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Slowakei: Ein Roma-Dorf zieht um, Anrainer protestieren

04.03.2008 | 11:58 |   (DiePresse.com)

Im slowakischen Dorf Letanovce sollen bald 700 Roma aus desolaten Holzbaracken in neu gebaute Reihenhäuser übersiedeln. Die "weiße" Bevölkerung sieht sich benachteiligt.

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Sie leben in heruntergekommenen Holzbaracken, sind vom geregelten Arbeitsleben seit fast zwei Jahrzehnten systematisch ausgeschlossen und verfallen mehr und mehr der zersetzenden Trostlosigkeit. Die Roma in Osteuropa haben einen langen Leidensweg mit Unterdrückung, Ausgrenzung, Ausbeutung und Geringschätzung zu beklagen.

Nun hat sich ein slowakischer Bürgermeister, Peter Kacvinsky, dem Problem angenommen. Er hat sich zum Ziel gesetzt, die 700 Roma seines Dorfes Letanovce aus den desolaten Holzbaracken in neu gebaute Reihenhäuser zu übersiedeln. Sein Konzept: Ein neues Zuhause wird auch neue Zukunftsperspektiven eröffnen und das Roma-Problem seiner Gemeinde ein für alle Mal lösen.

Unmut über Projekt unter den "Weißen"

Der Bau des neuen Roma-Dorfes kostet fast 80 Millionen slowakische Kronen, das sind umgerechnet knapp 2,7 Millionen Euro. Die Baukosten der Reihenhäuser tragen zu 75 Prozent der slowakische Staat und die EU.

Bei den Roma kommt Freude bei dem Gedanken der bevorstehende Übersiedlung auf. "Wir würden eher heute als morgen umziehen!", sagt ein knapp 30jähriger Roma. Die restliche Bevölkerung unterstützt das Vorhaben ihres Bürgermeisters nicht. Unlängst sind erste Drohbriefe bei ihm eingelangt. In den Reihen der "Gadje" - der weißen Bevölkerung - tut sich Unmut und Unverständnis auf: "Warum kriegen die Zigeuner, die ohnehin nichts arbeiten, faul sind und nur stehlen, einfach so Wohnung geschenkt - und wir nichts?"

Im Dorf Spissky Stvrtok, in dessen Nähe die neuen Reihenhäuser entstehen sollen, gab es bereits heftigen Widerstand gegen die Idee, die Roma-Kinder sollten dort zu Schule gehen. Daraufhin musste Bürgermeister Kacvinsky umdisponieren. Es soll nun ein Weg durch die Felder angelegt werden vom Roma-Dorfteil Letanovce II nach Letanovce I.

Behebung der Arbeitslosigkeit

Über Gegenmaßnahmen zur derzeitigen Arbeitslosigkeit der Roma hat sich der Bürgermeister auch bereits Gedanken gemacht. Ein Projekt für Feldarbeit ist in Vorbereitung und soll von sechs Sozialarbeitern organisiert und betreut werden. Diese sollen gemeinsam mit den Roma in den Reihenhäusern wohnen und dafür sorgen, dass die Gemeinschaft funktioniert. Ein schwieriges Unterfangen, bedenkt man, dass sich die neue Wohnform so ganz von den alten Gewohnheiten der Roma unterscheidet.

(APA)

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3 Kommentare
Lichtherz
10.12.2008 18:55
0 0

"systematisch ausgeschlossen"

Eine ideologische These. Diese Gruppen haben wohl eine ganz eigene Einstellung zu den Werten der Arbeit, um es vorsichtig zu sagen.

Welcher Wirrkopf schreibt denn eine solchen Beitrag?

Einer, der nicht einmal unsere Sprache beherrscht, jedenfalls:

"Nun hat sich ein slowakischer Bürgermeister, Peter Kacvinsky, dem Problem angenommen."

Vergil
04.03.2008 17:51
0 0

Reihenhäuser für Zigeuner

Der Bürgermeister hätte sich in Spanien erkundigen sollen, welche Entwicklung solche Projekte durchlaufen. In der Nähe von Granada leben noch immer viele Zigeuner in Erdhöhlen, ähnlich denen bei Neapel. Dort baute man ebenfalls Wohnhäuser und leitete eine Umsiedlung ein. Das ging solange gut, solange es etwas abzumontieren und zu verkaufen gab. Nur in den Badewannen wurde nicht gebadet, sondern Kleinvieh gehalten. Als Tür und Fensterstöcke, sowie Holzböden nicht mehr vorhanden waren und der Winter kam, war es in den Wohnungen natürlich feuchter, kälter und zugiger als in den Höhlen, weshalb innerhalb kurzer Zeit die ganze Gesellschaft wieder in den Höhlen logierte.

Alien
04.03.2008 14:19
0 0

Wozu Unmut unter den weißen?

Wenn die Roma umgesiedelt sind, werden den "Weißen" wenigstens billigst Radiatoren, Fenster, Türen und sonstige Hausteile angeboten. Tausche 4 Heizkörper gegen eine Flasche Fusel...

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