"Auch die Homosexuellen wissen, dass sie eine Gruppe mit einem erhöhten AIDS-Risiko sind", sagte Jolanta Szczypinska, Abgeordnete der rechtskonservativen Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) gegenüber der Zeitung "Dziennik". Laut einem Bericht in der Freitag-Ausgabe fordert das polnische Nationale Blut-Zentrum (NCK), Homosexuellen die Blutspende in Zukunft zu verbieten.
Grund dafür ist nach Aussage von Joanna Wojewoda, Doktorin beim NCK in Warschau, dass der HIV-Virus in manchen Fällen erst ein halbes Jahr nach der Infizierung nachgewiesen werden könne.
Fragen nach sexueller Orientierung
Die Diskussion über Blutspenden von Homosexuellen kam Anfang der Woche in Gang. Ein Student aus Torun beklagte sich öffentlich, dass die örtliche Abteilung des Studentenverbands NZS ihn nicht an ihrer Blutspende-Aktion teilnehmen ließ. Homosexuelle berichteten daraufhin, dass viele Ärzte beim Blutspenden nach der sexuellen Orientierung fragten, um Schwule auszuschließen.
Schwulenverbände kritisierten diese Praxis. "Es gibt keine glaubhaften Studien, die zeigen, dass homosexuelle Beziehungen weniger dauerhaft sind als heterosexuelle", erklärte Robert Biedro, Leiter einer Kampagne gegen Homophobie. Homosexuelle seien deshalb keine Gruppe mit einem erhöhten HIV-Risiko.
Biedron erklärte gegenüber "Dziennik", dass er bei einem Verbot für Homosexuelle in Zukunft beim Blutspenden lügen werde. "Ich werde mich dafür entscheiden, eher jemandem das Lebens zu retten als ein schlechtes Gesetz zu befolgen." (APA/Red.)

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