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Italien: Komapatientin kann in Privatklinik sterben

23.01.2009 | 12:10 |  (DiePresse.com)

Keine Klinik im katholischen Italien wollte Eluana Englaro, die seit 17 Jahren im Koma ist, sterben lassen, obwohl das Höchstgericht es erlaubte. Eine Privatklinik erklärt sich nun dazu bereit.

Im Tauziehen um die italienische Wachkoma-Patientin Eluana Englaro ist es zu einer unerwarteten Wende gekommen. Eine Privatklinik in Udine erklärte sich bereit, die Patientin aufzunehmen, um sie in den Tod zu begleiten, wie es ihr Vater, Beppino Englaro, verlangt. Der Vater hatte im November vom Kassationsgericht in Rom, dem obersten Gericht in Italien, das Recht zugesprochen bekommen, die künstliche Ernährung abzubrechen, die Eluana seit 17 Jahren am Leben hält.

Die Privatklinik "Quiete" (Ruhe) ist das zweite Institut in Udine, das sich bereit erklärt hat, Eluana aufzunehmen. Das Krankenhaus "Città di Udine" (Stadt Udine) in der friaulischen Stadt hatte in den vergangenen Wochen angekündigt, Eluana aufnehmen zu wollen, hatte jedoch zuletzt einen Rückzieher gemacht, nachdem Arbeits- und Sozialminister Maurizio Sacconi allen italienischen Spitälern die Einstellung der künstlichen Nahrungszufuhr für die 38-jährige Frau verboten hatte. Seit einem Autounfall im Jahr 1992 liegt Eluana im Koma. Sie befindet sich seit Jahren in einer Klinik in Lecco bei Mailand.

Region Piemont signalisiert Bereitschaft

Auch die nordwestliche Region Piemont hat ihre Bereitschaft zur Sterbehilfe signalisiert. "Die Region will sich nicht anbieten, aber wenn man uns fragen sollte, sind wir bereit, Eluana in einer öffentlichen Klinik aufzunehmen", sagte die Präsidentin der Region Piemont, Mercede Bresso. Ihre Worte lösten scharfe Polemik aus.

Der Turiner Erzbischof, Kardinal Severino Poletto, zeigte sich empört. Die Aufnahme der Patientin mit dem Ziel, ihre Versorgung mit Nahrung und Wasser zu beenden, wäre "ein klarer Fall von Sterbehilfe". Er erinnerte katholische Ärzte an ihre Gewissenspflicht. Wenn von ihnen ein Abbruch der künstlichen Ernährung verlangt würde, "müssten sie Widerstand leisten und sich weigern, das zu tun", sagte er in einem Interview mit der Tageszeitung "La Repubblica".


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