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Katalonien: Der Stierkampf steht vor dem Aus

27.07.2010 | 15:34 |   (DiePresse.com)

Am Mittwoch stimmt mit Katalonien Spaniens reichste Region über einen Bann des Stierkampfes ab. Die Chancen für ein historisches Verbot stehen gut. Nicht nur der Tierschutz spielt in der Argumentation eine Rolle.

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Der Stierkampf in Spanien steht vor einer historischen Entscheidung. In der wirtschaftsstärksten Region Katalonien stimmt das Parlament am Mittwoch darüber ab, ob der umstrittene Brauch dort abgeschafft wird.

Es wäre das erste Verbot der uralten Tradition auf dem spanischen Festland und ein starkes Signal für den Rest des Landes.

König unterstreicht kulturelle Bedeutung

Die Zeichen für die Tierschützer stehen gut: Die gemäßigten Nationalisten (CiU), die im Regionalparlament in Barcelona die größte Fraktion stellen, sind mehrheitlich für einen Bann. Dieser wird auch von Separatisten (ERC) und kleineren Linksparteien unterstützt. Die Befürworter der "Corridas" haben dagegen nur 17 Stimmen konservativer Parteien sicher. Unklar ist das Votum der regierenden Sozialisten (PSC). Diese wollten sich ursprünglich geschlossen gegen ein Verbot aussprechen, nun haben ihre Abgeordneten freie Wahl. Schätzungen zufolge kommen die Stierkampfgegner in Barcelona auf bis zu 81 der 135 Stimmen.

Die ebenso uralte Debatte über das Für und Wider der umstrittenen Tradition hat sich angesichts der Abstimmung in Katalonien in den vergangenen Monaten verschärft. Selbst König Juan Carlos, ein bekennender Fan der "Fiesta Nacional" (Nationalfest), schaltete sich ein: "Der Stierkampf hat eine fruchtbare Kunst- und Kulturwelt hervorgebracht", sagte er und verwies auf den Maler Pablo Picasso oder den Dichter Federico García Lorca, für die das blutige Spektakel in der Arena stets eine Quelle der Inspiration war.

Tierschützer brachten Thema auf den Plan

Freiwillig hat sich das Parlament in der Region Katalonien (7,4 Millionen Einwohner) mit dem brisanten Thema allerdings nicht befasst. Die Tierschutzinitiative Prou! (Es reicht!) hatte 180 000 Unterschriften für ein Verbot gesammelt. Ende vergangenen Jahres beschlossen die Abgeordneten mit knapper Mehrheit, über den Antrag zu beraten. "Die Menschenrechte sind in Spanien garantiert, nun ist es an der Zeit, auch an die Rechte der Tiere zu denken", sagt der Prou!- Vorsitzende Leonardo Anselmi, der als gebürtiger Argentinier Spaniens Tierschützern zu einem historischen Triumph verhelfen könnte.

Die Anhänger der Fiesta argumentieren dagegen, dass ein Brauch nicht einfach per Gesetz abgeschafft werden dürfe. "Es geht doch nicht um Abtreibung! Dass wir im 21. Jahrhundert darüber diskutieren, eine jahrhundertealte Tradition zu verbieten, ist schrecklich", meinte etwa Filmregisseur Agustin Diaz Yanes.

Stierkampf als "spanischer Imperialismus"?

Der Ruf nach einem Bann hat aber auch eine wichtige politische Komponente: Für Nationalisten und Separatisten in Katalonien ist der Stierkampf Ausdruck des "spanischen Imperialismus".

Allerdings: An ein Verbot der in vielen katalanischen Dörfern beliebten Stiertreiben, den "correbous", wagen sie sich auch nicht heran. Die Tiere werden dabei mancherorts mit brennenden Teerkugeln an den Hörnen durch die Straßen gehetzt.

Forderungen nach Entschädigung drohen

Ein Bann des Stierkampfes käme Toreros, Züchter und Stierkampfveranstalter teuer zu stehen. Schätzungen zufolge geht es um Einbußen von rund 300 Millionen Euro. Diese Summe will allein der Besitzer der Arena von Barcelona, Pedro Balana, als Entschädigung verlangen, falls das Verbot beschlossen werden sollte. Allerdings ist der Stierkampf in Katalonien - wie auch in vielen anderen Teilen Spaniens - schon seit langem in der Krise. Vor allem junge Leute wollen von dem blutigen Spektakel nichts wissen. In den 50er und 60er Jahren war Barcelona eine Hochburg der Toreros, doch nun ist nur noch Balanas Arena, genannt "La Monumental" (Die Monumentale), übrig.

