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Aus dem Graben wird ein Park: Bern und seine Bären

16.04.2008 | 18:42 |   (APA)

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Bären bewegen die Gemüter immer wieder: Eisbär Knut hat 2007 für einen Boom im Berliner Zoo gesorgt, "Problembär Bruno" 2006 für eine wilde Jagd durch die bayerischen Alpen. Nun gibt es bärige Neuigkeiten aus der Schweiz.

Dessen Hauptstadt Bern, die den Bären im Namen und Wappen trägt, rüstet sich gerade für eine neue Ära im Umgang mit "Meister Petz". Denn der alte, nicht mehr zeitgemäße Bärengraben an der Nydeggbrücke über den Fluss Aare erlebt seine letzte volle Saison. Zugleich können Urlauber ganz in der Nähe die Arbeiten am neuen, großzügigeren Bärenpark verfolgen.

Die Bärenhaltung mitten in der Stadt ist in Bern eine Jahrhunderte alte Tradition. Die gegenwärtig dafür genutzte Anlage stammt in ihrer Grundstruktur aus dem Jahr 1857 und war in der Vergangenheit Quartier für bis zu zwölf Tiere gleichzeitig. Trotz einer Neugestaltung Mitte der 90er Jahre war der Graben zuletzt oft schwer in der Kritik: Die 1981 geborenen Geschwister Tana und Pedro - zwei Braunbären aus den Pyrenäen - in dem 3,5 Meter tiefen steinernen Oval leben zu lassen, sei keine artgerechte Haltung, bemängelten Besucher immer wieder. Nachts werden die Tiere außerdem in Käfige eingesperrt.

All das soll sich in dem rund 6000 Quadratmeter großen neuen Park ändern: Dort werden die Bären viel mehr Auslauf bekommen, und sie können rund um die Uhr draußen sein. Der 9,7 Millionen Franken (6,2 Millionen Euro) teure Park reicht künftig vom Bärengraben-Standort bis zum Aare-Ufer.

Besucher der drei EM-Spiele in Bern im Juni und auch alle anderen Städtereisenden können wegen der Bauarbeiten nun zwar keine ganzen Runden um den Bärengraben mehr drehen. Sie haben jedoch weiterhin freie Sicht auf Tana und Pedro. Für drei Franken (etwa 1,92 Euro) können sie im Wärterhäuschen außerdem Futterpakete kaufen und den Tieren ins Gehege hinunterwerfen. Zur Diät gehören vor allem Karotten, Weintrauben und anderes Obst. "Zu 80 Prozent ernähren sich die Bären vegetarisch", erläutert der Stadtführer Domenico Bernabei.

Tana und Pedro sind einst im Alter von zwei Jahren nach Bern gekommen und verbringen in den Sommermonaten in der Regel täglich die Zeit von 8.30 bis 18.00 Uhr im Freien. Im neuen Bärenpark werden die Alteingesessenen allerdings nicht mehr die Stars sein: Mit 27 Jahren sind sie schon jetzt eher alt, und das Ziel der Parkbetreiber werde es sein, ein neues Bärenpaar anzusiedeln, das für Nachwuchs sorgen kann, erklärt Lergier. Die Tiere sollen sich in der Anlage - so weit es geht - verhalten können wie Bären in freier Wildbahn. Sie werden Höhlen bauen und selbst nach Futter suchen können. Für Schaulustige stehen sie dann zwar nicht mehr so auf dem Präsentierteller wie im Moment - aber genau das ist es ja, was viele heutige Besucher stört.

(APA)

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