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EU-Bericht: Drogen aus dem Onlinekatalog

05.11.2009 | 18:36 |  IRENE ZÖCH (Die Presse)

Längst haben auch Drogendealer das Internet für sich entdeckt und gelernt, Gesetze zu umgehen. Der europäische Rauschgiftmarkt verändert sich immer schneller.

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BRÜSSEL/WIEN. Dunkle Hinterhöfe oder Parks im Dämmerlicht sind längst nicht mehr die bevorzugten Reviere der Drogendealer. Immer mehr tauchen in die Anonymität des Internets ab. Dort können sie rund um die Uhr ihre illegalen Waren anbieten. Dort kann rund um die Uhr eingekauft werden.

Der Drogenmarkt in Europa verändert sich immer schneller und wird immer komplexer. Das geht aus dem am Donnerstag in Brüssel präsentierten Europäischen Drogenbericht der Drogenbeobachtungsstelle EMCDDA hervor. Die Politik brauche ein gut funktionierendes Monitoringsystem, um sich diesen Herausforderungen stellen zu können, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Wolfgang Götz, bei der Vorstellung des Jahresberichts, der den Konsum, den Markt und die Kontrollmaßnahmen untersucht.

Besonders in Bezug auf den Vertrieb von verbotenen Pflanzen- und Kräutermischungen spielt das Internet als Vertriebsweg eine wichtige Rolle. 2009 hatte die Drogenbeobachtungsstelle 115 Onlineshops in Großbritannien, Deutschland und den Niederlanden im Visier, die vor allem „harmlose“ Pflanzenmischungen wie „Spice“ anboten. Jüngste Tests haben aber gezeigt, dass „Spice“ alles andere als naturbelassen ist, sondern synthetische Inhaltsstoffe enthält, deren Wirkung weitgehend unerforscht ist.

 

Erfinderische Labors

Erfinderische Hersteller hebeln das Betäubungsmittelgesetz aus, indem sie ständig neue Ersatzstoffe entwickeln. Für diese gibt es weder rechtliche Regelungen noch Kontrollmechanismen. Dazu zählen im Labor hergestellte Cannabinoide, die sich chemisch von Cannabis völlig unterscheiden, aber ähnliche Rezeptoren im Gehirn ansprechen. Sorgen macht den Autoren die Geschwindigkeit, mit der die Drogenhersteller immer neue Substanzen kreieren.

Das in Europa am weitesten verbreitete Rauschmittel ist und bleibt Cannabis: Ein Viertel aller erwachsenen Europäer hat schon einmal Cannabis konsumiert. Am häufigsten greifen junge Männer im Alter zwischen 15 und 34 Jahren zum Joint. Bis zu 2,5 Prozent der jungen Erwachsenen rauchen täglich Cannabis.

Allerdings ist der Konsumationszenit der 90er-Jahre längst überschritten, mittlerweile geht der Cannabiskonsum zurück. Als Trendbarometer fungiert Großbritannien: Es war eines der ersten Länder, die damals einen sprunghaften Anstieg verzeichneten. Und nun ist es eines der ersten Länder, die einen Rückgang melden – dieses Muster ist symptomatisch für Europa, denn auch andere Staaten, darunter Österreich, verzeichnen, dass weniger Cannabis geraucht wird. Die wenigsten Joints werden übrigens in Rumänien, Zypern und Malta konsumiert, die meisten in Dänemark, Frankreich und Großbritannien.

Beim Konsum von Kokain und Heroin hat sich wenig verändert: Etwa vier Millionen Europäer haben im vergangenen Jahr Kokain konsumiert. In den 90er-Jahren war die Zahl der Kokainabhängigen gesunken, doch seit 2002 steigt sie wieder. In Spanien, Großbritannien und Italien wird am meisten Kokain und Heroin geschnupft und gespritzt. Europaweit gehen auch die meisten Drogentoten auf das Konto von Heroin und Kokain.

Weit verbreitet sind weiters Amphetamine: 81 Prozent der Labors, die Amphetamine für den hiesigen Markt erzeugen, befinden sich in Europa (Niederlande, Polen und Belgien). Hauptkonsument sind – wieder einmal – Großbritannien und Dänemark. Hochburg für Met-amphetamine ist übrigens die Tschechische Republik.

 

Sauberes Rumänien

Die Autoren weisen auch auf den problematischen Mischkonsum von Suchtmitteln hin, der bisher viel zu wenig beachtet wurde. Außerdem besteht laut jüngsten Daten bei Schülern ein enger Zusammenhang zwischen „Komasaufen“ und Drogenkonsum.

Übrigens: Das „cleanste“ europäische Land ist Rumänien.

 

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.11.2009)

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13 Kommentare
Gast: pferdekopf
05.11.2009 23:50
2 0

die droge Nr.1 in Österreich

ist Alkohol!! Der ist legal, und da kommen jedes Jahr tausende Östereicher ums Leben. Ob Leberziro,Verkehrsunfall, Familiendrahmen oder Suizid. Alkohol ist da immer im Spiel.
Bleib nur die Frage; warum flüchten sich so viele Österreicher in die legale Droge Alkohol??
Und warum ist Alkohol weiterhin legal zu bekommen???
Ach ja, vor kurzem hab ich gehört,daß Wodka mit Zitronensaft gegen die Schweinegrippe helfen soll - aber das verschweigt uns die Pharmaindurstrie!!

toranaga
05.11.2009 17:56
1 0

grotesk...

"Man nimmt an, dass in Österreich zwischen 22.200 und 33.500 Personen in Österreich problematischen Drogenkonsum betreiben."

angesichts der tatsache, dass es in ö ein paar hundert tausend menschen gibt, die entweder von alkohol oder/und pharmazieprodukten abhängig sind ist so eine meldung fast schon wieder witzig.

