Beim schwersten Zugunglück in Spanien seit Jahren sind in dem Küstenort Castelldefels nahe Barcelona 13 Menschen ums Leben gekommen. Zunächst war man von zwölf Todesopfern ausgegangen, doch die Analyse der Leichenteile habe gezeigt, dass eine weitere Person ums Leben gekommen ist. 14 Menschen wurden verletzt, drei davon sind in kritischem Zustand, berichteten die Einsatzkräfte am Donnerstag.
Die Jugendlichen im Alter von 16 bis 26 Jahren - nur eine Frau war bereits 45 - waren gerade mit einem Nahverkehrszug aus Barcelona am Bahnhof von Castelldefels angekommen und überquerten die Gleise, als sie um 23.23 Uhr von einem Schnellzug erfasst wurden. Der Schnellzug von Valencia nach Barcelona kam erst mehrere hundert Meter nach dem Unfall zum Stehen. Die Toten sind so entstellt, dass sie zunächst nicht identifiziert werden konnten. Der Lokführer steht unter Schock.
Die Behörden machten die Opfer für den Unfall verantwortlich. Sie hätten leichtsinnig gehandelt, weil sie die Gleise überquerten anstatt die Unterführung zu nutzen, sagte der katalanische Regierungschef José Montilla. Die Bahngesellschaft Renfe wies jede Schuld von sich: Seitens des Unternehmens seien alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten worden.
Nach Aussage von Überlebenden war die Unterführung wegen der Menschenmenge überfüllt. Andere erklärten, sie sei geschlossen gewesen. Renfe wies das zurück. Der Zug habe außerdem bei der Einfahrt in den Bahnhof mit einem Signalton gewarnt. Bürgermeister Joan Sau räumte ein, dass eine ebenfalls vorhandene Fußgängerbrücke wegen Bauarbeiten gesperrt war.
Etwa 40 Rettungswagen und Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr waren am Unglücksort. Noch in der Nacht trafen auch erste Angehörige der Opfer ein. Der Zivilschutz brachte sie in die Stadthalle der 62.000 Einwohner zählenden Gemeinde. Dort wurden sie von Psychologen betreut.
Es ist schwerstes Zugunglück in dem Land seit 2003. Damals waren nahe der zentralspanischen Stadt Chinchilla 19 Menschen beim Zusammenstoß zweier Garnituren getötet worden.
(Ag.)





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