In London ist erneut ein Jugendlicher erstochen worden. Der 16-Jährige sei bei einem Messerangriff im Süden der britischen Hauptstadt verwundet worden und später seinen Verletzungen erlegen, teilte Scotland Yard am Freitag mit. Es ist dies bereits der 18. Mord an einem Jugendlichen in London in diesem Jahr.
Der 16-Jährige war am helllichten Tag auf der Straße mit einem Messer angegriffen worden. Er wurde mit mehreren Stichen verletzt. Nachbarn versuchten vergeblich, den Teenager wiederzubeleben. Chefermittler Cliff Lyons sagte, dass der 16-Jährige das Opfer eines "geplanten und gezielten" Angriffs einer Gruppe Jugendlicher war.
"Ich verspreche, dass wir alles tun, was in unserer Macht steht, um diesen Morden ein Ende zu bereiten", sagte Polizeichef Sir Ian Blair noch am Mittwoch. Im Rahmen der "Operation Blunt" seien in der britischen Metropole zwischen Mitte Mai und Ende Juni insgesamt 26.777 Menschen auf Messer und andere Waffen durchsucht worden. Bei Razzien seien rund 1200 zumeist junge Verdächtige vorübergehend festgenommen und fast 530 Messer beschlagnahmt worden.
"Wir sind alle zutiefst erschrocken über das Ausmaß der Gewalt unter jungen Menschen, und wir müssen alle zusammenarbeiten, um dieser furchtbaren Entwicklung entgegenzuwirken", sagte Bürgermeister Boris Johnson. Am Dienstag hatten in London Hunderte Menschen an einer spontanen Demonstration gegen die "Messerkriminalität" teilgenommen.
Anlass der Protestaktion war der Mord an dem 16-jährigen Ben Kinsella, die 17. aufsehenerregende Bluttat. Der Bruder einer beliebten TV-Schauspielerin hatte am Wochenende unmittelbar bevor er von mehreren Jugendlichen vor einem Pub niedergestochen worden war, noch einen Freund angerufen und in Todesangst um Hilfe gebeten.
(Ag.)

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