Sterbe-Videos für die Staatsanwaltschaft
Laut dem Radiosender stülpen sich bei der neuen Methode Suizid-Willige einen mit Helium gefüllten Plastiksack über den Kopf und ersticken dann. Das ganze Prozedere nehmen die Vertreter von Dignitas auf Video auf und schicken diese Belege der Staatsanwaltschaft. Die Bilder seien "fast nicht zumutbar", sagte Brunner. Die Sterbenden bewegten sich zuckend "mehrere zehn Minuten" lang. Das bisher von der Sterbehilfeorganisation verwendete Medikament Natriumpentobarbital ist laut Brunner ein geeigneteres Mittel. Dafür ist allerdings ein ärztliches Rezept nötig.Verein Suizidhilfe: "Rasch und schmerzlos"
Dem widerspricht Rudolf Güntert, Vorstandsmitglied des Vereins Suizidhilfe Zürich: Die Methode sei sehr "sicher", wirke "rasch und schmerzlos". Das Helium entziehe dem Körper Sauerstoff. Nach etwa einer Minute falle der Patient oder die Patientin in eine Ohnmacht und nach weiteren etwa zwei Minuten erfolge der Herzstillstand. Ob das wirklich wahr ist, weiß Güntert jedoch nicht aufgrund Beobachtungen. Er bezieht sein Wissen aus dem Buch des umstrittenen Präsidenten des Vereins Suizidhilfe Zürich. Dieser war im vergangenen Sommer vom Basler Strafgericht wegen fahrlässiger Tötung zu drei Jahren Freiheitsstrafe teilbedingt verurteilt worden.Bereits vier Helium-Tote
Jürg Vollenweider, stellvertretender Leitender Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft Zürich Oberland, erklärte am Dienstag, Dignitas habe zum ersten Mal am 18. Februar zum neuen Mittel gegriffen. Seither seien seines Wissens vier Fälle vorgekommen.
Gleich wie bei jedem außergewöhnlichen Todesfall habe die Staatsanwaltschaft zu prüfen, ob die geltenden Grundsätze eingehalten würden: Jeder hat das Recht, Suizid zu begehen, und es ist in der Schweiz erlaubt, einem Sterbewilligen beim Freitod zu helfen, wenn dies nicht aus selbstsüchtigen Motiven geschieht.
(APA/Red.)