Ein verregneter Mai hat der schlimmsten Dürre in Spanien seit 60 Jahren ein Ende gemacht. Die Stauseen der Region Katalonien, die vor kurzem nicht einmal zu einem Fünftel gefüllt waren, sind wieder halbvoll. Die Urlauber an der Costa Brava müssen nicht mehr befürchten, dass ihnen im Sommer in ihren Hotels das Wasser abgestellt wird. Mancherorts herrscht nun sogar ein Überfluss an Wasser. Der Ebro trat an einzelnen Stellen über die Ufer.
Auf dem Höhepunkt der Dürre vor zwei Monaten hatten die Verantwortlichen in Barcelona sich noch ernsthaft Sorgen darüber gemacht, wie die fünf Millionen Bewohner des Großraums um die katalanische Metropole mit Trinkwasser versorgt werden können. Sie erließen einen Krisenplan, untersagten das Füllen von Swimmingpools, das Autowaschen sowie das Sprengen von Parks und Gärten.
Auch das 62 Kilometer lange Leitungssystem, über das Wasser aus dem Ebro nach Barcelona gepumpt werden sollte, wird nun doch nicht gebaut. Das 160 Millionen Euro teure Vorhaben hatte einen heftigen Streit unter den Politikern ausgelöst. Andere Regionen wie Valencia oder Murcia verlangten, ebenfalls mit Wasser aus dem Ebro versorgt zu werden, und fühlten sich gegenüber den Katalanen benachteiligt.
Der "Krieg um das Wasser" löste sich nach dem Mai-Regen in Wohlgefallen auf. Um Engpässe wie in diesem Frühjahr künftig zu vermeiden, sollen in der Gegend von Barcelona bis 2011 zwei weitere Anlagen zur Entsalzung von Meereswasser in Betrieb gehen.