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Niederlande: Kommt der Alkoholtest für Fußgänger?

12.10.2009 | 08:41 |  Von unserem Korrespondenten HELMUT HETZEL (Die Presse)

Die Regierung will gegen aggressive Betrunkene in Ausgehviertel vorgehen. Unklar ist noch, ob die Polizei, ähnlich wie bei Autofahrern bei Fußgängern dann auch ein Bußgeld verhängen darf oder nicht.

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Den Haag. Viele Autofahrer haben mit dem Alkoholtest schon so ihre Erfahrungen gemacht und in das Röhrchen geblasen, das ihren Alkoholpegel misst. Auch Piloten, Rad- und Motorradfahrer müssen sich regelmäßig Alkoholkontrollen unterziehen, wenn die Polizei dies verlangt.

Die Einzigen, die nach einer Zechtour bisher nichts befürchten mussten, das waren die Fußgänger. Doch nun sollen in den Niederlanden auch Fußgänger zum Alkoholtest angehalten werden können. Denn dort planen die Innenministerin Guusje ter Horst und der Justizminister Ernst Hirsch Balin nun eine Gesetzesnovelle zu Reform der Gemeindeverordnung.

Darin soll festgelegt werden, dass die Polizei das Recht erhält, von Fußgängern einen Alkoholtest verlangen zu können. „Alkohol wirkt auf jeden Menschen anders. Man kann nicht immer sehen, ob jemand etwas getrunken hat oder nicht. Darum ist der Alkoholtest auch für Fußgänger notwendig“, so begründet die Haager Innenministerin ihren kuriosen Vorschlag.

 

Wo liegt die Promillegrenze?

Das neue Gesetz zur Alkoholkontrolle der Fußgänger soll den Städten und Gemeinden in den Niederlanden das Recht einräumen, in sogenannten „Problemgebieten“ solche Alkoholkontrollen durchführen zu können. Problemgebiete sind die Ausgehviertel in den Städten, wo sich das Abend- und Nachtleben abspielt. Zwar ist „öffentliche Trunkenheit“ in den Niederlanden verboten, doch immer wieder kommt es in den Vergnügungsvierteln zu Problemen mit Betrunkenen.

Unklar ist noch, ob die Polizei, ähnlich wie bei Autofahrern, die zu viel getrunken haben, bei Fußgängern oder Kneipenbesuchern dann auch ein Bußgeld verhängen darf oder nicht.

Und wo liegt die Promille-grenze für einen Fußgänger? Kann der noch nach Hause gehen, wenn er fünf Bier getrunken hat – oder ist das schon zu viel? Auch mit solchen Fragen wird sich das Haager Innenministerium noch beschäftigen müssen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.10.2009)

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11 Kommentare
Gast: 1789
12.10.2009 09:47
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Kontrollen...

Was soll das überhaupt für eine lächerliche Diskussion sein, ob man sie bestraft oder nicht? Wozu soll man sie denn kontrollieren, wenn man sie nicht bestrafen könnte? Damit man weiß, wer wieviel getrunken hat, oder was?

Ich selbst trinke fast keinen Alkohol (aus eigener Überzeugung), und ich kann Betrunkenen durchaus nichts abgewinnen.

Aber das ist schon ein eine ziemliche Invasion der Privatsphäre. Ich kann optimist196 zustimmen, dass es genug Verhaltensweisen gäbe, mit denen man sich befassen könnte - und das sind offen zur Schau getragene Verhaltensweisen. Aber jetzt mal einen absolut NICHT betrunken aussehenden Menschen ins Röhrchen pusten zu lassen, geht ja wohl zu weit, und danach klingt es. Sollte in den Niederlanden öffentliche Trunkenheit verboten sein, dann ist wohl nicht ein Promillewert gemeint, sondern, dass man herumtorkelt und herumlallend Passanten anspricht.

Abgesehen davon wäre es gleichheitswidrig - wenn jemand Klebstoff schnüffelt und dann herumtorkelt, soll der dann mit keinen Sanktionen zu rechnen haben?

Wollen die als nächstes kontrollieren, wie hoch der Stöckelschuh bei Frauen ist, da das ja für Füße und Rücken schlecht sei?!

Gast: ceterum censeo
12.10.2009 09:00
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Da werden halt noch mehr

Eingerauchte herumrennen als heute.

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Gute Idee!

Ich würde dann jemanden strafen, wenn er aufgrund seines Zustandes auffällig wurde. Z.B. Randalieren, Leute belästigen, auf die Straße torkeln, überall hinpissen, hinkotzen.....

Gast: Gast
12.10.2009 07:36
0 0

Wie wuerde es mit Medikamenten aussehen

Ich würde diesbezüglich einmal eine andere Frage stellen. Wie würde es denn mit Medikamenten etc. aussehen. Es gibt genug Bürger in unserem Land, die diese jeden Tag nehmen müssen. Dürfen diese dann nicht mehr auf die Straße? Diese Idee erscheint ist so gut wie nicht durchführbar. Jedoch ist ein angetrunkener Fußgänger sicherlich ebenso eine Gefahr.

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Re: Wie wuerde es mit Medikamenten aussehen

Aber nicht doch, geförderte Drogen (Medikamente) können doch nicht angetastet werden. Die müssen unter die Leute lobbyiert werden und da stört der Alkohol, weil sich die Modedrogen (Antidepressiva etc) damit nicht vertragen...

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Politisch klug handeln heisst Leben retten!

Guusje ter Horst macht es vor und ganz Europa ist neidisch von einer Idee, die sich ansehen lässt. Viele Menschen sterben auf der Strasse. Auch als Fussgänger. Gerade Fussgänger haben keinen Airbag und keine Sicherheitseinrichtungen, die ihnen ihr kostbares Leben retten können.

Unter Alkoholeinfluss stehende Personen sich brand gefährlich. Sie haben sich und ihre Mitmenschen nicht unter Kontrolle. Da reicht es schon ein Bier! Sie gefährden sich und alle! Wieso sollte ein anständiger Bürger wegen einen Alkoholabhängigen in Gefahr kommen, womit er mit seinem Leben bezahlt?

Diese Frage stellt sich ganz Europa! Nun hat Frau Guusje ter Horst eine Antwort gefunden, die viele schon sehnsüchtig erwartet haben und die unter den Fingernägel brennt.

Wünschen wir ihr viel Glück und bedanken wir uns, dass es Menschen gibt die wahre Lebensretter sind. Ich bin mir sicher, verantwortungsvolle Politiker werden dem Folge leisten. Den gerade Österreich ist geprägt durch soziale, kompetente und faire Politiker.

Gast: Weichspüler
11.10.2009 23:03
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Es ist leider nicht mehr weit ...

... bis wir dort angelangt sind, wo wir vor etwa 80 Jahren waren. Was dann folgte ist bekannt.

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Wäre es nicht sinnvoller die Missetaten des Menschen zu bestrafen als seinen Zustand?


Antworten Gast: Franz aus Brasilien
17.10.2009 13:56
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Re: Wäre es nicht sinnvoller die Missetaten des Menschen zu bestrafen als seinen Zustand?

Sinnvoller ist es! Das es garnicht zur Missetat kommt.
ALSO DER VORBEUGEN UND DER TEST.

phuter
11.10.2009 20:59
5 0

Intelligenztests für Politiker.

Wäre angebrachter.

Antworten fireone
12.10.2009 06:41
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Re: Intelligenztests für Politiker.

Nehmts den österreichischen Michi gleich mit zum Test.