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UN: Legalisierung von Drogen "ein historischer Fehler"

24.06.2009 | 16:58 |   (DiePresse.com)

Welt-Drogen-Report: Die Märkte für Kokain, Opiate und Cannabis stagnieren. Ein freier Markt würde eine Missbrauchs-Epidemie auslösen, fürchtet der Direktor des UN-Büros für Drogen- und Kriminalitätsbekämpfung.

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Während die Märkte für Kokain, Opiate und Cannabis weltweit stagnieren oder der Absatz zurückgeht, steigen Produktion und Konsum von synthetischen Drogen offenbar vor allem in Entwicklungsländern an. Das geht aus dem Welt-Drogen-Report 2009 des in Wien ansässigen UN-Büros für Drogen- und Kriminalitätsbekämpfung UNODC hervor, der am Mittwoch anlässlich des Welt-Drogen-Tags am kommenden Freitag (26.6.) in Washington präsentiert wurde. UNODC-Direktor Antonio Maria Costa appellierte für mehr Mittel zur Behandlung Suchtgiftabhängiger und zur Bekämpfung der Drogenkriminalität.

Der Opium-Anbau in Afghanistan - 93 Prozent der weltweiten Ernte stammen aus dem Land - ist 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent zurückgegangen. In Kolumbien, wo die Hälfte des weltweit hergestellten Kokains produziert wird, ging der Anbau um 18 Prozent zurück, die Produktion sogar um 28 Prozent. In beiden Ländern gab es zuvor allerdings einen massiven Anstieg.

50 Milliarden Dollar umgesetzt

Der Kokain-Markt, auf dem jährlich weltweit 50 Milliarden Dollar umgesetzt werden, befindet sich laut Costa im Umbruch. Reinheitsgrad und Aufgriffe in den großen Verbraucherländern sind gesunken, die Preise gestiegen, die Konsum-Muster ändern sich. "Das könnte eine Erklärung für den furchtbaren Anstieg von Gewalt in Ländern wie Mexiko sein. In Mittelamerika kämpfen die Kartelle um den schrumpfenden Markt", sagte der UNODC-Direktor. Im mexikanischen Drogenkrieg wurden in diesem Jahr bereits 3000 Menschen getötet.

Die UNODC-Fachleute schließen aus dem Rückgang der Sicherstellungen in Westafrika, dass nach fünf Jahren Zunahme erstmals weniger Kokain über den Atlantik dorthin geschmuggelt wurde. Nicht geändert haben sich allerdings mit Suchtgift in Zusammenhang stehende Gewalt und politische Instabilität in der Region. "Solange die Nachfrage nach Drogen besteht, werden schwache Staaten immer das Ziel von Schmugglern sein. Wenn Europa Afrika wirklich helfen will, sollte es seinen Appetit auf Kokain zügeln", empfahl Costa.

Während - so der Bericht - 41 Prozent des weltweit produzierten Kokains sichergestellt werden, ist es bei Opiaten nur ein Fünftel. Um die Bekämpfung des Schmuggels zu verstärken, hat das UNOCD eine Initiative in Afghanistan, im Iran und in Pakistan ins Leben gerufen. "Je mehr Opium wir in den Nachbarstaaten Afghanistans beschlagnahmen, desto weniger kommt auf die Straßen Europas", erklärte Costa.

Cannabis am häufigsten konsumiert

Cannabis ist nach wie vor das weltweit am häufigsten konsumierte Suchtmittel - und weniger harmlos als vielfach angenommen, warnt das UNODC. Daten aus Nordamerika zeigen, dass sich der Gehalt des Wirkstoffs THC in selbstgezüchteten Marihuana-Pflanzen in den vergangenen zehn Jahren statistisch gesehen verdoppelt hat.

