Weltbank: 44 Millionen Hungernde mehr seit Juni 2010

15.02.2011 | 17:08 |   (DiePresse.com)

Der Weltbank-Index, der die Preise für Lebensmittel misst, ist nur noch 3 Prozent von seinem Allzeithoch aus 2008 entfernt. Die kritische Grenze für extreme Armut liegt bei rund 90 Euro-Cent für den täglichen Einkauf.

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Hohe Preise für Nahrungsmittel zwischen Juni und Dezember 2010 haben rund 44 Millionen Menschen in die Armut getrieben, schreibt die Weltbank in ihrem aktuellen "Food Price Watch". Die Zahl entspricht einem Nettowert nach Abzug jener Personen, die es in diesem Zeitraum aus der Armut herausgeschafft haben. Betroffen sind vor allem Menschen in Niedriglohnländern und in Ländern mit mittelhohen Löhnen.

Als extrem arm bezeichnet die Weltbank jene Menschen, die weniger als 1,25 US-Dollar (rund 90 Euro-Cent) täglich zur Verfügung haben. 68 Millionen Menschen sind im untersuchten Zeitraum unter diese Grenze gefallen. Gleichzeitig haben sie 24 Millionen Menschen wieder überschritten.

"Preise nähern sich gefährlichem Niveau"

Die weltweiten Nahrungsmittelpreise steigen auf ein gefährliches Niveau, sagt Weltbank-Präsident Robert B. Zoellick. Der Index für Nahrungsmittelpreise ist im Zeitraum Oktober 2010 bis Jänner 2011 um 15 Prozent gestiegen. Damit ist der Index nur mehr drei Prozent vom Allzeithoch aus dem Jahr 2008 entfernt.

Der Weizenpreis hat den stärksten Anstieg verzeichnet, heißt es im Report. Zwischen Juni 2010 und Jänner 2011 hat er sich verdoppelt. Bei Mais betrug der Preisanstieg im selben Zeitraum 73 Prozent, weniger stark gestiegen sind die Preise für Reis. Zucker und Speiseöl wurden ebenfalls empfindlich teurer. In Folge höherer Preise für Mais, Zucker und Öl verteuerten sich auch unterschiedlichste andere Lebensmittel.

(Red.)

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20 Kommentare
Gast: Günther
17.02.2011 13:04
0

interessant

"Gold bezeichnet man auch als Gold."..lustig nicht??
Hab am Anfang lang gebraucht um das zu verstehen..aber jetzt :-)...ich denke, wenn man sich diese Aussage mal genauer ansehen würde, könnte man die Problematik "steigende Rohstoffpreise" viel besser bearbeiten.

Liebe Grüße

So bedauerlich Preissteigerungen für arme Länder auch sein mögen,


Tatsache ist, dass die Agrarrohstoffpreise inflationsbereinigt derzeit noch billiger sind, als in den 70er Jahren. Was wir jetzt sehen ist eine Folge der massiven monetären Inflation.

Nach oben ist da eigentlich langfristig betrachtet noch sehr viel Spielraum vorhanden.
Wir werden uns daran gewöhnen müssen wieder mehr für Lebensmittel ausgeben zu müssen - ich meine qualitativ gute Lebensmittel.
Das "ungesunde" Industriefutter wird man vermutlich weiterhin relativ günstig bekommen.

Wie gesagt die armen Länder werden sich dem nicht so rasch anpassen können. Da wird es Probleme geben, oder diese gibt es bereits.
Eigenversorgung war und ist daher immens wichtig.

Gast: gast
16.02.2011 09:43
0

Nebenbei ..

jetzt hat der iran bald die atombombe, indien, pakistan und israel haben sie ohnehin schon, und ein paar andere bevölkerungsreiche staaten arbeiten auch daran ..

.. wenn das so weitergeht, dann erledigt sich das problem der überbevölkerung ohnehin von selbst ...
ach ja .. und der fallout kümmert sich natürlich nicht um schengen grenzen .......

