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China: Die unharmonische Gesellschaft

29.05.2010 | 18:07 |  von BURKHARD BISCHOF (Die Presse)

Blutbäder an Kindern, Serienselbstmorde in Fabriken - der rasende soziale Wandel in der Volksrepublik China fordert immer mehr Opfer. Selbst Premier Wen spricht über tief verwurzelte Probleme.

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Wu Huanming galt in seinem Dorf Linchang in der Provinz Shaanxi schon lange als unangenehmer Zeitgenosse. „Der redete immer wieder wirres Zeug, der schien nicht mehr im Gleichgewicht“, erzählte eine Verwandte über den 48-Jährigen. Nicht mehr im Gleichgewicht sein – das ist für die Chinesen normalerweise ein Alarmzeichen. Doch im Fall Wu Huanming wurde es nicht beachtet.

Am 12. Mai sagte er seiner Untermieterin Wu Honying, sie solle mitsamt ihrem Kindergarten endlich aus seinem Haus verschwinden, da der Mietvertrag Ende April abgelaufen sei. Flehentlich bat Frau Wu, noch bis im Sommer bleiben zu können. Wu Huanming steigerte sich immer mehr in seinen Zorn hinein, rannte schließlich ins Haus, holte ein Küchenbeil und begann damit auf Umstehende einzuhacken. Nach seinem Blutrausch waren fünf Buben und zwei Mädchen tot, ebenso die Kindergärtnerin und ihre 80-jährige Mutter. Nach der Tat beging er Selbstmord.

Das Blutbad von Linchang ist nur ein weiterer Fall in einer Serie von Wahnsinnstaten, die die chinesische Öffentlichkeit seit Monaten in Atem halten. Die Serie begann am 23. März, als ein ehemaliger Arzt in der südöstlichen Provinz Fujian acht Kinder erstach – „mit voller Absicht“, wie er später selbst sagte.

Hinter den Glitzerfassaden. Gerade ist die Volksrepublik China dabei, sich der Welt von ihrer supermodernen, hyperdynamischen, modellhaften Seite zu zeigen – bei der größten Expo aller Zeiten, der Weltausstellung in Shanghai. Da kommt es natürlich ungelegen, wenn in den Medien plötzlich Blutbäder an Kindern und Serienselbstmorde in Riesenfabriken infolge von Arbeitsbedingungen wie in einem Strafbataillon Schlagzeilen machen. Die Propagandabehörden ordneten deshalb an, die Berichterstattung über die Mordserien zurückzufahren, gewiss auch, um nicht weitere Nachahmungstäter zu animieren.

Dennoch ist klar: Hinter den Glitzerfassaden der aufsteigenden Weltmacht verbirgt sich eine gestresste, psychisch erkrankte Gesellschaft. Abermillionen Chinesen halten bei der Aufholjagd ihres Landes an die Weltspitze nicht mehr mit, ertragen den rasenden sozialen Wandel nicht mehr. Sie bleiben erschöpft zurück – und manche drehen durch. Am 13. Mai gestand selbst der Premier Wen Jiabao in einem Interview mit dem Hongkonger Fernsehsender „Phoenix TV“ ein, dass in der heutigen chinesischen Gesellschaft die Dinge nicht mehr richtig im Lot seien. „Wir müssen ein sicheres Umfeld schaffen, nicht nur für die Kinder, sondern für jedermann. Daneben aber müssen wir die tief verwurzelten Ursachen bekämpfen, die diese Probleme auslösen. Wir müssen die sozialen Widersprüche in den Griff kriegen und Streitlösungsmechanismen für die Basis der Gesellschaft entwickeln.“