Große Sorgen bereitet den Drogenbekämpfern das zunehmende Auftreten von Designerdrogen außerhalb von Industrieländern. Die Laboratorien zur Produktion synthetischer Drogen vor allem in Südost-Asien haben industrielle Ausmaße erreicht, es geht um "big business" mit Methamphetaminen, Crystal Meth und Ketamin. Der Konsum des Amphetamins Captagon hat im Nahen und Mittleren Osten ungeahnte Ausmaße angenommen. In Saudi-Arabien wurde 2007 ein Drittel aller weltweit beschlagnahmten Amphetamine sichergestellt - mehr als in China und den USA zusammen.

Warnung vor Freigabe

Im Vorwort zu dem 341 Seiten starken Bericht warnt Costa vor der Freigabe des Drogenkonsums. Obwohl Verbote einen Schwarzmarkt von makroökonomischer Dimension inklusive Gewalt und Korruption erzeugt haben, wäre die Legalisierung von Drogen "ein historischer Fehler", ein freier Markt würde eine Missbrauchs-Epidemie auslösen.

Costa spricht sich für die Behandlung Drogenabhängiger als Kranke aus, denen uneingeschränkter Zugang zu Therapien zu gewähren sei. Darüber hinaus erneuerte er seine Aufforderung an Regierungen, internationale Übereinkommen zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität umzusetzen.

(APA)

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39 Kommentare
 
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Gast: Fact checker
14.04.2010 17:07
0 0

Wo hat die APA recherchieren gelernt?

Presse, quo vadis? Neben einigen bedenklichen grammatikalischen und einfach schlampigen Auslassungsfehlern wird hier auch gleich der arme Dr. AntoniO Costa zur Frau gemacht! Ein kurzer Blick auf die UNODC-Webseite hätte genügt, um diesen peinlichen Fehler zu beheben.
Wenn schon bei der Sprache so schlampig agiert wird, wie verlässlich ist dann der Inhalt? Besonders, da hier wohl auf den im Original englischsprachigen Drogenbericht Bezug genommen wird...

Gast: Ich
24.07.2009 16:57
0 0

Die Frau gehört abgesetzt!

Diese Frau hat keinerlei Sachverstand. In Ländern, in denen illegalisierte Stoffe oder Planzen wie Hanf dekriminalisiert worden, gibt es keine höheren Verbrauchsmuster als in anderen Staaten - nur mehr Kriminalität in Verbindung mit Rauschmitteln!

Gast: Irgentwer
25.06.2009 20:21
0 0

?!?!?!?!

OMG was haben bitte die Spritzen mit Cannabis zu tun?? und THC ist nicht gefährlich man wie dumm muss man sein das is in gewisser weise sogar gesund......
Kein Kommentar mehr.... -.-

Antworten Gast: Crusader
26.06.2009 08:46
0 0

Re: ?!?!?!?!

Gi..gi..ggi...gifteln is`v..vo...voll gsund!
Umkipp.......

Antworten Antworten Harvest
27.06.2009 01:22
0 0

Re: Re: ?!?!?!?!

Auch an diesem Kommentar sieht man wieder, wie uninformiert die Gesellschaft ist.

Die Anzahl der Wirkstoffe, die in Cannabis vorkommen, wird auf mindestens 100 geschätzt. Der wichtigste, THC, wirkt (abhängig von Dosis und Applikationsform) euphorisierend, beruhigend, hemmt den Brechreiz, steigert den Appetit, weitet die Gefäße, senkt den Augeninnendruck, kann Juckreize lindern, kann die Heilung von Entzündungen beschleunigen, entspannt die Muskeln (v.a. wichtig bei Menschen mit Spasmen), beugt epileptischen Anfällen vor, senkt Fieber, ist ein natürliches Schlafmittel, und und und.

Den teuren, speziell für _eine_ Diagnose designten Pharmaprodukten mit Apothekenzwang steht mit Cannabis ein Naturprodukt gegenüber, dass, wie oben beschrieben, für ein breites Feld an Erkrankungen eingesetzt werden _könnte_, überall erhältlich sein _könnte_ und sehr wenig kosten _könnte_. Problem: Es ist illegal.

Dieser Aspekt wird bei der Legalisierungsfrage leider oft übergangen.