Hauptsache ich,

ein gefährlicher Irrweg das mit dem sogenannten BIOSPRIT, menschenverachtend und obendrein auf das äußerste umweltschädlich. Und das nur , wie Qualtinger einstmals sagte "ich waß net wo I hinfoahr, dafür bin ich umso früher dort". Abgesehen vom verantwortungslosen Bevölkerungswachstum und der Verminderung der Recourcen und Böden, aber bis die Bevölkerungszahlen sich stabilisieren, muss man ob man will oder nicht, die Verschwendung von Lebensmittel für solch ein unsinniges Tun wie die BIOSPRIT Erzeugung unterlassen, stattdessen wirkliche Aussenpolitik machen um den Staaten die ihre Bevölkerung überproportional wachsen lassen klar zu machen nicht nur der entwickelte Norden hat Verantwortung für den Planeten und Rohstoffsicherung kann nicht das einzige Ziel der Zusammenarbeit sein, denn an den Problemen weit weg von uns gehen wir morgen selbst zugrunde.

Gast: Echelon
15.02.2011 22:00
1

Alle reden von den Spekulanten...

...aber niemand von der zugrundeliegenden Tatsache des gewaltigen Bevölkerungswachstums in den Entwicklungsländern! Afrika und Südasien verdoppeln alle 23 Jahre ihre Bevölkerung! Alle wollen selbstverständlich genügend essen, die Anbauflächen für Getreide können damit aber nicht mithalten! Wann gehen die Grünen endlich dafür auf die Strasse, den Frauen in den Entwicklungsländern eine Ein-Kind-Familie a la China aufzuzwingen?

Re: Alle reden von den Spekulanten...


Der einzige wirkliche Grund für seit ca. 5 Jahren stärker steigenden Agrarrohstoff- Preise ist m.E. die hohe monetäre Inflation (Ausweitung der Geldmengen), die weltweit läuf.

Alle anderen Geschichten sind einfach nur Begründungen die plausibel erscheinen, aber nicht die Wurzel anpacken.
Diese Geschichten gibt es schon sehr lange.

Antworten Gast: nnnnnnnnnnnnnnnnnnn
16.02.2011 00:17
0

Re: Alle reden von den Spekulanten...

Kinder gelten in armen Ländern als versicherung für das alter.
Da es keine Sozialsysteme gibt,anders als hier schiebt man sie nicht in Altersheime ab und vergißt sie.

Re: Re: Alle reden von den Spekulanten...

Dann braucht man sich aber auch nicht wundern, wenn die Lebensmittel immer teurer werden.

China wird bald anfangen die Preise z.B. auf Weizen deckeln.

Allerdings nur in China.

Der Weltmarkt bringt eben doch nicht immer niedrige Preise.

Etwas genauer betrachtet. Alle reden von der "globalen Erwärmung", aber niemand will die tatsächliche Wurzel ALLER Probleme dieses Planeten ansprechen: die explodierende Überbevölkerung!


So sieht exponentielles Wachstum aus:

Jahr Bevölkerung in Millionen
-10000 4
-1000 50
-750 60
-500 100
-400 162
-200 150
1 170
200 190
400 190
500 190
600 200
700 207
800 220
900 226
1000 310
1100 301
1200 360
1250 400
1300 360
1340 443
1400 350
1500 425
1600 545
1650 470
1700 600
1750 790
1800 980
1850 1.260
1900 1.650
1910 1.750
1920 1.860
1930 2.070
1940 2.300
1950 2.400
1960 3.020
1970 3.700
1974 4.000
1980 4.430
1987 5.000
1990 5.260
2000 6.070
2010 6.892
2050 9.000 (Ex.)

Pro Jahr kommen 80 Millionen Menschen dazu!

http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cberbev%C3%B6lkerung

Re: Etwas genauer betrachtet. Alle reden von der


Die Natur wird die Überbevölkerung auf ihre Weise lösen, schätze ich. Aber das könnte leider ziemlich unfreundlich werden.

Die Erde wird den Menschen locker überleben. Da bin ich mir sicher.

Zumindest eine Mrd. Jahre.

Re: Re: Etwas genauer betrachtet. Alle reden von der


Richtig!

