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Sterbehilfe: Dignitas tötet mit "Helium-Sackerl"

18.03.2008 | 12:38 |   (DiePresse.com)

Sterbewillige werden in der Schweiz mit einem Helium-gefüllten Plastiksack erstickt. Ärztliche Kontrolle gibt es keine: Das Edelgas ist nicht verschreibungspflichtig. Die Staats-Anwaltschaft fordert "griffige Gesetze".

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Wunschtot im Helium-Sackerl. Mit der Anwendung eines neuen Mittels hebelt die Schweizer Sterbehilfeorganisation Dignitas die ärztliche Kontrolle aus. Seit kurzem verwendet sie das Luftballongas Helium. Der Leitende Zürcher Oberstaatsanwalt Andreas Brunner drängt auf gesetzliche Regeln. Es sei nötig, dass nun endlich ein "griffiges Gesetz" erlassen werde, sagte Brunner Dienstag früh gegenüber Radio DRS. Es gehe nicht um ein Verbot des Sterbetourismus, sondern um klare Regeln.

Sterbe-Videos für die Staatsanwaltschaft

Laut dem Radiosender stülpen sich bei der neuen Methode Suizid-Willige einen mit Helium gefüllten Plastiksack über den Kopf und ersticken dann. Das ganze Prozedere nehmen die Vertreter von Dignitas auf Video auf und schicken diese Belege der Staatsanwaltschaft. Die Bilder seien "fast nicht zumutbar", sagte Brunner. Die Sterbenden bewegten sich zuckend "mehrere zehn Minuten" lang. Das bisher von der Sterbehilfeorganisation verwendete Medikament Natriumpentobarbital ist laut Brunner ein geeigneteres Mittel. Dafür ist allerdings ein ärztliches Rezept nötig.

Verein Suizidhilfe: "Rasch und schmerzlos"

Dem widerspricht Rudolf Güntert, Vorstandsmitglied des Vereins Suizidhilfe Zürich: Die Methode sei sehr "sicher", wirke "rasch und schmerzlos". Das Helium entziehe dem Körper Sauerstoff. Nach etwa einer Minute falle der Patient oder die Patientin in eine Ohnmacht und nach weiteren etwa zwei Minuten erfolge der Herzstillstand. Ob das wirklich wahr ist, weiß Güntert jedoch nicht aufgrund Beobachtungen. Er bezieht sein Wissen aus dem Buch des umstrittenen Präsidenten des Vereins Suizidhilfe Zürich. Dieser war im vergangenen Sommer vom Basler Strafgericht wegen fahrlässiger Tötung zu drei Jahren Freiheitsstrafe teilbedingt verurteilt worden.

Bereits vier Helium-Tote

Jürg Vollenweider, stellvertretender Leitender Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft Zürich Oberland, erklärte am Dienstag, Dignitas habe zum ersten Mal am 18. Februar zum neuen Mittel gegriffen. Seither seien seines Wissens vier Fälle vorgekommen.

Gleich wie bei jedem außergewöhnlichen Todesfall habe die Staatsanwaltschaft zu prüfen, ob die geltenden Grundsätze eingehalten würden: Jeder hat das Recht, Suizid zu begehen, und es ist in der Schweiz erlaubt, einem Sterbewilligen beim Freitod zu helfen, wenn dies nicht aus selbstsüchtigen Motiven geschieht.

(APA/Red.)

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6 Kommentare
Franky79
01.03.2009 17:24
0 0

Ausnutzungpotential

Die Probelmatik ist bei der gesetzlichen Regelung in der Schweiz, die Ausnutzung. Der Hauptzeuge ist tot und dem Täter kann somit nichts nachgewiesen werden. So kann man es auch bei http://de.wikipedia.org (<a href="http://de.wikipedia.org">Wikipedia</a> nachlesen.

chester79
21.03.2008 18:33
0 0

nahm man nicht früher ne Überdosis

an Barbituraten, weiß allerdings nicht, ob es die noch so frei erhältlich gibt.

Gast: e.e.
18.03.2008 14:17
0 0

aber hauptsache die nennen sich "dignitas"


Antworten Peregrin
18.03.2008 15:48
0 0

Re: aber hauptsache die nennen sich

Ob das so "würdevoll" ist, wenn die letzten Röchler mit Mickeymausstimme erfolgen?

Gast: Bösewicht
18.03.2008 13:35
0 0

Nicht giftig!

Aber da gibt es doch noch viele andere Möglichkeiten, jemanden ohne Gift ins Jenseits zu verhelfen:

Stein auf den Schädel. Es gibt absolut ungiftige Steine (Kalkstein, Granit, ...) mit denen man ein Leben in viel weniger als einer Minute beenden kann.

Sprung vom Felsen. Nach einer kurzen, absolut schmerzfreien Flugzeit von wenigen Sekunden ist das Leben aus.

Selbstsprengung. Es gibt da eine Religionsgemeinschaft, die beschäftigt Selbstmordattentäter und stellt sogar den Sprengstoff bereit. Der Sprengstoff ist zwar giftig, das Gift kommt aber nicht in den Körper. Die Methode ist blitzschnell und absolut schmerzfrei.

Antworten Gast: Kopfschüttler
08.01.2012 01:10
0 0

Re: Nicht giftig!

Viel unpassender und an der Sache weiter vorbei gehend könnte eine Stellungnahme zum Thema Suizid wohl nicht sein