Gast: ich
25.06.2009 14:32
0 0

Korruption

"Obwohl Verbote einen Schwarzmarkt von makroökonomischer Dimension inklusive Gewalt und Korruption erzeugt haben, wäre die Legalisierung von Drogen "ein historischer Fehler", ein freier Markt würde eine Missbrauchs-Epidemie auslösen."

???
Nochmal: "Missbrauchs-Epidemie"
Hab ich noch nie gehört, aber es soll wohl so sein...
???

Denke da bekommt ein UNODC-Direktor einen fetten Bonus von der Wirtschaftsmafia!
Wenn man selber Korrupt ist kann man sich schwer gegen Korruption aussprechen...

Anders kann ich es mir nicht erklären!

Antworten Gast: ich
25.06.2009 15:26
0 0

Re: Korruption

Allso plädiere ich auf "Befangenheit" der UNODC-Direktorin, somit ist dieser Bericht wertlos!

phuter
25.06.2009 09:45
0 0

Die einzige Form...

Drogen gesellschaftlich in den Griff zu bekommen ist die Ritualisierung des Konsums - nicht das Verbot. Also: Wir haben eine Weinkultur - nicht jeder der Wein trinkt ist gleich Alkoholiker. Andere Völker hatten eine Opiumkultur oder eine Kokakultur.
Drogen stellen nur als reines Konsumprodukt ein Problem dar.

Antworten freeman
25.06.2009 14:20
0 0

Die Ritualisierung

ist kein Mittel der Gesellschaft, sondern eines des Individuums - es kann sich dem Ritual unterwerfen oder nicht.

Der Alkoholiker riecht nicht am Stoppel, oder gibt weise Sprüche von sich, bevor er sich sein Quantum einverleibt.

Ganz ohne das Abdriften in die Sucht wird es nie gehen, die Prohibition macht die Grenze zwischen bloßem Konsum und Sucht aber sehr schmal.

Gast: tatzelwurm
25.06.2009 08:52
0 0

Costa spricht sich die Behandlung Drogenabhängiger als Kranke aus,

und nun rätselt man: Ist Frau Costa für oder gegen die Behandlung?

freeman
25.06.2009 08:34
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Und?

Wir sollten überlegen, was wir noch alles verbieten müssen, damit der Mensch endlich ein glückliches und erfülltes Leben - nach den Normen der UN - führen kann.

Warum wir an diesen lächerlichen Verein noch immer Mitgliedsbeiträge zahlen, ist ein Rätsel.

Gast: plebs potus
25.06.2009 07:29
0 0

Drum lieber weiter in die Sackgasse

Milliarden Euro weltweit für die Bekämpfung vernachlässigbarer Konsumkriminalität, Hundertausende Tote in Konflikten der organisierten Kriminalität und Milliarden Euro in korrupten Kanälen, Millionen für Substitutionsprogramme und unüberschaubare Parallelgesellschaften. Die Pharamindustrie ist ja auch noch Nutzniesser des Status Quo. Die Misbrauchswelle würde allerhöchstens in der Statistik feststellbar, da mehr Menschen, die mit ihrer Gewohnheit hinter dem Berg halten nun dazu stehen würden.

Costas, hinsetzen, Nicht Genügend....

Gast: Beobachter
25.06.2009 01:08
0 0

Die Angst der UNO vor dem freien Markt

Natuerlich ist fuer solche ParadeMARXISTEN wie den Herrn Direktor mit Diplomatenstatus der freie Markt ein Horrorszenario. Sicherlich paradiert er jeden Tag in den Donaupark zur Kurzandacht vor dem Antifaschistischen Denkmal.
Klar ist, dass das Hauptproblem der Drogen die Kriminalitaet ist, daher ist eine TOTALLEGALISIERUNG zu befuerworten. Nicht vergessen, um 1900 war alles Legal, und es gab WENIGER abhaengigen als Heute.

Gladius
25.06.2009 00:58
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Blöd wenn der eigene Job am Verbot hängt!

Stimmts Herr Costa.

Antworten Gast: tatzelwurm
25.06.2009 08:49
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Wer ist Herr Costa?