Und deshalb schaffen wir am Besten erst mal unser Bundesheer ab. :-)

Gast: leidersoistes
15.02.2011 20:27
2

für die machtgier der reichen und schönen wird nie genug da sein-

Millionen müssen hungern, aber die lobbypolitiker schütten lieber billionen euros und dollars in die rachen der bankster und spekulanten. die börsen werden diese uns bekannte welt in den völligen ruin und abgrund treiben. der ego- und wachstumswahn kennt keine grenzen.
voll bewusst werden die menschen in kriege und hunger getrieben, das geschäft mit dem tod, den gibt es nicht erst seit heute. schon seit langer zeit kommt immer wieder eine kleine gierige reiche mächtige minderheit an die macht und lebt auf kosten der länder und menschen.
auch heute ist auf diesem planeten eine ungezügelte heuschrecken-lobbypolitik im interesse der kapitalmärkte drauf und dran, die in die schuldenfalle getriebenen staaten zu ruinieren.
die weltbank, iwf, ezb, und hunderte an andere börsenkonstrukte und finanzmärkte wetten und machen geschäfte mit den untergang der staaten und cashen milliarden dafür ab. diese perversen geschäfte werden auch nicht unterbunden oder gar bestraft, nein diese bankensysteme werden von unseren politikern belohnt und mit hunderten Milliarden Steuergeldern der arbeitnehmer sogar subventioniert.
nein, für den hunger wäre genug da, aber für die habgier und machthunger von einigen wenigen wird nie genung da sein, so war es und ist es leider noch immer. die mächtigen und einflußreichen vips in davos usw.... und politiker wissen das. aber entgegen besseres wissen wird an diesem rücksichtslosen wachstums- kapitalismuswahnsinn auf kosten der menschheit festgehalten.

Gast: gast1984
15.02.2011 19:39
2

Millionen hungern und wir schütten Nahrungsmittel in den Tank!

Stichwort "Bio-Sprit", "Super E5"und "Super E10"!

Kranke Welt!

Antworten Gast: antiTroll
16.02.2011 07:16
0

Re: Millionen hungern und wir schütten Nahrungsmittel in den Tank!

Die Welt ist nicht krank, es sind nur eine Sorte Menschen, die an der Religiosität erkrankt sind, die an mittelalterlichen Schwachsinn glauben, der ihnen aus Hetzschriften das Ewige Leben verspricht, wenn sie diese Krankheit weiter verbreiten um damit die ganze Welt ins Chaos zu stürzen.

Gründe für die hohen Getreidepreise sind:

- Getreide wird vermehrt für die Energiegewinnung genutzt
- Monopolstellung einiger Konzerne auf bestimmte Getreide bzw Soja.

Antworten Gast: gast1984
15.02.2011 19:42
0

Re: Gründe für die hohen Getreidepreise sind:

Zentralbanken die Geld aus Luft "drucken" sind auch schuld!

Gast: Biersauer
15.02.2011 17:23
1

Wie sollte sonst diese Entwicklung weitergehen?

Die Religiösen haben die Zwangsehe, die Vielweiberei, die Pädophilie, die Kinderehe und das Dogma von "Liebet und vermehret euch" auf ihre Fahnen geschrieben.
Bald gibts schon eine Bevölkerung von 8 Milliarden und Menschen können vom Sparen allein, nicht leben, so wie die GrünInnen das immer predigen.
Jetzt gibts bald auch kein Erdöl mehr und der elektrische Strom wird Dank den Grünen ebenfalls zur Mangelware.
Kritik an den Religiösen darf ebenfalls nicht mehr sein, und was kommt morgen?
Offensichtlich nur neue Staatsschulden!

Antworten Gast: gast1984
15.02.2011 19:44
0

Re: Wie sollte sonst diese Entwicklung weitergehen?

Vielleicht wollen die GrünInnen das wir "Soylent Green" fressen.

Gast: Eurrora
15.02.2011 17:20
1

Allein in den USA gibt es 44 Millionen Personen,

welche Lebensmittelkarten bekommen um sich sich zu ernähren.
Auf die Anderen in andern Ländern ,wurde einfach vergessen?

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