25.05.2012 22:19 | Meine Presse Merkliste 0

Europas schwarze Sex-Sklavinnen

02.04.2008 | 18:05 |  IRENE ZÖCH (Die Presse)

Vom Geschäft mit Afrikanerinnen, die aus ihrer Heimat gelockt und unter anderem auch in Wien auf den Strich geschickt werden.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

WIEN. Blessing wollte studieren. Als der damals 17-Jährigen aus einem Dorf in Südnigeria ein Freund der Familie einen Studienplatz in Italien versprach, nahm sie das verlockende Angebot an. Bald aber zeigte sich, dass die Versprechungen falsch waren: Das Mädchen landete auf dem Straßenstrich eines noblen Touristenortes an der Adria. Blessing müsse Geld verdienen, um die Kosten ihrer Reise, 35.000 Euro, abzuzahlen, hatten ihr die Schlepper erklärt. Danach könne sie machen, was sie wolle. Doch der Zeitpunkt sollte nie kommen.

Blessings Geschichte ist nur eine von vielen. Jedes Jahr werden zehntausende Afrikanerinnen nach Europa geschleppt, um auf dem Strich und in Bordellen weißen Freiern angeboten zu werden. Die meisten Mädchen stammen aus Nigeria. In Europa werden ihnen rasch die Pässe abgenommen. Sie werden bedroht und geschlagen, damit sie nicht auf die Idee kommen zu fliehen. Auch in Wien floriert das Geschäft mit nigerianischen Frauen, die zur Prostitution gezwungen werden.

Das Schicksal jener, die in Europa zur Wegwerfware werden, haben Corinna Milborn und Mary Kreutzer in einem Buch („Ware Frau“) zusammengefasst. Für ihre eineinhalbjährige Recherche reisten sie nach Nigeria, zeichneten die Reisewege der Schlepperbanden nach und besuchten ehemalige Opfer, die ihren Weg zurück in die Gesellschaft suchen.

Das Geschäft ist lukrativ. Laut UN-Schätzungen hat diese Form organisierter Kriminalität weltweit den Drogen- und Waffenhandel überholt. Der Profit soll 30 Milliarden Dollar pro Jahr betragen. Vorteil des Sex-Business: Frauen können immer wieder gebraucht und missbraucht werden. 67.000 Dollar erwirtschaftet laut der Internationalen Arbeits-Organisation ILO eine Prostituierte pro Jahr.


Frauen als Zuhälter

Was auffällt: Während etwa Frauenhändler-Ringe aus Osteuropa fest in der Hand von Männern sind, ist der afrikanische Frauenhandel von Frauen dominiert. Meist sind es zwar Männer, die in Nigeria die Frauen in die Falle locken – doch dann übernehmen Frauen. Sie betreiben als Zuhälterinnen, als „Madames“, ihre kleinen Unternehmen, überwachen jeden Schritt ihrer Damen und schicken sie auf den Strich.

Um die Opfer über Jahre hinweg gefügig zu halten, werden auch ihre Familien bedroht. Dafür sorgen schon die Kontaktmänner der Madames. Zudem bauen die Menschenhändler auf den Glauben an afrikanische Traditionen, an Voodoo: „Die Mädchen müssen in Nigeria vor ihrer Abreise bei einem Voodoo-Priester Schamhaare, Fingernägel oder Regelblut abgeben. Der führt dann ein Ritual durch, das sie an die Madames bindet“, erklärt Joana Reiterer im Gespräch mit der „Presse“. Die quirlige 27-Jährige leitet „Exit“ in Wien – die einzige Organisation, die sich um afrikanische Opfer von Menschenhandel kümmert.


Druck durch Vodoo

An den Schwur, ihre Peiniger nicht zu verraten, hielten die Mädchen meist eisern fest. „Wer ihn bricht, dem könnte Böses zustoßen. Der könnte sterben“, sagt Reiterer. Sie weiß, wovon sie spricht: Reiterer, die in Benin studierte hatte, ging selbst einem Schlepper auf den Leim und folgte ihm nach Wien. Dort wurde ihr bewusst, dass er aus ihr eine Zuhälterin machen wollte.

