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Grünes Licht für Mega-Kraftwerk im Amazonas-Gebiet

27.08.2010 | 13:55 |   (DiePresse.com)

Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva hat grünes Licht für den Bau des weltweit drittgrößten Wasserkraftwerks gegeben. Eingeborene und Kirche laufen gegen das Projekt Sturm.

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Trotz massiver Proteste von Umweltschützern hat Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva grünes Licht für das im Amazonas-Gebiet geplante drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt gegeben. Er unterzeichnete am Donnerstag (Ortszeit) einen Konzessionsvertrag mit dem Konsortium Norte Energia SA, das für 35 Jahre die Nutzungsrechte an dem Kraftwerk Belo Monte am Xingu-Fluss im Bundesstaat Pa hat.

Dem auch für den Bau verantwortlichen Konsortium gehören 18 staatliche und private Firmen sowie brasilianische Pensionsfonds als Investoren an. Das umgerechnet etwa 8,5 Milliarden Euro teure Kraftwerk soll in der ersten Phase 2015 in Betrieb gehen. Es wäre mit einer Leistungskapazität von über 11.000 Megawatt das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt, nach dem Drei-Schluchten-Staudamm in China und dem binationalen Itaipu-Werk an der Grenze Brasiliens zu Paraguay.

Umweltschützer laufen Sturm gegen Kraftwerk

Die Regierung hält das Wasserkraftwerk zur Sicherung der Energieversorgung für notwendig. Die am und vom Xingu-Fluss lebenden Indios, die katholische Kirche, Menschenrechtler und Umweltschützer laufen dagegen Sturm gegen das Projekt. Sie befürchten unkalkulierbare Auswirkungen auf die Umwelt und sehen die Lebensgrundlagen der Indios massiv bedroht. Mindestens 17.000 Menschen müssen umgesiedelt werden. Zudem bezweifeln die Kritiker den wirtschaftlichen Nutzen der Anlage.

An der Spitze des Widerstandes am Mega-Staudammprojekt steht seit Jahren der aus Österreich stammende Bischof Dom Erwin Kräutler. Als Bischof der Diözese Xingu und als Präsident des Indianer-Missionsrates (CIMI) Brasiliens hat er immer davor gewarnt, dass das Projekt zu einem "sozialen und ökologischen Chaos" führen werde. Mit Enttäuschung und Protest reagierte CIMI unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Entscheidung. Dieser Akt der Regierung sei ein "skandalöser Affront gegen internationale Menschenrechtskonventionen, die brasilianische Gesetzgebung und die Verfassung des Landes", heißt es in einem von zahlreichen Initiativen unterstützen Manifest. Bei einem Gespräch von Bischof Kräutler mit Präsident Lula hatte der Präsident versichert, Belo Monte "nicht auf Biegen und Brechen durchzusetzen". Dieses Versprechen wurde nicht gehalten, bedauerte CIMI.

Österreichs Kirche gegen Kraftwerk

Unterstützung erhalten die Kraftwerksgegner von der katholischen Kirche in Österreich: "Wir lehnen das Projekt 'Belo Monte' grundsätzlich ab", so Bischof Ludwig Schwarz, der Vorsitzender der Koordinierungsstelle der Bischofskonferenz für Entwicklung und Mission (KOO). "Wir werden das Projekt weiterhin genau beobachten und die betroffenen Menschen bei ihren legitimen Anliegen in Brasilien unterstützen", so Bischof Schwarz in einer Stellungnahme am Freitag gegenüber "Kathpress".

Kardinal Christoph Schönborn hatte sich im Juni direkt an Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) gewandt und diesen gebeten, alles Mögliche seitens der Republik und der Europäischen Union zu unternehmen, die brasilianische Staatsführung von dem Projekt abzubringen. Der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz wies dabei auf die - weit über Brasilien hinaus - spürbaren Auswirkungen des Projektes hin, vor allem die zu befürchtenden Umsiedlungen von indigenen Völkern sowie die ökologischen Auswirkungen auf die für das Weltklima wichtige und sensible Amazonasregion.