Welches genau die sozialen Probleme sind, die aus der „harmonischen Gesellschaft“, wie sie das jetzige Führungsduo Hu Jintao/Wen Jiabao propagiert, eine schwer gestresste, nervöse, unharmonische Gesellschaft machen, sagte der Regierungschef nicht. Aber Sozialwissenschaftler zählen eine ganze Litanei auf: etwa die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich; das nur sehr weitmaschig geknüpfte Sozialnetz; die immer loser werdenden sozialkommunikativen Verbindungen auf allen Ebenen; steigende Scheidungsraten; geringe Arbeitsplatzsicherheit; viel zu wenig Arbeitsplätze für Universitäts- und Hochschulabgänger; rücksichtslose Ausbeutung durch die Arbeitgeber in vielen Betrieben. Das alles bringt die Menschen und damit die Gesellschaft aus dem Gleichgewicht. Dazu kommen noch die Wut über die Allmacht der Bürokraten, der Zorn über die wuchernde Korruption sowie ein tiefes Misstrauen gegenüber dem Rechtssystem, das als ungerecht empfunden wird. Da glauben dann viele, die Dinge selbst in die Hand nehmen zu müssen. Folge all dieser Stressfaktoren sind massenhaft Selbstmorde. Jährlich bringen sich in China zwischen 250.000 bis 300.000 Menschen um. „Suicide Prevention International“ gibt auf der Website der Weltgesundheitsorganisation an, dass Chinas Anteil an den weltweit begangenen Selbstmorden zwischen 30 und 40 Prozent beträgt. In der Altersgruppe der 15- bis 34-jährigen Chinesen sei Selbstmord die häufigste Todesursache.

Nach Angaben chinesischer Wissenschaftler leiden mehr als 170 Millionen Menschen in China an psychischen Problemen, aber höchstens fünf Prozent von ihnen werden medizinisch betreut, will die britische Fachzeitschrift „Lancet“ herausgefunden haben. Kein Wunder, sind gerade einmal 20.000 Psychiater in dem 1,3-Milliarden-Einwohner-Land registriert.

Kahle Äste. Zu einer wachsenden Risikogruppe und damit Gefahr für die soziale Ordnung werden die Junggesellen – „kahle Äste“, wie sie genannt werden. Und die werden immer mehr. In einigen Provinzen Chinas beträgt als Folge von selektiven Abtreibungen das Verhältnis bei den Neugeborenen 130 Buben zu 100 Mädchen.

Die Chinesische Akademie für Sozialwissenschaften rechnete zu Beginn dieses Jahres vor, dass 2020 bereits 24 Millionen Männer im heiratsfähigen Alter keine Frau finden werden, andere Schätzungen gehen sogar von bis zu 40 Millionen Junggesellen in zehn Jahren aus. Schon vor 13 Jahren zeigte sich die Zeitschrift „Bejing Luantan“ von dem wachsenden Überschuss an Junggesellen alarmiert: „Sexualverbrechen, Entführungen von Mädchen, Prostitution, Vergewaltigungen, Homosexualität, verrückte Sexualpraktiken könnten gesellschaftliche Phänomene werden.“

Auf jeden Fall dürften mit den Junggesellenüberschuss auch Aggression und Kriminalität wachsen. Die beiden Politikwissenschaftlerinnen Valerie Hudson und Andrea Den Boer schreiben in ihrem Buch „Kahle Äste“ zum Junggesellenproblem in China: „Wenn erst einmal die Funken sprühen, stellen die ,kahlen Äste‘ das Anmachholz dar, das ausreicht, die Funken in ein Feuer zu verwandeln, das größer und gefährlicher wird als unter normalen Umständen.“

Drei Viertel aller Selbstmorde in China werden in ländlichen Regionen begangen, wobei sich unverhältnismäßig viele Frauen umbringen. „Mädchen, die in China auf dem Land aufwachsen, haben nie das Gefühl, geliebt zu werden“, war in einem chinesischen Frauenmagazin zu lesen.

Der soziale Wandel durch die Modernisierung verschärft die Alltagssituation der jungen Frauen. Häufig sind die Ehemänner als Wanderarbeiter tausende Kilometer weit von zu Hause entfernt in einer der Boomstädte. Die Frauen müssen allein die Kinder aufziehen, Felder bestellen, sich um die Haustiere kümmern, kochen, waschen. Vielen wird das alles zu viel.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.05.2010)

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23 Kommentare
manhattan
30.05.2010 18:48
2 0

Der Leistungsdruck in China und anderen asiatischen Ländern ist unmenschlich.