Auf den Kanarischen Inseln sind Stierkämpfe bereits 1991 für illegal erklärt worden. Damals regte sich darüber kaum jemand auf, weil die "Corridas" dort nur wenige Anhänger hatten.

(APA)

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31 Kommentare
 
1 2
Gast: gast
28.07.2010 02:13
0 4

liebe spanier

lasst euch jahrhunderte tradition nicht von ein paar wildgewordenen pseudo tierschutz/gutmenschen kaputt machen

die kommen und gehen, aber die kultur sollte bleiben

Antworten Gerald
28.07.2010 11:57
0 0

Re: liebe spanier

Bäckerschupfen, Gottesurteil und Hexenverbrennung war auch einmal Tradition. Sie sind gegangen ohne dass unsere Kultur dadurch Schaden genommen hätte, ganz im Gegenteil sowas führt nur zur Verrohung der Menschen. Ich denke jedenfalls auf jegliche Tradition in der Menschen oder Tiere gequält, verstümmelt oder getötet werden, kann man getrost verzichten. Das gilt auch für das Schächten (Kehle durchschneiden) von Tieren. Wenn schon getötet werden muss, dann sollte das so wenig qualvoll wie möglich sein, schließlich sind wir ja keine Wilden mehr die mit der Keule in der Höhle hocken, auch wenn man sich bei manchen Zeitgenossen da nicht so sicher ist.

0 0

Re: liebe spanier

am besten die Kultur wo die Frauen noch an den Haaren in die Höhle gezerrt wurden, gell....??

Antworten Gast: gastturk
28.07.2010 10:34
1 0

Re: liebe spanier

Wäre der Stierkampf eine Türkische Kultur, was sie ja zum Glück nicht ist. Würdest du und viele andere auch, sich aber ganz anders anhören.

Antworten Antworten Gast: feäwFPJ
28.07.2010 10:51
0 0

Re: Re: liebe spanier

ganz genau: Was wäre los, wäre Stierkampf ein Ausdruck "türkischer Kultur und Tradition"?
Unsere Aficionados würden sich das Maul zerreissen.
Gratulation zu diesem hervorragendem Posting!

Antworten Gast: gast
28.07.2010 08:56
0 2

100% ZUSTIMMUNG!


Antworten Gast: gkrnlgnla
28.07.2010 06:27
1 0

Re: liebe spanier

Das Denken entwickelt sich weiter und diese Form von Tradition ist tradiertes Unwissen und Unkultur.
Und falls Sie Stierkampf für Tierschutzkonform erachten, dann sind sie ethisch etwas verwirrt.

Gast: gastrolo
27.07.2010 20:59
2 0

Tierquälerisch!

Wenn sich Spanien schon nicht ganz vom Stierkampf verabschieden kann - in Portugal gibt es auch "Stierkampf", allerdings ist der unblutig, Stiere werden nicht verletzt! Vielleicht könnten ja auch die Spanier es wenigstens endlich schaffen, diesen tierquälerischen Spektakel wenigstens dahingehend umzugestalten, dass er wie in Portugal den Stier NICHT verletzt!

Antworten Gast: Piccolomini
28.07.2010 01:21
0 0

Re: Tierquälerisch!

In Portugal, verlaeuft der Stierkampf nach den selben Regeln wie in Spanien. Der einzige Unterschied besteht darin, dass der Stier nicht in der Arena getoetet wird, sondern unter Ausschluss des Publikums. Ein generelles Verbot des Stierkampfes wuerde auch bedeuten, dass diese Rinderrasse ausgerottet wuerde, da sie sonst keinen wirtschaftlichen Zweck hat. Das sind immerhin etwa 250 000 Tiere und eine Rasse die verschwinden wuerde.

Antworten Antworten Gast: dfjkfsad
28.07.2010 06:40
0 0

Re: Re: Tierquälerisch!

Wahrlich ein Riesenverlust!
Eine Rinderrasse weniger.
Aber die könnte man leicht zu einer extensiven Fleischrasse umzüchten. Die bliebe dann erhalten und erfüllte ihre ökolog. Funktion weiterhin.

PS: Anmerkung: der portugies. verläuft nach etwas andern Regeln. Der Stier wird zwar auch verletzt, hat aber mehr Möglichkeiten sich zu wehren und wird entweder weiterverwendet oder nach modernem Standard danach geschlachtet

Gast: mr.v-
27.07.2010 20:42
4 0

Für Stierkampf ist in einer modernen Gesellschaft kein Platz mehr!!!

