Tango-Tänzer dürfen sich künftig als Hüter des Kulturerbes der Menschheit fühlen: Die Unesco nahm den südamerikanischen Traditionstanz am Mittwoch in Abu Dhabi auf die "Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit" auf. Mit ihr will die UN-Organisation dazu beitragen, die Vielfalt der kulturellen Ausdrucksformen zu bewahren. Auch besondere Feste, Rituale oder Handwerkstechniken sind aufgeführt.
Neben dem Tango würdigte die Unesco am Mittwoch zahlreiche weitere kulturelle Ausdrucksformen mit einem Platz auf der Liste, unter anderem die Heilig-Blut-Prozession im belgischen Brügge, den kolumbianischen Karneval von Schwarzen und Weißen (Carnaval de Negros y Blancos) und eine indonesische Batik-Technik. Am stärksten ist mit knapp 30 Positionen China auf der seit 2008 existierenden Liste vertreten. Allein am Mittwoch kamen 20 neu dazu, darunter das Drachenboot-Festival.
Das für die Liste zuständige Zwischenstaatliche Komitee hat bei der bis Freitag dauernden Sitzung in Abu Dhabi insgesamt über mehr als 100 Anträge über Neuaufnahmen zu entscheiden. Zum ersten Mal wird auch eine "Rote Liste" erstellt. Auf ihr soll immaterielles Kulturerbe aufgeführt werden, das dringend geschützt werden muss.