Für 200€ Monatslohn arbeiten ChinesInnen 10 und mehr Stunden pro Tag, leben in firmeneigenen Wohncontainern. Eltern lassen ihre Kinder in der Obhut der Großeltern um als Wanderarbeiter Geld für die Schule der Kinder zu verdienen. Als die Finanzkrise kam, wurden tausende Fabriken geschlossen, Millionen von WanderarbeiterInnen standen vor verschlossenen Toren.
Ich kenne hier in Wien eine Chinesin, schwerbehindert durch eine Frühgeburt. Sie macht eine Lehre zur Bürokauffrau und ist im Rollstuhl vollkommen selbständig. Ihre Eltern führen ein China-Restaurant und verlangen von ihr, dass sie am Wochenende mithilft. Vom Rollstuhl aus kann sie nur den Geschirrspüler einräumen. Sie wehrt sich eh, so gut sie kann, für ihre Mutter, die sich nie um sie gekümmert hat, ist sie nutzlos, wenn sie nicht nach ihrer eigenen Arbeit, der Schule im Betrieb mithilft.
Diese Brutalität, arbeiten bis zum Umfallen, ausnutzen jeder noch so geringen Arbeitskraft, das befähigt die Chinesen hier in Europa "all you can eat" für 6€ anzubieten. Menschen mit besonderen Bedürfnissen sind eine Schande und werden versteckt, meine Bekannte wurde vom Großvater täglich zur Schule getragen, die Eltern rackerten sich in Österreich ab und nachdem sie eingebürgert waren, durften auch die Kinder herkommen. Erst hier erhielt sie einen Rollstuhl und angemessene Therapien. Trotz ihrer Leistungen wird sie von der Mutter verachtet, weil sie nicht gehen kann.

Antworten Gast: joh03
30.05.2010 19:51
1 3

Re: Der Leistungsdruck in China und anderen asiatischen Ländern ist unmenschlich.

Man sollte schon gerecht sein:
1. Die Finanzkrise, welche auch die Wanderarbeiter betraf, wurde nicht von China sondern von amerikanischen und europäischen Zockern verursacht.
2. Der Verdienst von € 200.- entspricht in China ca. RMB 2.100.- und das ist nicht schecht( Faktor 10)-würde bei uns ca. € 2000 .- sein.
3. Dass Kinder erst nachkommen dürfen, nachdem die Eltern die Staatsbürgerschaft erlangt haben, halte ich für ein Märchen (siehe Aufenthaltsgesetz).
4. Ein Essen um € 6.- gibt es auch in vielen normalen Gasthäusern, und ist nicht außergewöhnlich. Aber wahrscheinlich wird von dir nur das Lokal Steirereck besucht.
5. Ich glaube nicht, dass deine Bekannte von ihrer Mutter verachtet wird, ansonsten bekäme sie keine Therapie und wäre auch nicht in Österreich.
6. Gerade für Menschen mit besonderen Bedürnissen werden jetzt in China gewaltige Anstrengungen unternommen und überall entstehen Häuser mit Hilfeleistungen und besondere Schulen. Hier dürfte Fehlinformationen vorliegen. Unter anderem unterrichten österr. Sonderschullehrer in Peking und Shanghai in derartigen Schulen und bilden Lehrer aus.
7. Auch die Psychologie macht gewaltige Forschritte und ohne viel Tam-tam werden die derzeitigen Vorfälle genau untersucht, wobei man damit für die Zukunft lernen will. Allerdings werden im Gegensatz zu Europa oder USA derartige Täter nicht gleich wieder freigelassen oder erhalten eine Pseudohaftstrafe, nach deren Absitzung sie wieder gleiche Taten verrichten.

Antworten Antworten manhattan
30.05.2010 22:04
1 0

Sehr geehrter joh03

1. Sie haben keine Ahnung
2. Ich habe noch nie im Steirereck gegessen und habe es auch nicht vor dort zu essen
3. In diesem speziellen Fall wurden die Kinder nach Österreich geholt, nachdem die Eltern die Staatsbürgerschaft erlangt hatten.
4. Gott sei Dank hat die Mutter keinen Einfluss darauf, welche Therapie ihr Kind erhält. Als das Mädchen mit 16 Jahren nach Österreich kam, war das Jugendamt alert und hat die notwendigen Therapien veranlasst.