Bereits im Februar 2010 hatten die KOO und die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar in einem Protestbrief auch die österreichische Politik und Wirtschaft vom zweifelhaften Projekt informiert. Die kirchlichen Entwicklungshilfeeinrichtungen wandten sich dabei u.a. an Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP), Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl (ÖVP) sowie an die parlamentarischen Entwicklungssprecher Petra Bayr (SPÖ), Franz Glaser (ÖVP), Judith Schwentner (Grüne) und Johannes Hübner (FPÖ).

(APA)

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24 Kommentare
Gast: Otton Bexaron
28.08.2010 08:59
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Brasilien ist nicht eine Kolonie von Oestreich!

Niemand in Europa kennt die Meinung der Regierung Brasiliens - nur die hysterische Propaganda des w............ katholischen Superman von Vorarlberg - der schon seit 45 Jahren gegen alle Regierungen in Brasilien wuetet. Alles finanziert indirekt von USA und EU um Brasilien "unter Kontrolle zu halten" - geopolitisch und wirtschaftlisch. Die Agenten steuern die NRO (WWF usw.): Die Nachrichtendienste der brasilianischen Polizei und Militaer wissen dass schon seit Jahren. Bisher konnte man Brasilien "kontrollieren" durch Kreditverweigerung - aber 2010 hat Brasilien die Mittel den Belo Monte Staudamm selbst zu bauen. Kein Oestreicher kann weiterhin Brasilien sabotieren! Sehe den Staudamm in youtube Video "AHE Belo Monte" (Version habibs 130 ist in Englisch).

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Kräutler und Schönborn

sollten exkommuniziert werden, weil sie gegen die Bibel das göttlich technische Wirken zum Erhalt des Ebenbildes des Herrn wie der Teufel verhindern wollen.

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Re: Kräutler und Schönborn

Mit der Verhöhnung der Hl.Schrift können Sie lediglich den Teufel an die Wand malen.
Nachdem Sie selber darstellen, dass das Ebenbild des Herrn wie der Teufel wäre, wird wohl kaum ein wahrhaft gläubiger Mensch sich Ihrer Vortellung anschliessen können.

Gast: Otto F. Krammer
27.08.2010 13:38
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Einst gab es in EUropa auch nur Urwälder und ..

die Wilden Europas gingen mit Pfeil und Bogen jagen und gruben Wurzeln aus der Erde.
Auch gibt es immer noch geügend Wildromantiker, welche sich gegen Beton und Kraftwerke sträuben.
So wie gegen das Freudenau-Kraftwerk, welches trotz aller "Umweltschützer"-Protest mit 75% Zustimmung gebaut werden konnte und heute sind die Wiener froh, das wir das haben.
Bei zunehmender Übervölkerung und progressivierender Klimaereignisse, wäre es töricht auf die Energiegewinnung aus der aufgeheizten Umwelt zu verzichten und die Stürme und Niederschläge nur für Überschwemmungen zu nutzen.

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Ja eh,

und töricht wäre es, auf die allerbeste natürliche Fallhöhe zu verzichten: mit Belo Monte wird die Geländestufe vor der Mündung des Xingu in den Amazonas genutzt und nicht mit einer Chinesenmauer ein Megastau gemacht. Der Stau ist oben flach und auch nicht besonders weit, nur so lange daß eine Ortschaft umgesiedelt werden muß. Zwischendurch hatte ich den Eindruck, daß Kräutler vielleicht vom Vatikan gemäßigt nur die vorhandenen Proteste kanalisiert, damit die paar hundert betroffenen Menschen demokratisch befriedigt werden können und kein die Bauarbeiten begleitender Terror entsteht. Im vergangenen Jahr wurde auch allen Betroffenen die historisch herausragend höchste Entschädigung zugesprochen, und kein natürlicher Protest wäre mehr da, wenn nicht die Teufel um Kräutler, die mir meinen schönen Katholizismus kaputt machen, unseren wertvollsten Glauben mißbrauchten. Kräutler hat den alten Nazitrick angewandt, um sich auf Staatskosten mit höchstem Aufwand schützen zu lassen. Kräutler treibt Menschen, die er mit Drogen beeinflußt, in den Sebstmord, um Märthyrer zu generieren. Wettertechnisch ist der kleine Stau nicht annähernd so problematisch wie die Chinesenstaus. Ganz im Gegenteil wird der Stau ein Teil der Rettung vor steigen Meeresspiegeln, wenn nach meinem Vorschlag die tropische Huminbrühe vor der Nutzung gekalkt wird, damit sich die Biomasse nicht C02 freisetzend und einbringend in hier zu warmen Atlantik ergießt sondern als carbonisiertes Sediment nutzbar gemacht wird.