Oder meinen Sie Antonia Maria Costa ?

Gast: Spenc
24.06.2009 23:54
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Der Staat kann es sich gar nicht leisten,

weiche Suchtmittel wie Cannabis weiter zu kriminalisieren und somit potentielle Steuergelder in die Hände von Kriminellen zu übergeben. Steuern aus dem Handel mit Cannabis sind genau so sauber/schmutzig wie Steuern aus Alkohol oder Tabak. Meine Einschätzung ist, dass nicht nur die Legalisierung kommen wird, sondern sich der Staat auch noch das Monopol auf den Handel sichern wird.

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Das Ende der Prohibition hat gezeigt:

In Oesterreich ist die Zahl der Leberzirrhosen gleich geblieben.

Antworten Gast: pferdekopf
25.06.2009 09:29
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Re: Das Ende der Prohibition hat gezeigt:

woher stammen ihre weisheiten??

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Re: Re: Das Ende der Prohibition hat gezeigt:

</sarkasmus>
Da es in Österreich nie Prohibition gegeben hat ist keine Korrelation gegeben.
Genauso bei der Aussage A.M. Costas.
Nicht Eliott Ness hat die Mafia trocken gelegt sondern Roosevelt der den Volstead Act aufhob.
Die Prohibition hatte nur den Erfolg das kriminelles Unternehmertum reich wurde.
Genauso wie die Drogenbarone heute ( und die Geheimdienste die sich so teilweise Aktionen finanzieren ).
Es gibt ausser bei Alkoholika keine Erfahrungswerte über die Freigabe vom Opiaten oder Cocain. Daher ist die Voraussage A.M. Costas müßig.

Gast: Gast
24.06.2009 21:57
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Direktor

ER heisst Antonio Maria Costa.

Costa redet nach seiner Geldbörse

Er glaubt an eine "Epidemie", wenn Drogen legalisiert werden? Der Mann hat keine Ahnung! Wer Drogen will, bekommt sie doch an der nächsten Ecke! Niemand, der kein Marihuana oder kein Koks nehmen möchte, wird morgen wegen einer Legalisierung zum Konsumenten. Aber viele werden entkriminalisiert! Von den pekuniären Vorteilen des Staates ganz zu schweigen. - Denkt endlich, ihr Polit-Dolme! Sauft, raucht und schnupft nicht nur selbst unter Staatsschutz, sondern gönnt es auch allen anderen! Gegen Steuern, natürlich.

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Re: Costa redet nach seiner Geldbörse

ich wäre sehr dafür, das strafgesetzbuch abzuschaffen. damit keiner kriminalisiert wird. endlich freiheit. endlich darf ich meinem nachbarn den schädel einschlagen und sein auto nehmen. das sticht mir seit langem in die augen.

mfg
mc

Antworten Antworten Harvest
29.06.2009 10:55
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Re: Re: Costa redet nach seiner Geldbörse

Dass Sie Mord mit Kiffen vergleichen sagt einiges über Ihren Intellekt aus.

Bombur
24.06.2009 20:37
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Gras legalisieren....

und ähnlich besteuern wie Zigaretten also irgendwo bei 90%-125%.

Der Staat kann sichs aussuchen entweder mitverdienen oder Menschen kriminalisieren und leer ausgehen.

139
24.06.2009 19:42
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Die Natur

Es liegt (leider?) in der menschlichen Natur, sich berauschen zu wollen.
Solange sich also in den Köpfen und den Lebensphilosophien (Siehe: Leben fürs Wochenende und "party machen") nichts ändert, werden die Menschen auch Drogen konsumieren. Wenn verboten kostets halt mehr..

Gast: pronstar
24.06.2009 19:25
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...

'Cannabis ist nach wie vor das weltweit am häufigsten konsumierte Suchtmittel" ... Ich würde mal sagen es saufen sich deutlich mehr Menschen in den Tod als jemals durchs Kiffen sterben könnten.
Eine Entkriminialisierung der Drogensüchtigen wäre zumindest ein wichtiger Schritt.

 
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