5. Die Behinderung des Kindes ist für die Mutter lästig, und sie lässt es die Tochter spüren. Aber die Tochter ist stark und sie wird ihren Weg gehen.

6. Dass auch österreichische Gastwirte Menüs um 6€ anbieten beruht darauf, dass diese Wirte sich selbst ausbeuten.

7. Behinderte haben in China keinen Wert, glauben Sie was sie wollen.

2 0

Re: Der Leistungsdruck in China und anderen asiatischen Ländern ist unmenschlich.

Ich finde es gut, dass Sie den Leistungsdruck derart hervorheben. Da lege ich noch einen drauf und verweise auf die Artikel in untenstehenden links, um die mitunter unmenschlichen Arbeitsbedingungen deutlich vor Augen zu führen.
Da wäre das Problem der Staublunge, mit der eine Vielzahl chinesischer Arbeiter ihr Leben bezahlen. Nicht nur Minenarbeiter, die in Steinbrüchen die schönen Natursteine abbauen, mit denen wir unsere Straßen und Häuser verschönern, auch Edelsteinschleifer sterben daran. Man könnte das mit einem professionellen Absaugen des Schleifstaubes in Kombination mit einer tauglichen Mundmaske vermeiden. Verwendet werden jedoch einfache Stoffmasken, die nichts taugen und für die die Arbeiter bezahlen müssen!
Bei Todesfällen schützt man sich vor Klagen dadurch, dass die Schleifbetriebe geschlossen und in einer anderen Provinz wieder aufgebaut werden, in China eine bewährte Praxis.
Ich kenne mich berufsmäßig in der Schmuckbranche gut aus.
Während unsere in Österreich geschliffenen Steine in China stolzen Einfuhrabgaben in der Höhe von ca. 45 % unterliegen, kommen die chinesischen zollfrei in die EU.
Geschliffen wird in China nicht nur in unabhängigen Privatbetrieben, sondern - noch billiger - auch in Gefängnissen! Auch diese Ware kommt zollfrei nach Österreich und vernichtet hier Arbeitsplätze. Solche Dinge muss man schon berücksichtigen.
http://www.lac.org.hk/en/modules/magazine/article.php?articleid=49
http://www.lac.org.hk/en/modules

0 0

Re: Re: Der Leistungsdruck in China und anderen asiatischen Ländern ist unmenschlich.

der 2. link war nicht richtig widergegeben worden, jetzt sollte es passen:
http://www.lac.org.hk/en/modules/magazine/article.php?articleid=50

manhattan
30.05.2010 18:04
0 0

Nicht dass ich einen Kindermörder entschuldigen will:

..."Aber, anders als in unserem alten Europa, geht China seine Probleme zum grossen Teil sehr ambitioniert an..."
Sehr ambitioniert, den Mörder zwei Wochen nach der Tat zu verurteilen und hinzurichten! Kopf ab und aus. Was ist da bitte ambitioniert? Wurde nach den Ursachen für die Tat geforscht, nicht um sie zu entschuldigen, aber vielleicht gleiche Taten in Zukunft zu vermeiden.

1 0

Thema verfehlt

Wenn der chines. Premier im Artikel richtig zitiert wurde und die Fakten annähernd stimmen, dann sind solche Artikel allemal wertvoll. Auch wenn eine Spur Schlagzeilen-Journalismus mitspielen mag - sollte man solche Dinge etwa verschweigen?
Von Chinas Aufstieg wird ja auch eindrucksvoll berichtet.
Ich stimme mit einigen der Kommentatoren natürlich überein, dass wir Europäer einiges von den Chinesen lernen können und dass wir auch hausgemachte Probleme haben. Der Artikel behauptet auch nicht das Gegenteil. Deswegen meine ich, dass ein paar Kommentare in einem Übereifer des "Besserwissens" das Thema verfehlen.