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Re: Einst gab es in Europa auch nur Urwälder und ..

Kommt mir unlogisch vor. Als Begründung für die Zerstörung bestehender Urwälder anzuführen, dass es auch bei uns Urwälder gab, entbehrt jeder Glaubwürdigkeit. Das würde bedeuten, dass die Weltanschauung des Menschen vor Jahrtausenden die richtige, und die heute auf wissenschaftliche Vernunft gestütze Anschauung falsch wäre.
Also auf zum Hexensabbath! Zurück in die Vergangehnheit!

"... unkalkulierbare Auswirkungen auf die Umwelt ..."

immer dümmeres von den globalen ökofaschos.

natürlich ist dies das erste kraftwerk dieser art welweit und die menschheit hat keinerlei erfahrung mit waserkraft ...

... und an manche vorposter: wenn man so gar keine ahnung von brasilien hat - bitte nicht jeden schwachsinn nachposten.

Gast: Markus Trullus
27.08.2010 12:41
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einseitig

Denk, dass sich diese Probleme auch anders lösen könnten. Eine Kette von kleineren Wasserkraftwerken haben kaum weniger ingesamte Leistung, und können wesentlich besser in die gesamte Ökostruktur eingebaut werden. Den Strom brauchen sie, Brasilien hat in einer unglaublichen wirtschaftlichen Wettfahrt enorm Schwung geholt. Das kann man nicht abstreiten oder auch nur dauernd hinterfragen; denn niemand wird dieses wunderschöne Land wieder in die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse von vor 20 jahren sehen wollen. Man kann dieses Land nicht nur aus der Regenwaldperspektive des Amazonas her sehen, sondern auch aus den Slums von Rio, den Nordostgebiet (derzeit noch eine Millionenkatastrophe!) oder die anderen Riesenstädte...

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Europa und Amerika

Wer diesen brasilianischen Politiker und seine Intelligenz kennt, weiss, warum Europa und USA ein leichtes Geschäft mit diesen Präsidenten hatte, dem auch die alte Technik der AKWs vor etwa drei Jahren verkauft wurde. 62 Atomkraftwerke bis 2050!!!
Ich kann nicht alle Schuld den Brasilianern geben, viel mehr aber den Europäern und Amerikanern, die sehr wohl wissen, was sie mit diesen Verbrechen anrichten. Anstatt diese Menschen aufzuklären, schaut man zu wie das wunderschöne Land ruiniert wird! Brasilien benötigt diese Akws und auch diesen Staudamm nicht. Viel eher würde dieses Land gute Stromleitungen benötigen, denn dadurch verliert man heute mehr als 50 % der Energie!!!

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Europa und Amerika

Wer diesen brasilianischen Politiker und seine Intelligenz kennt, weiss, warum Europa und USA ein leichtes Geschäft mit diesen Egoisten Lula hatte, dem auch die alte Technik der AKWs vor etwa drei Jahren verkauft wurde. 62 Atomkraftwerke bis 2050!!!
Ich kann nicht alle Schuld den Brasilianern geben, viel mehr aber den Europäern und Amerikanern, die sehr wohl wissen, was sie mit diesen Verbrechen anrichten. Anstatt diese Menschen aufzuklären, schaut man zu wie das wunderschöne Land ruiniert wird! Brasilien benötigt diese Akws und auch diesen Staudamm nicht. Viel eher würde dieses Land gute Stromleitungen benötigen, denn dadurch verliert man heute mehr als 50 % der Energie!!!