Wer Tiere quält ist unbeseelt u. Gottes guter Geist im fehlt.
Mag noch so vornehm drein er schauen man sollte niemals ihm Vertrauen!

Gast: Gast
27.07.2010 20:03
2 0

Haben die in Spanien keinen Mafiaparagrafen gegen lästige Tierschützer?


Gast: GastA
27.07.2010 18:18
3 3

Tierschutz

Stierkampf ist böse, schächten ist gut, ... wer kennt sich da noch aus?

Antworten Gast: nsldjnv<sd
27.07.2010 20:09
1 0

Re: Tierschutz

beides ist gleich schlecht. Aber das eine darf nicht zur Entschuldigung für das andere herhalten!
Juden und Moslems tun sich halt schwer, auf alte Riten zu verzichten. Hoffentlich werden die auch mal klüger.

Antworten Antworten JEF
27.07.2010 22:37
0 0

Re: Re: Tierschutz

Aha, denen müssen wir es aus reiner Gutmenschlichkeit durchgehen lassen, aber die Spanier müssen wir verteufeln?

Wie haben wir es mit Gerechtigkeit?

Antworten Antworten Antworten Gast: nvlkdsv<nkl
28.07.2010 06:21
0 0

Re: Re: Re: Tierschutz

nein! ganz einfach: es muss von Fall zu Fall entschieden und eine Lösung gefunden werden.
Aber Stierkampf ist nur ein Morden aus Vergnügen und Schächten ist eine obsolete leider religiös dogmatisch fixierte Schlachtungsart.

Gast: Webman
27.07.2010 16:36
4 3

Bravo!

Ich hoffe sehr das das durchgeht!
Endlich mal ein Hoffnungschimmer Weiter so Prou!

Gast: Gast
27.07.2010 16:33
4 3

Abschaffen

Hoffentlich wird diese brutale und öffentlich zur Schau gestellte Tierquälerei endlich abgeschafft. Es ist einfach unverständlich, wieso sich Menschen so eine Sauerei anschauen wollen.

Antworten bufo
27.07.2010 16:43
3 5

Re: Abschaffen

" Es ist einfach unverständlich..."

Das wirst Du nie kapieren.
Zahl schön brav Deine Abgaben, geh schön brav falsch wählen und freu Dich auf die Pension.
Das wars dann.

Antworten Antworten Gast: gast
27.07.2010 17:29
2 0

Re: Re: Abschaffen

Wie wäre es wenn Spanien, endlich mal diese Mittelalterliche (Kultur) abschafft. Sonst meckerst du ja auch wenn es um die Türkei geht.

Antworten Antworten Antworten bufo
27.07.2010 20:00
1 2

Re: Re: Re: Abschaffen

"endlich mal diese Mittelalterliche (Kultur) abschafft. "

Das ist nicht mittelalterlich, das ist archaisch. Etwas für dicke Eier.

0 0

Re: Re: Re: Re: Abschaffen

nur deshalb dick weil sichs staut darin :-D

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gastturk
28.07.2010 10:38
1 0

Re: Re: Re: Re: Abschaffen

Dicke Eier ?

Wenn man wehrlose arme Tiere quält hat man Dicke Eier ?

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: dvkmsv
27.07.2010 20:12
1 0

Re: Re: Re: Re: Abschaffen

dann gibt Dir halt einen "Ultimate Fight", wenn Du schon so auf dicke Eier stehst (PS: viele Homosexuelle fühlen sich vom Stierkampf auch angezogen -Warum wohl?)

3 1

Re: Re: Abschaffen

Sie haben recht, für einen blutrünstigen, sadistischen Geist mit Gewaltfantasien ist es nicht unverständlich....

Antworten Antworten Antworten Gast: der alte man u der stier
27.07.2010 18:37
0 4

LOL @ you

"Allerdings: An ein Verbot der in vielen katalanischen Dörfern beliebten Stiertreiben, den "correbous", wagen sie sich auch nicht heran. Die Tiere werden dabei mancherorts mit brennenden Teerkugeln an den Hörnen durch die Straßen gehetzt." oha u das nennt man dann eine lösung oder wie?

ich würds schade finden wenn sie es verbieten, möchts mir unbedingt nochmal anschauen!
vl sollten wir lieber das fleisch essen verbieten - bin mir sicher da ersparet man mehr tieren unnötiges leid.
aber ach verdammt das ist ja genauso ein thema wie die correbous, das wird auch keiner angreifen weil man könnte ja wirklich was ändern u nicht nur leere symbolik betreiben.

 
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