Gast: Marco Polo
30.05.2010 11:43
1 4

Wie waere es?

wenn der geschaetzte Autor dieses Artikels die Zahlen in eine Relation bringt. Er wuerde sehr schnell bemerken, dass jede Gesellschaft mit Selbstmorden, Alkohol, Drogen etc zu kaempfen hat. Es wird in China wahrscheinlich nicht mehr als anders wo sein, aber oberflaechliche Sensationen verkaufen sich halt besser. Es ist unbestritten, dass China mit einer Menge Problemen konfrontiert ist. Aber, anders als in unserem alten Europa, geht China seine Probleme zum grossen Teil sehr ambitioniert an. Vielleicht sollte, die Berichterstattung endlich einmal Rechnung tragen, dass China nicht mehr der zu belaechelnde 3te Weltstaat ist. Wie viele meiner oesterreichischen Mitbewohner, die in China wohnen, wundert man sich was man da so unreflektiert in diversen Zeitungsartikel oesterreichischer Medien liest. Die Amerikaner sind da schon wesentlich naeher an der Realitaet, als Europa. Wer in China lebt und arbeitet, wundert sich woher Europa noch den Mut nimmt, noch immer als Schulmeister zu fungieren. Lernen wir Europaer nichts aus der Geschichte, oder sind wir einfach nur blind.

Gast: joh03
30.05.2010 10:33
1 7

Der Artikel ist Panikmache a la Boulevardzeitung

Nachdem ich als Unternehmer in China zu tun habe, verfolge ich die Entwicklung auch sehr genau. Und hier kann ich nur feststellen, dass sich die Bedingungen für die Menschen rasant verbessern. Dass natürlich-im Verhältnis zur Größe des Landes und der Einwohnerzahl- auch manchmal negative Ereignisse ergeben, ist normal und darf nicht überbewertet werden.
Woher allerdings diese "westlichen" Politikwissenschaftlerinnen ihre Zahlen haben, mag der Himmel wissen, denn das sind reine Fantasiezahlen. Übrigens, wegen der hohen Scheidungsziffern: Die Scheidung gibt es noch nicht sehr lange in China !! Und:
Komischerweise zähle ich in Shenzhen (Millionenstadt neben Hongkong) ca. 75% Frauenanteil, am Land sind es ca. 55%.
Mnachmal habe ich das Gefühl, die Zeitungen müssen immer etwas Negatives über China berichten, welches sie aus irgendwelchen Fantasien hervorzaubern. Besser wäre es, einmal die positiven Seiten der Wandlung hervorzuheben. Die gewaltigen Anstrengungen der letzten Jahre sind meines Erachtens wirklich bewundernswert, und hier könnte sich Europa ein Beispiel nehmen(z.B. Korruptionsbekämpfung....bei uns gehen diese Leute fast straffrei aus...!).

Antworten Herman
30.05.2010 11:30
2 0

Re: blah blah

. . . Schuster bleib bei Deinem Leisten.
Persönlich habe ich leider zu viel Einblick in China, auch Verwandte, Enkelsohn spricht Chinesisch und wünschte nicht nur für China, sondern auch im Westen, eine Politik für soziale Gerechtigkeit, Familie und Frieden.
Doch ohne christlichen Werte in der Politik kann und wird sich nichts ändern.

2 1

Ein hoher Preis,

aber heutzutage zählen doppelstellige Wachstumsraten und Währungsreserven (China 2,5 Billionen USD) mehr als der Mensch und die Umwelt, welche beide im Mittelpunkt stehen sollten. Ich bin neugierig, ob den Worten des Premiers auch Taten folgen.

Antworten der__mann
30.05.2010 11:01
0 0

heutezutage

wann war das bitte anders?

der mensch hat noch nie viel gezählt - heute ist ein menschenleben noch am meisten wert, wenn man unsere wahnsinnigen verkehrsgesetzte etc. betrachtet.

der chinese soll sich nicht umbringen sondern das gewehr in die hand nehmen und politiker und wirtschaftsbosse killen - nicht kleine kinder.

dazu ist er aber scheinbar nicht in der lage !!!

