Ein zwei Jahrzehnte lang irrtümlich als Koma-Patient behandelter Belgier hat nach Bekanntwerden seiner dramatischen Geschichte am Montag ein Fernsehinterview gegeben. Der querschnittsgelähmte Rom Houben, der sich über eine Bildtastatur an seinem Rollstuhl mit der Außenwelt verständigt, klagte vor laufenden Kameras über seine "totale Hilflosigkeit".
Bis die Fehldiagnose 2006 festgestellt wurde, war der heute 46-Jährige 23 Jahre lang als Wachkoma-Patient behandelt worden und konnte sich nicht dagegen wehren. "Mein Geist funktionierte weiter. Es war kein Koma, sondern ein Eingesperrtsein", erklärte Houben nach Angaben des Fernsehsenders RTBF. Sein Fall wurde am Sonntag vom "Spiegel" öffentlich gemacht.
Ärzte und Pfleger hatten den Houben als hoffnungslosen Fall eingestuft. Der Belgier, einst Kampfsportler und Ingenieurstudent, war 1983 nach einem schweren Autounfall ins vermeintliche Wachkoma gefallen. Erst eine neuerliche Untersuchung an der Universität von Lüttich brachte ans Licht, dass Houben in Wahrheit all die Jahre nur gelähmt war.
(Ag./Red.)

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