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Verbrechen dieser Welt

Die brasilianischen Politiker gehören zu den best bezahltesten und korruptesten der Welt. Und Lula, der Präsident, war vor nicht allzu langer Zeit noch Analphabet. Somit hatte Europa und USA wohl ein leichtes Geschäft mit diesen Egoisten Lula, dem auch die alte Technik der AKWs vor etwa drei Jahren verkauft wurde. 62 Atomkraftwerke bis 2050!!! Ich kann nicht alle Schuld den Brasilianern geben, viel mehr aber den Europäern und Amerikanern, die sehr wohl wissen, was sie mit diesen Verbrechen anrichten. Anstatt diese Menschen aufzuklären, schaut man zu wie das wunderschöne Land ruiniert wird! Brasilien benötigt diese Akws und auch diesen Staudamm nicht. Viel eher würde dieses Land gute Stromleitungen benötigen, denn dadurch verliert man heute mehr als 50 % der Energie!!!

Gast: twitter.com/raingate
27.08.2010 10:00
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Einer meldet sich

der noch an die Möglichkeit einer gemeinsamen besseren Welt glaubt.

Andere Sichtweise (inspiriert von der BBC Serie "Power of the Planet")

Je schneller sich die Menschheit als gerade passierende Naturkatastrophe selbst ausrottet, um so schneller kann sich der Planet (der schon schlimmeres überlebt hat), wieder regenerieren.

So besehen ist das Motto: mehr Bevölkerungswachstum! Mehr Staudämme! Mehr CO2! Größere Ozonlöcher! Wachstum, Wachstum, Wachstum!

Je schneller der Lebensraum für Homo QuasiSapiens zerstört ist (und die Menschheit ausgestorben), umso kürzer das Leiden (für den Rest des Planeten)...

Oder glaubt noch irgendwer, diese Spezies wäre zu retten?

Antworten Gast: Markus Trullus
27.08.2010 12:47
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Re: Andere Sichtweise (inspiriert von der BBC Serie

Fraglich, ob da im Untergrund unter diesen sogenannten "Geheimlogen" und sonstigen "verbildlichen" Treffs der Mächtigen zusammen mit dem WWF, Bilderberg und Bohemian Grove schon ganz andere Entscheidungen getroffen wurden: so ein globaler Holocaust zur Rettung der Natur... den Ökofaschisten wäre das zuzutrauen.. so ein bisschen nachhelfen mit Pandemien etc. Ubrigens, da gibts einen tollen Roman einer Kanadierin dazu: Margred Adwood: "das Jahr der Flut"...

Re: Re: Andere Sichtweise (inspiriert von der BBC Serie

Danke für den Buchtipp!

Allerdings vermute ich, für eine richtige Weltverschwörung sind die Mächtigen (also die 5% der Menschheit, die 95% aller Ressourcen kontrollieren und den Rest als Nutzmenschen halten) zu zerstritten.

Was ich beobachte ist eher ein permanenter Kampf untereinander, um mehr Ressourcen (inkl. der Ressource "Nutzmensch"), zwischen diesen Mächtigen - und dabei geht halt der Planet d'rauf, weil nur geförderte/genutzte/verbrauchte Ressourcen zählen, nicht die nachhaltige Nutzung, die ja primär kommenden Generationen einen Nutzen bringen würde.

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Re: Andere Sichtweise (inspiriert von der BBC Serie

Die Doku klingt sehr interessant, muss ich mir mal ansehen.

Ihren Punkt finde ich auch sehr interessant - eine sehr philosophische Betrachtung "unseres" Daseins.