Antworten Faktum Est
30.05.2010 07:33
1 1

Welche "Taten" sollten denn Ihrer Meinung nach folgen?

2,5 Billionen USD: das sind rd. EUR 1.500 pro Person. Das ist nicht viel! Damit läßt sich jedenfalls kein Sozialstaat à la Österreich finanzieren... Würde China seine Reserven auf's Spiel setzen würde dies der Bevölkerung eher schaden als nützen: China verlöre seine Machtbasis in der Welt. China wäre nur noch einer unter vielen Bankrotteuren.
"Kahle Äste": von Staats- & Provinzseite gibt es bereits massive Förderprogramme für Mädchen! So bekommen Mädchen - im Gegensatz zu Buben - in manchen Gegenden Gratisschulbildiung und Gratisgesundheitsversorgung! Sie werden positiv diskrimminiert! Und es ist Ärzten strengstens verboten, den Eltern vor der Geburt das Geschlecht des Kindes zu nennen... Was soll eine Regierung denn Ihrewr Meinung nach noch tun?

Antworten Antworten Herman
31.05.2010 06:14
0 1

Re/Faktum Est: Welche "Taten" sollten denn Ihrer Meinung nach folgen?

. . . weg von der unkontrollierbaren Globalisierung.
Kontrolliert kann nur innerhalb der Landesgrenzen werden.
Grundsätzlich müssten gleiche Einkommensverhältnisse geschaffen werden.
Den Anfang hätte die Union vor der Illusion, dass der Euro Europa stark macht, bewerkstelligen müssen.
Der unkontrollierbare Kapitalismus in China bedeutet Anarchie, welches bereits zum Desaster führt.
Und kein Mensch dürfte sich bewusst sein, dass die Politik links und rechts samt den 'big banks' die ganze
Welt zum Spekulations-Hub macht.

1 0

Re: Welche

Da müssen Sie nur den Artikel etwas genauer lesen:

Tempo der Entwicklung auf ein Menschen- und Umwelt-verträgliches Maß herunterfahren, rücksichtslose Ausbeutung durch Arbeitgeber und sinnlose Gier bekämpfen, Sozialnetz verbessern, Kluft zwischen Arm und Reich reduzieren, Korruption reduzieren, Allmacht der Bürokraten reduzieren usw.
Die Gefahr eines Bankrottes sehe ich dadurch nicht, so wie es sich darstellt, läuft China Gefahr, einen menschlichen und Umwelt-Bankrott zu erleiden. Der wäre viel schlimmer!

Antworten Antworten Antworten Faktum Est
30.05.2010 09:14
0 5

Ich arbeite in China - Sie nicht.

Mit Ihren weltfremden Träumen sind Sie bei ATTAC wahrscheinlich besser aufgehoben, als "in the real world"...
Tempo der Entwicklung auf ein Menschen- und Umwelt-verträgliches Maß herunterfahren: ohne das Entwicklungstempo können nicht genügend Jobs für Junge geschaffen werden. Das hohe Wirtschaftswachsum resultiert nämlich nur zum geringsten Teil aus einer Effizienzsteigerung, sondern zum Großteil aus ZUSÄTZLICHER Arbeitskraft (sprich ZUSÄTZLICHEN Jobs).
Sozialnetz verbessern: dazu fehlt schlichtweg das Geld (USD 2,5Bio klingt viel, hilft aber niemandem weiter) - und wozu Sozialnetze à la Europa führen, sehen wir gerade selbst! Sie führen direkt in den Staatsbankrott!
Korruption reduzieren: die Regierung kämpft mit (brutaler) Härte dagegen: gerade wurde der ehemalige Polizeichef von Chongqing zum Tode verurteilt... was wollen Sie noch?
Kluft zwischen Arm und Reich reduzieren: nur wenn Menschen den amerikanischen Traum vom Tellerwäscher zum Millionär leben dürfen, gründen sie Unternehmen und schaffen Arbeitsplätze! Deng hat den Chinesen Visionen, den Traum vom Reichtum geschenkt - und konnte China so von der Geißel des Hungers befreien. Der Lebensstandard in China ist heute über weite Strecken mit demjenigen Europas vergleichbar - und zwar WEIL es Reiche gibt...


Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Paul Erhart
30.05.2010 13:13
1 1

China

Bin gerade zum 6. Mal laengere Zeit in China unterwegs und kann leider nur feststellen, dass freilich China Probleme hat - welches Land denn nicht? Und was die Selbstmorde betrifft etc, kann man die doch nur unter Beruecksichtigung der Einwohnerzahl messen..wie vieles Andere eben auch.
Ich habe oft den Eindruck, dass sich haeufig Journalisten - und eben Leserbriefschreiber - zu Wort melden, die EINE Zahl aus einer Statistik gehoert haben und glauben, damit ALLES zu wissen.
Die Leistung der Chinesen und ihrer Regierung ist aber hoch einzuschaetzen. Nur koennen sich die wenigsten ueberhaupt vorstellen, was das bedeutet!

Antworten Antworten Antworten Antworten der__mann
30.05.2010 11:08
4 2

geh bitte

der wohlstand europas kommt davon, weil wir sozial agiert haben.

wo das hinführt keinen sozialstaat zu haben, können sie überall auf der welt beobachten.

und der mensch ist LANGFRISTIG am leistungsfähigsten, wenn er sozial abgesichert ist.

der derzeitige untergang europas kommt nicht von den faulen sozialempfängern sondern von den faulen und dummen unternehmern, die noch immer in strukturen verharren, die mit verlaub geschäftschädlich sind.

wenn sie beispiele brauchen - treffen wir uns und ich zeige ihnen unternehmen und wie "wohlstand" im sinne von schlechten strukturen und schlechter humanressourcen verwendung - verschwendet wird.

wir könnten sofort 10-15 prozent leistungsfähiger sein, wenn wir endlich von überholten mustern abstand nehmen würden und leistungsorientiert und nicht anwesenheitszeit orientiert agieren würden.

Antworten Antworten Antworten Antworten JEF
30.05.2010 10:43
1 4

Re: Die Sozialnetze Europas stossen an ihre Grenzen,

weil damit Millionen integrationsunwilliger Zuwanderer gesponsert werden.
China tut das nicht, und fährt trotzdem an die Wand...

0 2

Re: Ich arbeite in China - Sie nicht.

Erstens - ich arbeitete 7 Jahre in China, bin seither 3mal im Jahr in China und jeden Tag im Kontakt. Insofern ist Ihre riskante Annahme, dass ich nicht in China arbeite gerade noch richtig.
Zweitens - ich bin kein Träumer, sondern Realist.
Drittens - ein krankes Land mit kranken Leuten wird nicht zur Weltmacht.
Viertens - wohin der amerikanische Traum in den USA geführt hat ist offensichtlich.
Interpretieren Sie in Ihrem Eifer nicht mehr in meine Aussagen hinein als ich meine!

http://www.indexmundi.com/china/reserves_of_foreign_exchange_and_gold.html

Antworten Gast: Geschichte
30.05.2010 02:23
0 1

Re: Ein hoher Preis,

erst heutzutage?

Antworten Gast: ...
29.05.2010 22:58
4 1

Re: Ein hoher Preis,

In China zählte der einzelne Mensch noch nie etwas.

Mitgefühl ist für die Führung Chinas ebenso ein Fremdwort.

Dieses große Land wird zwangsläufig auf dramatische Art und Weise untergehen.

Restrussland alias Sowjetunion ist ebenfalls auf dem bestem Weg unterzugehen da die Führung die Menschen noch immer wie Dreck behandelt.

Antworten Antworten der__mann
30.05.2010 11:10
0 1

russland

ist doch schon lange am ende.

die haben noch ein paar sowjet-splitterländer, wie man gestern beim song-contest gesehen hat.

die wurden bei jedem voting ausgebuht - als einzige.
das ist sinnbildlich für den zustand des landes und dessen standing in der welt.

man könnte fast sagen russland? who the fuxx is russland?

russland ist nurmehr ein rohstofflieferant sonst nix mehr ...