Reiterer konnte aber fliehen und sich dem Druck der Schlepper widersetzen. Seither setzt sie sich für Nigerianerinnen in Wien ein, die nicht so stark wie sie sind.

Die meisten der zur Prostitution Gezwungenen landen in Europa irgendwann in Schubhaft. Dann werden sie in ihre Heimat geschickt, wo sie nur allzu oft wieder in die Fänge der Schlepper geraten. Ihre Tortur beginnt erneut. Wieder müssen die Frauen die Wüste durchqueren, Tausende Euro für die lebensgefährliche Überfahrt nach Spanien oder Italien bezahlen, um in Europa von den Zuhälterinnen in Empfang genommen und versklavt zu werden. Der Menschenhandel umspannt ganze Kontinente und funktioniert scheinbar reibungslos.


Versuch eines Neubeginns

Eine Erfahrung, die auch Blessing gemacht hat. Die heute 26-Jährige wurde schon einmal von Italien wieder nach Nigeria abgeschoben und hat es dort aber bisher geschafft, die lockenden Schlepper zu meiden. Ihr Traum ist es, ein Catering-Unternehmen zu gründen. Und noch einmal ganz von vorne anzufangen.

AUF EINEN BLICK

Nicht nur aus Osteuropa und Asien, sondern auch aus Afrika werden jedes Jahr tausende Frauen unter falschen Versprechungen in die reichen Länder des Nordens gelockt und müssen sich als Prostituierte verdingen. Die meisten sind aus Nigeria. In ihrem neuen Umfeld, etwa Österreich, werden sie meist von Zuhälterinnen überwacht.

Viele werden mit Vodoo-Ritualen gefügig gemacht und trauen sich nicht zu fliehen. Die Kontaktleute, die sie zuvor zur Fahrt in den Norden überredet haben, üben Druck auf ihre Familien aus, dass sie ihre Töchter nicht zurückholen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.04.2008)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

23 Kommentare
Gast: zürichcalling
04.04.2008 12:37
0 0

Rassistische und extrem dumme Postings

Die Postings zum Artikel von Irene Zöch zeigen auf krasse Weise auf, was die Autorinnen von "Ware Frau" beschreiben: das wirkliche Übel, der Abschaum, d. i. hier in Europa zu Hause. Das ist in Österreich offensichtlich nicht anders als in der Schweiz. Die Opfer von Frauenhandel werden als "Illegale" wahrgenommen, die angeblich "Sozialleistungen kassieren", und die man rasch wieder los werden, also abschieben will. Sie werden als Ne* bezeichnet (wenigestens dieses Posting wurde zensuriert), die Freier von Zwangsprostituierten in Schutz genommen, das Ausmaß des Problems geleugnet. Was hier gepostet wird, ist nicht das Werk von Psychopathen, sondern tägliche Realität, mit der schwerst traumatisierte Opfer bei den sogenannten "Freiern", bei den Behörden (Polizei, Justiz, Botschaftspersonal, etc), bei Einkaufen im Supermarkt, etc, konfrontiert sind. Es ist wirklich bezeichnend, was hier in Form von Postings der Durchschnittseuropäer von sich gibt.Die Decke der Zivilisation ist verdammt dünn

Antworten Gast: Crusader
06.04.2008 13:06
0 0

Re: Rassistische und extrem dumme Postings

Ja, ist sie wenn Unerwünschte auf der Bildfläche erscheinen...
Und?

Gast: Staunender Laie
03.04.2008 22:10
0 0

Wieso "floriert dieses Geschäft"

unter den wachsamen Auge der EU ?? -

die jede Flugreise, jede Konto-Bewegung, jedes Telefonat und natürlich auch jedes e-mail oder Posting eines Europäers nachvollziehen kann -

diese (und jede andere Form) illegaler Einwanderung und Milliardenkriminalität nicht verhindern darf/kann/will???

