert, extreme Gedankenlosigkeit, die letztendlich zum letalen Ende führte.

Gast: Pips
26.02.2008 11:12
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Was

ein Tauchleiter dafür kann, wenn einer von einem Hai gebissen wird, soll mir wer erklären. Hat den Anwalt doch niemand gezwungen ins Wasser zu hupfen. Selber Schuld, wenn man sich in Gefahr begibt. Das Haie beissen können, sollte auch ein Anwalt wissen. Jetzt wär er vielleicht gscheiter. Aber, zu spät.