Die für mich logische Gegenfrage: wen interessiert der regenerierte Planet noch, wenn der Mensch weg ist - den übrigen Tieren dürfte es - ohne Konzept von Leben, Tod und der Frage des "Seins" - ziemlich egal sein, und sonst ist da niemand mehr - vlt. entsteht der Mensch neu, wodurch allerdings höchstwahrscheinlich derselbe Kreislauf nochmal von vorne anfangen würde.

Also entweder der Zukunft dieser Menschheit erwartungsvoll entgegen sehen und hoffen, oder - frei nach Ihrer Aussage - die Menschen im selbst geschaffenen Sumpf verkommen lassen, und danach den Planeten einsam seine Bahnen zur Sonne ziehen lassen.

So aufgearbeitet bleibt unsere Existenz komplett ohne Sinn und Zweck - gefällt mir!

Re: Re: Andere Sichtweise (inspiriert von der BBC Serie

BBC "Living Planet" "Power of the Planet" etc. kann ich empfehlen (Bluerays - auch visuell ein Genuss; ebenso "Die Erde von oben" J.B. Arthus)

Sinn des Lebens (aus Alien-Perpektive): als Individuum ein möglichst glückliches Leben zu führen und zum Leben der einem wichtigen, sozial verknüpften Individuen einen möglichst positiven Beitrag leisten (damit auch diese glücklicher sind).

Zu glauben, die Spezies "Homo QuasiSapiens" hätte einen höheren, kosmischen Sinn, halte ich für rein menschliche Eitelkeit, genauso wie das blödsinnige Gefasel von "Seele" und Unsterblichkeit.
Diese Hybris finde ich ziemlich peinlich und lächerlich. Daher auch der Austritt aus dem Club Homo-Sapiens und die Transformation zum Alien.

Als unter den Hominiden lebendes Alien würde ich mir durchaus eine Strategie zum Überleben (und zwar in einem qualitativ hochwertigen Lebensraum mit intakter Biosphäre) der Menschheit wünschen - allein, diese scheint dafür zu blöd zu sein.

Mental verhaftet in einer evolutionär erklärbaren Sippen-Strategie von "teile und herrsche" und "seid fruchtbar und vermehret euch" wurde der Absprungpunkt vom Wachstumsdogma zum nachhaltigen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen verpasst.

Aber vielleicht finden sich ein paar Pioniere, die hier vorangehen? Konzepte dafür, wie es gehen könnte, gibt es.
Vielleicht rennen diesen dann sogar die Massen hinterher?
Träumen darf man! ;-)

Antworten Antworten Gast: Gast123
27.08.2010 10:54
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Re: Re: Andere Sichtweise (inspiriert von der BBC Serie

Nun ja - ohne jetzt Partei zwischen iedo und TheAlien ergreifen zu wollen - ist es schon ein bisschen gewagt, alle Lebewesen außer dem Menschen als "lebende Maschinen" zu bezeichnen, welchen es egal ist, zu sterben, zu leben oder sonst etwas. Und im Endeffekt wissen wir ja auch nicht, wie weit welches Tier denken kann - viele Tiere sind sogar durchaus intelligent, das ist in vielen Experimenten durchaus bewiesen worden.

Außerdem hängt der Mensch sehr wohl - egal wie zivilisiert und technisch hochentwickelt - von seiner Umwelt ab und die Umwelt von Flora und Fauna - wir sollten nicht so überheblich sein zu denken, dass wir die Natur zerstören und zerstören können und uns das egal sein kann - im Endeffekt sind wir immer noch viel schwächer als die Natur, wenn sie einmal aus dem Gleichgewicht ist.

Re: Re: Re: Andere Sichtweise (inspiriert von der BBC Serie

Ich sehe eigentlich nur einen wesentlichen evolutionären Vorsprung des Menschen im Vergleich zu anderen Lebewesen: eine effizientere Archivierung und Weitergabe von Information.

