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Slowenien räumt ein: Grenzbeamter schlug Wiener

24.08.2010 | 22:28 |   (DiePresse.com)

Der Urlauber hat sich an der kroatisch-slowenischen Grenze bei der Kontrolle widersetzt. Die Gewalt des Grenzers war aber nicht angemessen, sagen die Behörden. Gegen ihn wurde ein Verfahren eingeleitet.

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Nach den Prügel-Vorwürfen eines Wieners gegen einen slowenischen Grenzpolizisten haben die Behörden in Ljubljana (Laibach) bestätigt, dass der Beamte unverhältnismäßige Gewalt angewendet hat. "Der Polizist handelte ungesetzlich", bestätigte der Direktor der Polizeidirektion Maribor (Marburg), Danijel Lorbek, am Dienstag der slowenischen Nachrichtenagentur STA. Zuvor hatte Polizeisprecher Leon Keder gesagt, dass ein Disziplinarverfahren gegen den Beamten eingeleitet worden sei.

Der Vorfall ereignete sich am 15. August um 190 Uhr am slowenisch-kroatischen Grenzübergang Gruskovje. Ein 24-jähriger Wiener behauptete, bei seiner Einreise aus Kroatien von einem slowenischen Grenzer geschlagen worden zu sein. Die slowenische Polizei bestätigte den Vorfall erst am gestrigen Montag. Polizeisprecher Keder sagte, dass der Beamte "Zwangsmaßnahmen" gegen den Österreicher eingesetzt habe. Es sei daher die Staatsanwaltschaft eingeschaltet worden, und man habe auch ein Disziplinarverfahren eingeleitet.

Der Österreicher war in einem Bus eingereist. Wegen des Schengen-Kontrollregimes an der slowenischen EU-Außengrenze müssen alle Buspassagiere aussteigen und werden einzeln Personenkontrollen unterzogen. Wie Lorbek berichtete, befolgte der Österreicher die Anweisung des Grenzbeamten nicht, "während der Amtshandlung auf der Seite zu warten". Er habe "aktiv Widerstand geleistet und begann aus dem Raum zu gehen, in dem die Passagierkontrolle stattfand".

Unnötiger Schlag auf Hals

"Daher hat der Polizist Zwangsmaßnahmen gegen den Bürger eingesetzt und zwar einen fachmännischen Griff, verbunden mit einem fachmännischen Schlag in den Hals", sagte der Polizeidirektor. Allerdings habe der Polizist vom Einsatz des Zwangsmittels keinen Bericht erstattet. Der Postenkommandant habe später festgestellt, dass der Griff angemessen gewesen sei, nicht aber der Schlag. "Zumindest nach den bisherigen Informationen gab es keinen Grund für die Verwendung dieses Zwangsmittels", so Lorbek.

Der Polizeidirektor bestätigte, dass in dem Fall die Staatsanwaltschaft eingeschaltet worden sei und man auch Maßnahmen gegen den Beamten erwäge. Dies könne von einem Disziplinarverfahren über eine schriftliche Verwarnung bis hin zur Entlassung reichen.

(APA)

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14 Kommentare
Gast: Leider, leider
25.08.2010 15:40
0 0

Schengengrenze

Dieser Vorfall ist für mich sehr überraschend. Ich bin heuer bereits zweimal mit einem Bus von Kroatien nach Slowenien eingereist, und weder meine Mitreisenden noch ich mußten aussteigen. Ein Zollbeamter hat im Bus die Pässe kontrolliert, hat freundlich gegrüßt und ist wieder ausgestiegen.
Warum muß es immer wieder Menschen geben, die bestehende Regeln nicht einhalten wollen und sich dann beschweren, daß es Folgen gibt?

Gast: Piacenza
25.08.2010 10:11
1 0

Beispielhafte

Reaktion von offizieller slowenischer Seite.
Würde das in Österreich passieren: als absurde Ungeheuerlichkeit würde es abgestritten.