Stimmt es, daß in manchen Städten die Stellung eines Asylbegehrns genügt, um den sogenannten "Deckel". also die Zulassung als Prostituierte, sowie (ungeachtet des dabei erzielten, offenbar steuerfreien Einkommens) Zugang zu allerlei Gratis-Sozialleistungen erhält und keineswegs abgeschoben wird?

Wer ist dafür verantwortlich? Welche (Medoen- und sonstige) Lobby hat daran Interesse???

Ekelerregend

Die Meldungen hier sind einfach unterste Schublade. Waren wohl alle Kunden.

Aill
03.04.2008 12:03
0 0

wieso Sklavinnen?

diese Personen sind frei, jederzeit in ihre Heimat zurückzukehren. frau zöch hat wohl keine ahnung von der wirklichen sklaverei.

Antworten violet
06.04.2008 11:38
0 0

Falsch.

Natürlich können diese Personen jederzeit in ihre Heimat zurückkehren. Nur dummerweise warten die Menschenhändler in vielen Fällen bei ihrer Rückkehr, um an ihnen ein "Exempel zu statuieren", d.h. sie umzubringen, um die anderen Zwangsprostituierten noch mehr unter Druck zu setzen und von einer Rückkehr abzuschrecken.
Viele Zwangsprostituierte werden nicht nur mit dem eigenen Tod im Falle einer Rückkehr in ihr Heimatland, sondern auch mit dem Tod von Familienmitgliedern bedroht! (Zumindest solange sie das Geld nicht bezahlen, aber woher sollen die Frauen plötzlich 1000e Euro bekommen?)
So viel zum Thema "frei" ... Diese Frauen haben nichts, und sie haben kaum eine Wahl!

Mein lieber Mann!

Posten hier nur Freier? Und selbst wenn, Zwangsprostitution sollte geächtet werden in unserer Gesellschaft und drakonisch bestraft! Stellt euch doch mal vor, irgendjemand macht das mit eurer Mami, Schwester, Freundin, Frau, Tochter... Geht's dann auch noch um Rechnen, Farbe, Aufenthaltsnachweis? - Liebe Leute, Prostitution und Zwangsprostitution sind zwei paar Stiefel. Überlegt euch mal den Unterschied und denkt dran, wenn ihr nächstens ins Puff geht.

Antworten Aill
03.04.2008 12:06
0 0

wenn hier nur Freier posten,

dann müssten Sie auch einer sein. Logisch, oder?

Re: wenn hier nur Freier posten,

Und weiter? War das schon alles, was Sie zu sagen haben? - Wozu posten Sie, wenn Sie nichts zu sagen haben?

Gast: Mordechai
03.04.2008 10:45
0 0

Nur in Österreich...

Ein leicht melodramatischer Artikel über ein wirklich häßliches gesellschaftliches Problem unserer Zeit...
...gefolgt von einem halben Duzend Kommentare, die unverblümt Spott und Mißgunst über die Opfer ausschütten.

Sicher, vielleicht sind die Zahlen übertrieben.
Sicher, manche der betroffenen Frauen sind nicht so unschuldig an ihrem Schicksal wie sie uns glauben machen wollen.
Aber das ändert ja wirklich nichts daran dass Zwangsprostitution ein reales und äußerst brutales Geschäft ist.

Ich spare es mir hier über die Gründe zu spekulieren, warum manche Leute das offenbar nicht wahrhaben wollen...

Gast: Manipulator
03.04.2008 10:21
0 0

Falschmeldungen sind das

wenn man die Wahrheit postet wird man zens.uriert.

abin
03.04.2008 09:22
0 0

Rechnen!

Wieder so ein journalistisches Meisterstück!
Da möchte ich nur wissen:

1. Wo ist an der Adria ein nobler Touristenort?
2. Wenn jedes Jahr zehntausende Afrikanerinnen nach Europa verschleppt werden, so sind das mindestens 20.000 proJahr. Zusammen mit jenen aus den Vorjahren müssten demnach mehrere 100.000 Negerinnen in Europa als Prostituierte arbeiten. Wo sind denn die?

Antworten freiheit15
03.04.2008 10:42
0 0

Re: Rechnen!

