Nach dem Flugzeugabsturz im US-Bundesstaat New York mit 50 Todesopfern sind die Blackboxes der verunglückten Maschine gefunden worden. Sowohl der Flugschreiber als auch der Stimmrekorder konnten im Cockpit der Maschine vom Typ Bombardier Dash 8 Q400 ausfindig gemacht werden. Die Daten könnten Aufschluss über die Unglücksursache geben, die zunächst unbekannt war. Zum Unglückszeitpunkt herrschte Schneeregen in dem Gebiet. Die beiden Geräte wurden nach Washington gebracht.
Die Maschine der Colgan Air, einer regionalen Fluggesellschaft, die im Auftrag der Continental Airlines fliegt, stürzte am Donnerstagabend gegen 22.20 Uhr (04.20 Uhr MEZ) in ein Wohnhaus der Kleinstadt Clarence nordöstlich von Buffalo.Alle 45 Passagiere und die vier Besatzungsmitglieder starben. Zuerst war von 44 Passagieren die Rede. Ein Mensch kam am Boden ums Leben.
Das Flugzeug vom Typ Bombardier Dash 8 Q400 mit der Flugnummer 3407 war von Newark nach Buffalo unterwegs und stand kurz vor der Landung. Nach dem Absturz brach an der Unglücksstelle ein Großbrand aus. Dichter Rauch zog über die Häuser, noch aus der Ferne waren haushohe Flammen zu sehen. Eine Frau und ein kleines Kind konnten sich aus ihrem vom Flugzeug zerstörten Haus retten. Sie sind mit "sehr geringen Verletzungen" in einem Krankenhaus behandelt worden, sagte ein Sprecher des Krisenstabs.
Wohnort von Thomas Vanek
Vor dem Absturz habe es kaum Kommunikation mit dem Cockpit gegeben, sagte Douglas Hartmayer, der Sprecher der Verkehrsbehörde. "Mir wurde vom Tower mitgeteilt, das Flugzeug sei einfach vom Radarschirm verschwunden." Die örtliche Zeitung "Buffalo News" berichtete auf ihrer Internetseite, die Crew habe technische Probleme gemeldet.
Nach Angaben eines Augenzeugen stürzte die Maschine in ein Haus und ging in einen Feuerball auf. Das Haus wurde zerstört. Zahlreiche Feuerwehrautos bemühten sich um eine Eindämmung des Brandes. Zwölf Häuser in der Umgebung wurden geräumt, da die Maschine nach Angaben des städtischen Einsatzleiters Dave Bissonette noch viel Treibstoff an Bord hatte.
Clarence ist der Wohnort des österreichischen Eishockey-Spielers Thomas Vanek, der bei den Buffalo Sabres unter Vertrag ist. Sein Haus ist einen Kilometer von der Absturzstelle entfernt. Vom Unfall hat er nichts mitbekommen: "Es geht uns gut. Der Absturz war nur einige Minuten von uns entfernt, aber wir haben nichts mitbekommen. Wir haben nur Sirenen gehört und danach alles im Fernsehen verfolgt", sagte Vanek.
Witwe von 9/11-Opfer an Bord
Bei dem Absturz ist auch die Witwe eines Opfers der Anschläge auf das World Trade Center am 11. September 2001 getötet worden. Beverly Eckert hatte nach Angaben ihrer Schwester in Buffalo den 58. Geburtstag ihres ums Leben gekommenen Mannes begehen wollen, wie die Regionalzeitung "Buffalo News" berichtete. Beverly Eckert hatte sich nach dem Tod ihres Mannes als Vizevorsitzende des Vereins "Stimmen des 11. September" für eine angemessene Erinnerung an die Opfer eingesetzt.
15 Meter hohe Flammen in Sekundenschnelle
Ein Mann, der etwa 150 Meter von der Absturzstelle entfernt wohnt, berichtete der Zeitung "Buffalo News" von einem seltsamen Fluggeräusch unmittelbar vor dem Unfall. "Es klang sehr laut, und plötzlich war das Geräusch weg", sagte David Luce. "Und dann, ein oder zwei Sekunden später gab es eine riesige Explosion. Ich dachte, irgendwas hat unser Haus getroffen. Das ganze Haus bebte." Innerhalb von wenigen Sekunden seien die Flammen zehn, fünfzehn Meter in die Höhe geschlagen.
Nach Angaben einer Krankenschwester war der Spätschicht im Krankenhaus des Erie-Kreises zunächst gesagt worden, sie sollten sich zur Versorgung von Verletzten auf eine lange Nacht einstellen. Noch vor Mitternacht seien sie jedoch heimgeschickt worden. "Es gab keine Menschenseele, die zu behandeln gewesen wäre."
Der Unfall ist das schwerste Flugzeugunglück in den USA seit dem Absturz eines Comair Flugs in Lexington im US-Bundesstaat Kentucky am 27. August 2006. Auch damals kamen 49 Menschen ums Leben.
(Ag.)

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