ROM (APA). In Italien tobt ein Streit um das Schicksal der Koma-Patientin Eluana Englaro. Nachdem ihr Vater beim obersten Gerichts die Genehmigung zur Aussetzung der künstlichen Ernährung erwirkt hat, hat sich nun ein Krankenhaus in Udine bereiterklärt, der 38-jährigen Frau einen würdigen Tod zu ermöglichen. Sie liegt nach einem Autounfall seit 1992 im Koma. Doch Teile der Regierung wollen dies in letzter Minute stoppen.
Das Krankenhaus hat mit dem Vater der Patientin eine medizinische Prozedur ausgehandelt, die sie in den Tod führen soll. Die Region Friaul werde dem Krankenhaus „Citta di Udine“ keine Hindernisse in den Weg legen, sagte Renzo Tondo, Präsident der Region Friaul. Doch Widerstand kommt von Arbeits- und Sozialminister Maurizio Sacconi. Er hat allen Krankenhäusern in Italien verboten, die künstliche Ernährung von Koma-Patienten auszusetzen.
Tod nach Richtlinien
Der Fall der Koma-Patientin beschäftigt auch die Staatsanwaltschaft von Udine. Ermittler Antonio Biancardi traf die Leiter des Krankenhauses „Citta di Udine“. Er erhielt dabei das Protokoll mit den Details der medizinische Prozedur, die den Tod der Patientin in 15 Tagen vorsieht. „Sollte Eluana ins Krankenhaus eingeliefert werden und dort tatsächlich sterben, wäre es unsere Aufgaben zu kontrollieren, dass ihr Tod nach den vereinbarten Richtlinien erfolgen wird“, sagte der Staatsanwalt.
Kammerpräsident Gianfranco Fini appellierte indessen an alle Parteien, so rasch wie möglich klare gesetzliche Regelungen zur Sterbehilfe zu verabschieden. Nach dem Urteil des obersten Gerichts, das juristisch den Weg zur Sterbehilfe frei gemacht hat, könne man die Verabschiedung eines solchen Gesetzes nicht mehr hinausschieben, so Fini.