Aus diesem Grunde sind für mich biologische Organismen mit Nervensystemen weitestgehend wert-gleich - Homo Sapiens (auch die Quasi-Sapiens-Ausprägung) hat halt die höchstentwickelte Kommunikation.

Der Mensch ist Teil der Natur. Jedes Lebewesen, das seine eigene Lebensgrundlage (beim Menschen die Biosphäre des Planeten) zerstört, ist (siehe Darwin) "unfit" und wird aussterben.

Und Sie haben recht: Natur ist stärker. Auch nach dem menschengemachten ökologischen Supergau wird es "Leben" geben - wie hoch entwickelt und wie seine Evolution verläuft, kann niemand vorhersagen.

Antworten Gast: ichpacksned
27.08.2010 10:20
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Re: Andere Sichtweise (inspiriert von der BBC Serie

Nein, denk ich nicht. Die Frage ist aber: selbst wenn wir uns zusammenreissen würden, könnten wir dann "überleben"? Bisher hat das noch keine Spezies geschafft (jaja, böse Natur und vor allem böse Evolution). Der Mensch ist (ob seiner Blödheit zum Glück) nur eine Sprosse auf der Leiter der Evolution, der nächste - und vielleicht vorausschauendere - Nachfolger wartet schon auf seine Chance.

Re: Re: Andere Sichtweise (inspiriert von der BBC Serie

Memetische und technologische Evolution sind heisse Kandidaten auf die Nachfolgerschaft.

Im Bereich "Leben": Kakerlaken und Ameisen sind ziemlich robust, gegenüber der Menschheit.

Antworten Gast: MIB
27.08.2010 09:58
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Re: Andere Sichtweise (inspiriert von der BBC Serie

im eigenen interesse schon, ja. ich hoffe diese fehlerhafte spezies mensch ist noch zu retten.

Antworten Antworten Gast: Markus Trullus
27.08.2010 12:52
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Re: Re: Andere Sichtweise (inspiriert von der BBC Serie

Ihr Wort in des Schöpfers Gehörgang (ich glaub dran, auch wenn andere das vehement in Frage stellen: sie haben dann einen Gott nahmens: "es gibt keinen Gott", dem sie opfern und dienen :-) )
Spass beiseite: mal unter Systemtheorie und selbstlernender Organsiationsentwicklung nachlesen. Da gehen einem die "inneren Augen" über. Empfehlenswert!

Re: Re: Re: Andere Sichtweise (inspiriert von der BBC Serie

Systemtheorie, selbstlenende Organisationsentwicklung - spannende Gebiete.

Bitte um Memetik ergänzen, Spezies-Evolutions-Psychologie, Thermodynamik (Systementropie) - dann bekommt man wirklich ein interessanteres Bild.

Bzgl. "Gott": warum ist es für Sie so schwer vorstellbar, dass es einfach Wesen gibt, die keine Metaphysik und keine Phantasmen in ihrer persönlchen Wirklichkeit benötigen?
Müssen Sie diesen Wesen auch irgendeinen "Glauben" andichten, um sich selbst in dem Ihren zu rechtfertigen?

Spezies-Evolutions-Psychologie erklärt auch dieses Verhalten - ein psychologisches Phänomen der Verhaftung in kindlichem Obrigkeitsgehorsam bis ins Erwachsenenalter, welcher von sozialen Eliten über Jahrtausende gefördert und quasi in die Nutzmenschen reingezüchtet wurde, weil es ihnen dazu dient, diese zu kontrollieren!
Alle, die prinzipiell zu "glauben" bereit sind, statt nach "Wissen" zu suchen, sind durch Regeln leicht zu kontrollieren (egal ob diese einer metaphysischen oder bürokratischen Einheit zugeschrieben werden). ;-)

Lassen Sie sich doch in Ihrer persönlichen Evolution nicht von was unnötigem (nur Ihrer Kontrolle durch andere dienendem) wie Glauben blockieren! Werden Sie frei (und erwachsen)!