Das Fernseh-Team der Verbrechens-Sendung des brasilianischen TV-Kanals "Canal Livre" war oft als erstes zur Stelle, wenn ein Verbrechen passierte, verdächtig oft: Wallace Souza, Moderator der Sendung und gleichzeitig Abgeordneter des brasilianischen Bundesstaats Amazonas, steht nun im Verdacht, mindestens fünf der Morde selbst in Auftrag gegeben zu haben. Um seine Zuschauerzahlen zu steigern und gleichzeitig konkurrierende Drogenhändler aus dem Weg zu räumen - denn Souza wird auch Drogenhandel angelastet.
"Die Anordnung für die Morde kam immer von Souza und seinem Sohn", sagte Polizeichef Thomaz Vasconcelos der Nachrichtenagentur AP. Sie benachrichtigten die Fernsehteams, die sogar vor der Polizei am Schauplatz des Verbrechens eintraf. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Souza auch wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung, Zeugenbestechung und illegalen Waffenbesitzes. In Souzas Haus wurden mehrere Schusswaffen sichergestellt.
Grundlage der Ermittlungen sind Zeugenaussagen eines festgenommen Ex-Polizisten, der den Ermittlern Details und Namen nannte sowie die Pläne für die Morde schilderte. "Es gibt nicht einen handfesten Beweis für diese Anschuldigungen", sagte Souzas Anwalt Francisco Balieiro.
Wallace Souza war in den letzten Regionalwahlen des Bundesstaats Amazonas der Politiker mit den meisten Stimmen. Er betonte immer wieder die Notwendigkeit, härter gegen die "explodierende" Kriminalität in der Amazonasregion vorzugehen. Wegen seiner Immunität als Abgeordneter ist Souza noch auf freiem Fuß.
(Ag./beba)


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