Fast eine Woche nach dem Fund einer Kinderleiche in einem ehemaligen Heim auf der britischen Kanalinsel Jersey haben die Ermittler eine Falltür entdeckt, die in eines der Kellerverliese führen soll. Die Entdeckung untermauere Berichte von schweren sexuellen Angriffen in dem Keller, sagte Vize-Polizeichef Lenny Harper. Um die Untersuchungen schneller voranzubringen, forderte die Polizei der Insel Verstärkung vom Festland an. Zwölf zusätzlichen Experten sollten die Arbeit unterstützen.
Auf der Suche nach mehreren Kinderleichen konzentrierten sich die Ermittler am Freitag auf insgesamt sieben Stellen in und um das ehemalige Heim, das heute als Jugendherberge genutzt wird. Darunter sind drei Kellerräume, die nach Schilderungen von Zeugen als Verließe zur Einzelhaft und für Quälereien benutzt wurden. Die Ermittlungen gehen allerdings nur schleppend voran, weil Trümmer und Lehm aus den teils zugemauerten Räumen beseitigt werden müssen.
Von Pädophilen im Schlafsaal belästigt
Unterdessen kommen immer mehr Vorwürfe ans Licht. Zwei weitere Opfer hätten sich gemeldet und von "extrem schweren Sexualverbrechen" berichtet, teilte Harper am Freitag mit.
Zudem seien Menschen zur Polizei gekommen, die später selbst pädophile Taten begangen hätten. Ein weiterer Zeuge erzählte der BBC, Kinder in dem Heim seien "von Pädophilen" belästigt worden. Nachts sei oft jemand in den Schlafsaal gekommen und habe an Kindern "herumgefummelt".
Bisher haben sich etwa 200 Opfer und Zeugen gemeldet und von brutalen Quälereien und Vergewaltigungen berichtet. Die Misshandlungen in dem Heim "Haut de la Garenne" in der Ortschaft St. Martin sollen hauptsächlich in den 70er und 80er Jahren stattgefunden haben.
(Ag./Red.)
Jersey: Folter und Missbrauch im Kinderheim
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