In Dona Marta, dem Elendsviertel zu Füßen der berühmten Christus-Statue, haben die Bauarbeiten am Dienstag begonnen. In der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro wird in diesem Jahr um elf Favelas eine bis zu drei Meter hohe Betonmauer errichtet. Umgerechnet 13 Millionen Euro kostet der Mauerbau, das Projekt soll 2010 auf mindestens 40 Viertel ausgeweitet werden.
Mit den Mauern will die Regierung verhindern, dass sich die Elendsviertel weiter ausbreiten und den Regenwald zerstören. "Jedes Jahr verlieren wir mehr vom Atlantischen Regenwald", erklärte Icaro Moreno, Chef der Baubehörde des Staates Rio de Janeiro, der Nachrichtenagentur AP.
200 Hektar Wald zerstört
Rund 200 Hektar Wald wurden in den vergangenen drei Jahren in Rio zerstört. Als Hauptgrund nennen die Behörden den Zuwachs der Favelas in der Sechs-Millionen-Stadt. "Jetzt stecken wird die Grenzen, in denen sich diese Gemeinden ausbreiten können", so Moreno. Wegen des Mauerbaus müssen etwa 600 Häuser in den Favelas zerstört werden. Die betroffenen Bewohner sollen in Neubauten untergebrachten werden.
Menschenrechtsgruppen vermuten hinter dem Mauerbau jedoch andere Motive als den Schutz des Regenwalds. Sie befürchten, dass es bloß um eine deutliche Trennung der Viertel von Armen und Reichen geht.
(Ag.)
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