Besides: kann verstehen, dass einem einem bei so einer Weana Grätzn der Feitl aufspringt :-)
Würde dem jungen Herren nicht raten, solche Sperenzchen an einer chinesischen, US-amerikanischen oder russischen Grenze zu probieren.

Gast: GAST
25.08.2010 09:16
0 0

Für so einen Österreiche muss man sich genieren.


Gast: Sadam
25.08.2010 08:26
0 0

Ah ja

Ich taete ihn nieder treten.

2 1

Wann wird Kerzerlmaschiert?


Was sagt Amnesty International? Patzelt, Küberl, Chalupka,...?

Was, gar nichts? Ein Inländer, da wird kein Finger gerührt?

Menschenfreunde eben...

0 0

Re: Wann wird Kerzerlmaschiert?

soweit ich informiert bin werden Österreicher nicht regelmäßig von slowenischen Beamten misshandelt...... aber Sie können beruhigt sein AI-Slowenien wird den Vorfall bestimmt im Jahresbericht notieren. Keine Sorge :)

2 0

Solche

eingeständnisse seitens der Exekutive, vermisst man bei den österreichischen Behörden.

Gast: jadasstimmt
25.08.2010 01:56
4 0

was ist los?

normalerweise gibt es in diesen kommentarspalten doch immer beifall, wenn polizisten vorlaute ausländer ein bisserl kräftiger anfassen. warum klatscht jetzt keiner?

Antworten Gast: gast2.0
25.08.2010 02:21
0 0

Re: was ist los?

approve

Azona
25.08.2010 01:24
6 0

Die machen was

Wenigstens arbeiten die Slowenen den Vorfall auf.
In Österreich wird hingegen sofort versucht dies zu vertuschen, dem geschlagenen die Schuld zu geben und der Polizist würde geschützt werden.

Antworten Gast: Novalis
25.08.2010 05:48
1 0

Re: In Österreich wird hingegen sofort versucht dies zu vertuschen, dem geschlagenen die Schuld zu geben

Nach dem Motto : der Mann hat den Hals aggressiv gegen die Handkante des Polizisten bewegt und diesen dabei verletzt.

Apropos : von den Todesschüssen eines Polizisten in Laakirchen (auf den schwerhörigen Pensionisten) hört man ÜBERHAUPT nichts mehr).

Anscheinend überholt uns mittlerweile schon der Balkan an Rechtssicherheit.

Respekt für die Aufklärungsbereitschaft der Slowenen. Davon kann man in Österreich nicht einmal mehr träumen.

Antworten Antworten Gast: pio
25.08.2010 10:14
0 0

Re: Re: In Österreich wird hingegen sofort versucht dies zu vertuschen, dem geschlagenen die Schuld zu geben

Lieber Novalis, ich täte Slowenien nicht dem Balkan zurechnen.
Dieses Land ist absolut westlich und hat bezüglich Wirtschaftsdaten das benachbarte Kärnten schon lange abgehängt. Das ist auch daran zu ersehen, dass bereits mehr Kärnter zur Arbeit noch SI pendeln als umgekehrt.
Der Jörgl rotiert schon im Grab :-)

mr vain-
25.08.2010 00:28
3 3

Ich hoffe unser Herr Ausenminister hat sich..........

................sofort bei den Slowenen für das unangemessene Verhalten des Österreichers entschuldigt!

Heinz Fischer hat sofort vom WC eine Bekundung der mitmenschlichen Anteilnahme verfasst!
Natürlich nicht zu vergessen eine "kleine" Reparationszahlung die auf Jahrzehnte hinaus unser Budget belastet. Zum Glück gab es keine Kollateralschäden nicht auszudenken welchen Aufschrei in Europa es gegeben hätte! Sofortige Sanktionen wären wahrscheinlich noch das geringste Übel gewesen!

Gast: granica
25.08.2010 00:20
2 0

beispielhaft

Was immer vorgefallen sein mag: die Reaktion der Führung der slowenischen Exekutive wird man bei uns noch lange suchen müssen; hier wird nicht etwa aus Fehlverhalten der Beamten gelernt, sondern ihnen die Mauer gemacht...