Gast: gast
05.11.2009 15:41
0 0

solange unter anderem die uno, dafür sorgt, das

die opium plantagen gut ausfallen und dann jeweils die ernte auf die länder in ruhe aufteilen wirds auch immer wieder menschen geben die diese substanz unterschätzen und dann ewigst abhängig sind oder bald sterben es ist leider so!

Natürlich werden solche fakten nicht in den massenmedien preis gegeben!

Gast: Passant
05.11.2009 13:09
1 0

Der Gruß am Karlsplatz


"Brauchst a Substi ?"

Ein Standardsatz, im Vorbeigehen zu hören, wenn man die Opernpassage frequentiert.

So kann man auch behaupten, der Drogenkonsum in Ö geht zurück.
Aber: Die Ersatzdroge ist auch eine Droge.



Gast: pronstar
05.11.2009 11:09
1 0

...

"Illegaler Drogenkonsum in Österreich betrifft zumeist Menschen, die damit in bestimmten Lebensphasen experimentieren."

Und Raserei betrifft hauptsächlich Menschen die in gewissen Lebensphasen zu schnell fahren. Wenn obiges die Hauptaussage des Drogenberichtes ist dann war das Geld dafür umsonst investiert.


1 1

einfach grotesk!

Wer wird schon zugeben, dass er illegale Drogen zu sich nimmt?

Firemage
05.11.2009 14:55
0 0

Re: einfach grotesk!

jeder, der anonym dazu befragt wird.

Gast: Arnot
05.11.2009 10:04
4 1

Wenn man die Drogendealer verhätschelt, anstatt abzuschieben

dann ist halt ständig für Nachschub gesorgt. Wie wäre es, die Quelle auszutrocknen. Aber da gibt es dann einen Aufschrei der Gutmenschen. Die armen Asylanten darf man doch nicht abschieben. Lieber nimmt man den Tod der einheimischen Jugend in Kauf.

qed_
05.11.2009 20:42
0 0

Re: Wenn man die Drogendealer verhätschelt, anstatt abzuschieben

Ich muss Benutzer "Beobachter" recht geben. Das Problem ist nicht das Angebot, sondern die Nachfrage. Solange die da ist, wird es immer jemanden geben, der damit sein Geld macht.
Realistischerweise wird die Nachfrage aber sicher vorhanden bleiben. Darum kann der Drogenkriminalität nur durch teilweise Legalisierung bzw. kontrollierte Abgabe ein Riegel vorgeschoben werden.
Dem naiven "Traum" einer drogenfreien Welt, wird sich im Land des übermäßigen Alkohol- und Tabak-Konsums wohl niemand hingeben.

Antworten Gast: Beobachter
05.11.2009 12:03
0 4

Re: Wenn man die Drogendealer verhätschelt, anstatt abzuschieben

Wohin wollen Sie einen dealenden Oesterreicher abschieben? Oder gibt es diese Ihrer Meinung nach nicht?

Etwas nachdenken, bevor man solchen Unsinn postet, waere angebracht! Fuer manche scheint es nur die Hauptsache zu sein, einen Grund zu finden um wieder einmal mehr gegen "Asylanten" und "Gutmenschen" hetzen zu koennen. Ob es nun passt, oder auch nicht.


Antworten Antworten Gast: Arnot
05.11.2009 17:33
0 0

Re: Re: Wenn man die Drogendealer verhätschelt, anstatt abzuschieben

Solche Märchen können Sie Ihren grünen Parteikollegen erzählen. Jeder, der die Brennpunkte passiert weiß, wer dieses Spiel betreibt.

Antworten Antworten Gast: gralchemist
05.11.2009 14:17
0 0

Re: Re: Wenn man die Drogendealer verhätschelt, anstatt abzuschieben

Schön gesagt - da stimme ich Ihnen voll und ganz zu.
Abgesehen davon sollte man endlich einmal Statistiken über unsere 'legalen' Drogendealer und -konsumenten erstellen. Die Anzahl an Valium-Abhängigen, oder besser gesagt, von der Pharmaindustrie und Ärzten abhängig gemachten, ist höchstwahrscheinlich höher als die Anzahl aller von illegalen Drogen Abhängigen gemeinsam.
Und dann würde ich auch gerne einmal sehen, wer z.B. an großangelegten Grippeimpfaktionen verdient. Vielleicht ganz zufällig Pharmafirmen, die Politikern gehören, wie z.B. Hr. Bartenstein's.


Antworten Antworten Antworten Gast: gast
06.11.2009 19:01
0 0

Re: Re: Re: Wenn man die Drogendealer verhätschelt, anstatt abzuschieben

aepfel und birnen. Medikamentenmissbrauch ist ein ernstes Problem, aber soll deswegen die Vermeidung von Drogenmissbrauch vernachlaessigt werden? Ausserdem sollten Sie vielleicht mal kurz ueber den fundamentalen Unterschied zwischen Drogen und Medikamenten nachdenken. Schliesslich ist es nicth egal ob man Nebenwirkungen und Suchtgefahr im Rahmen einer Therapie oder nur fuer ein High in Kauf nimmt. Wenn Sie das Thema wirklich interessiert verwenden Sie 5 Minuten Ihrer kostbaren Zeit und befragen das Orakel von Google. Da koennen Sie dann auch nachlesen das Bartenstein's Firma mit Impfungen nichts zu tun hat (mit Schmerzmitteln sehr wohl). Und wenn dann noch ein bisschen Muse uebrig ist, ueberlegen Sie mal was los waere wenn die Regierung verkuendet Sie unternimmt nichts gegen die Grippe, und jeder soll selbst schaun wo er bleibt.

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