1) Also Menschen als Neger zu bezeichnen ist einmal mehr zu hinterfragen.
2) Diese Zahl könnte sehr wohl richtig sein wiel 20.000 Frauen für ganz EUROPA ist nicht viel. Da würden wahrscheinlich auf ganz Österreich nicht einmal 1000 fallen.
3) Wenn jemand in Wien wohnt, z.b. im 2 Bezirk und nicht blind ist, sieht der sehr wohl das es viele farbige damen gibt, die sich anbieten.
4) Ich persönlich kann mir auch nicht vorstellen, das diese sich gerne anbieten. Wer möchte mit einem Potthässlichen 100 kg schweren Mann Geschlechtsverkehr haben, wenn diese nicht unbedingt vermeidbar wäre??
Lösungen:
Ich kann mir nicht vorstellen das staatliche Instanzen, damit meine Ich nicht die Österreichische, nicht beteiligt sind.
Denn ohne das die ,,wegschauen" würden nicht so viele illegal einreisen können. Die meisten müssen ja zuerst in Spanien, Italien oder Frankreich landen. Ich glaube nicht das diese Damen mit einem Flugzeug nach Europa reisen.

Antworten Antworten freeman
03.04.2008 13:05
0 0

Ad 4)

Oft gehört, aber falsch - es ist wie immer eine Frage des Preises.

Es gibt eine Menge Jobs, die ich nicht gratis machen würde, für entsprechende Bezahlung aber schon.


Antworten Antworten Antworten Gast: gastgast
04.04.2008 12:17
0 0

Re: Ad 4)

Preis: 20 bis 30 Euro in Wien am Straßenstrich bei Afrikanerinnen.

Gast: Neutral
03.04.2008 08:31
0 0

Nicht weiss und nicht schwarz

wieder mal typisch.....wird weissen Freiern angeboten....

Ich wußte gar nicht, daß in Europa nur Weisse ins Puff gehen koenen.

Vielen Dank für den Rassismus.

Pfui.

0 0

Studienplatz in Italien

Aber mit einem Schlepper "einreisen"? Bekommt man ein Diplom auch ohne Aufenthaltsgenehmigung?

Antworten Gast: Jedenfalls
04.04.2008 13:44
0 0

in der EU ist das so:

Man bekommt auch ohne Diplom eine Aufenthaltsgenehmigung!

Nötigenfalls stellt die multikulturelle Prof. Hooton Gedenk-Akademie für politisch korrekte Demographie Migrations-Diplome für Diplom-Migranten aus.

Gast: unschuldige
02.04.2008 22:38
0 0

Geschichten

Wem nützen diese in der Regel frei erfundenen Geschichten über "unschuldige Frauen"? Kann man nicht einmal was halbwegs Realistisches über Prostitution lesen oder geht es nur über das Dogma "arme, unschuldige Frau"?

Gast: Asylexperte
02.04.2008 21:27
0 0

Ja klar. Wir sind schuld.

Die armen, traumatisierten AfrikanerInnen sind so brav, lieb und diskriminiert, und irgendwelche bösen Österreicher locken sie her und beuten sie aus.

Kann ganz selten schon so sein.

Die Wahrheit sieht wie immer umgekehrt aus:

http://www.419eater.com/

Antworten Gast: weg
03.04.2008 00:54
0 0

Re: Ja klar. Wir sind schuld.

Dieser Link (auf der Seite geht's um SCAM) hat ja jetzt wohl gar nichts mit dem Thema des Artikels zu tun..

Gast: Graf Gudenus
02.04.2008 20:02
0 0

Lösung: Umschulung, sodann auf dem Ö-Arbeitsmarkt

! Vielleicht sogar am Heiratsmarkt, und nach vielen treuen Ehejahren die Ö bzw. €-Staatsbürgerschaft

Antworten Gast: Sollten
03.04.2008 20:18
0 0

gräfliche Gnaden im Austausch

als Kralputzer in Uganda (ohne Posting-Anschluß /oh welch böses Wort) sich nützlich zu machen geruhen, könnte man über eine Ausnahme sprechen.....