In Mailand und Turin hat die Justiz Ermittlungen gegen Bürgerwehren mit Verbindungen zur neofaschistischen Gruppierung MSI aufgenommen, die mit organisierten Patrouillen für die Sicherheit in den Städten sorgen wollen.
Die Freiwilligen, die sich an der Bürgerwehr beteiligen, tragen eine Uniform mit faschistischen Symbolen, wie der kaiserliche Adler und eine schwarze Sonne, das Symbol einer Sekte, die in der SS entstanden war. Die Justiz ermittelt wegen Verherrlichung des Faschismus. Das berichtete italienische Medien.
Sicherheits-Paket legalisiert Bürgerwehren
Angeblich haben sich 2500 Menschen der Bürgerwehr in verschiedenen italienischen Städten angeschlossen. Sie sind um die neu gegründete MSI um den rechtsextremen Politiker Gaetano Saya entstanden, nachdem das italienische Parlament kürzlich ein umstrittenes Sicherheitspaket verabschiedet hat, das Bürgerwehren legalisiert.
Freiwillige mit Handy und Funkgerät sollen mit der Polizei für die Sicherheit in den Städten sorgen, nachdem es in den vergangenen Monaten zu einer Reihe brutaler Vergewaltigungen in italienischen Metropolen gekommen war, die in den vergangenen Wochen die Öffentlichkeit in Italien schockte und für Medienwirbel gesorgt hatten.
Polizei warnt vor "Milizen ohne jegliche Kontrollen"
Die Gewerkschaft der italienischen Polizei zeigte sich wegen der Bürgerwehren besorgt. "Die Gefahr ist, dass spontane Milizen ohne jegliche Kontrollen entstehen", sagte ein Polizeisprecher.
Innenminister Roberto Maroni verteidigte die Bürgerwehren. Die Einführung von Bürgerwehren bedeute keineswegs ein Abgehen vom Rechtsstaat. "Wir wollen, dass die Bürger sich für die Sicherheit in ihren Gemeinden engagieren können", so der Minister.
(Ag.)
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