WIEN (nor). Anno 2007 war ein Spanier namens Israel Meléndez einer der Ersten, die das neu gegründete soziale Netzwerk „Twitter“ nutzten. Das brachte ihm dieser Tage eine schöne Belohnung ein: Meléndez verkaufte einem Bericht der spanischen Zeitung „Público“ zufolge sein Twitter-Konto, das er einst sinnigerweise unter dem Namen „@Israel“ eingerichtet hatte, an die israelische Regierung.
Nach Einrichtung dieses Twitter-Accounts wurde er offenbar von vielen Internet-Usern für eine offizielle Seite des Staates Israel gehalten: Es wurde nämlich zusehends mit antisemitischen Nachrichten und Kritik an Israel überflutet. Darauf hörte Meléndez, der in Florida lebt und eine bekannte Porno-Homepage betreibt, auf, seinen Account zu nutzen.
Nur per Zufall will er im vorigen August wieder einmal ins Postfach des Kontos geschaut haben – und dort fand er demnach überraschend ein Angebot von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu: Israel wolle das „@Israel“-Kürzel erwerben.
Account-Handel an sich illegal
Die folgenden Verhandlungen seien „extrem heikel“ gewesen. An sich verbieten die Geschäftsbedingungen von Twitter nämlich den Handel mit Konten. Daher wurde die Firma in die Transaktion eingeschaltet, um zu gewährleisten, dass das Verkaufsverbot durch eine Sondervereinbarung umgangen werden konnte. Am Ende soll laut „Publico“ eine sechsstellige Summe geflossen sein. Weder Twitter noch Israels Außenministerium wollten die Transaktion kommentieren.
Israel bemüht sich um Präsenz in sozialen Medien wie Facebook, FlickR und YouTube. Seit 26. August ist das Außenministerium nun auch auf Twitter vertreten.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.09.2010)
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