Muslimische Länder, Organisationen und Einzelpersonen haben fast eine Milliarde Dollar (787 Mio. Euro) für die Flutopfer in Pakistan zugesagt. Die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) erklärte am Sonntag, das Geld komme von Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und Spendenaktionen in Saudi-Arabien, der Türkei, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar.
Der OIC-Vorsitzende Ekmeleddin Ihsanoglu sagte auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem pakistanischen Außenminister Shah Mahmood Qureshi, Muslime gehörten zu den größten Spendern, was Bargeld als auch Hilfsgüter betreffe. Ihsanoglu äußerte sich nicht dazu, wer wie viel Geld zusagte oder dazu, ob das Geld an die Regierung oder Hilfsorganisationen geht.
Der pakistanische Ministerpräsident Yousuf Raza Gilani kritisierte am Sonntag Spenden an Nichtregierungsorganisationen. Er erklärte auf einer Pressekonferenz in seiner Heimatstadt Multan, 80 Prozent dieser Hilfe komme nicht bei den Bedürftigen an. Stattdessen solle das Geld direkt an seine Regierung gehen.
Seit Beginn der Hochwasserkatastrophe durch heftigen Monsunregen im Norden sind weite Landstriche Pakistans überflutet, mehr als eine Million Häuser zerstört und mehr als acht Millionen Menschen auf Soforthilfe angewiesen.