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Die Tortur transsexueller Türken

10.06.2011 | 18:56 |  von Duygu Özkan (Die Presse)

Schwule und Lesben werden in der Türkei oft tätlich angegriffen. Gleichzeitig ist eine der beliebtesten Sängerinnen des Landes transsexuell. In der Türkei ist Homosexualität nicht verboten.

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Von den vielen Misshandlungen und Attacken in ihrem Leben hat Yaşar nach eigenen Angaben eine fast nicht überlebt: Als ihr jemand ein Messer in die Lunge rammte. Weil das Leben für sie als Transsexuelle in der Türkei lebensgefährlich sei, hat Yaşar – sie ist auf einem Auge blind – im September 2009 einen Asylantrag in Österreich gestellt. Dieser wurde allerdings abgelehnt – Yaşar soll am Mittwoch abgeschoben werden.

Der Fall der Transgenderfrau hat nicht nur in der Homo- und Transsexuellenszene für heftige Debatten gesorgt: Bei einer Abschiebung drohe ihr die Ermordung, sagt Jo Schedlbauer vom Wiener Verein für Transgenderpersonen „TransX“. Dass die Situation von Homo- und Transsexuellen in der Türkei kritisch ist, stellen auch Menschenrechtsorganisationen wie „Amnesty International“ und „Human Rights Watch“ regelmäßig fest. Demnach stehen Yaşars Erlebnisse symptomatisch für den Umgang der Türkei mit Homo- und Transsexuellen. Gerade letztere, sagt die türkischstämmige Grün-Nationalratsabgeordnete Alev Korun, hätten es noch schwerer als Schwule, da sie sichtbarer seien: „Sie werden nach Lust und Laune attackiert, verprügelt und ermordet.“

 

Schwule nicht ins Militär

In der Türkei ist Homosexualität de jure nicht verboten, wird aber von der breiten Öffentlichkeit nicht akzeptiert. Einer Umfrage der Zeitung „Milliyet“ nach gaben 76Prozent der Befragten an, Homosexualität verstöre sie. Erst vergangenes Jahr hat Familienministerin Selma Aliye Kavaf in einem Interview mit der Tageszeitung „Hürriyet“ erklärt, dass Homosexualität eine „Krankheit“ sei und „behandelt“ werden müsse.

Mit demselben Argument werden Schwule vom Militärdienst befreit, allerdings sollen sie einen Nachweis für ihre sexuelle Neigung erbringen – Fotos oder Videos, die sie beim Geschlechtsverkehr mit einem Mann zeigen. Das Militär selbst negiert diese Praxis, während der Istanbuler Schwulen- und Lesbenverein „Lambda“ von vielen solchen Fällen berichtet.

Mit dem Verein selbst führen die Istanbuler Behörden regelmäßig einen Kleinkrieg: Mehrmals war „Lambda“ wegen „Verletzung moralischer Werte und Familienstrukturen“ von der Schließung bedroht; zuletzt gewann der Verein einen vier Jahre andauernden Prozess und darf seine Beratungsstelle nun weiterführen.

Wird Homo- und Transsexualität im Alltag wenig geduldet, gilt das für das Showbiz ganz und gar nicht. Bereits in den 1960er-Jahren trat Zeki Müren – einer der beliebtesten Sänger seiner Zeit – geschminkt und in extravaganten Damenkleidern auf. Er hat seine sexuelle Neigung aber öffentlich nie bekundet – im Gegensatz zur Sängerin Bülent Ersoy. Als Mann geboren, hat sich die 59-Jährige in den 1980er-Jahren einer Geschlechtsumwandlung unterzogen. Ihre Transsexualität ist in den türkischen Medien selten ein Thema, selbst Ersoy äußert sich kaum dazu. Ihre Alben verkaufen sich seit Jahrzehnten sehr gut.

Nur vor drei Jahren, als das türkische Militär in den Nordirak einmarschierte, um die kurdische PKK zu zerschlagen, sorgte Ersoy für einen Eklat: Sie würde ihren Sohn nicht zum Militär – also in den Tod – schicken. Als die Behörden sie (erfolglos) verklagten, zerbrach sich der Boulevard den Kopf: Würde sie in ein Frauen- oder Männergefängnis kommen?

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.06.2011)

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33 Kommentare
 
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JosefGott
13.06.2011 00:29
0 0

"Verein Menschenrechte" hat diese Situation zu verantworten

jetzt sloo der Verantwortliche zu seinem Fehler stehen und sich zu Frau umoperieren zu lassen und in das Land zu reisen.


Antworten Gast: Dr. Hir.
11.06.2011 19:56
1 2

Re: Nicht die Homosexualität ist nicht das Problem, sondern der Islam!

Korrigierte Überschrift:
Nicht die Homosexualität ist das Problem, sondern der Islam!
Mea culpa!

Antworten Antworten Gast: kein Islamist
11.06.2011 20:41
9 0

Re: Re: Nicht die Homosexualität ist nicht das Problem, sondern der Islam!


und die Parteien, die mit dem Islam gegen Homosexuelle hetzen…!


Antworten Antworten Antworten JosefGott
13.06.2011 00:47
0 0

Re: Re: Re: Nicht die Homosexualität ist nicht das Problem, sondern der Islam!

FPÖ?

JJD_92
11.06.2011 15:18
4 6

"da sie sichtbarer seien"

und was wäre, wenn sie in der Öffentlichkeit einfach ein Kopftuch tragen würden?

Gast: Sadi
11.06.2011 12:16
4 15

Exotische Blutauffrischung

Fonsi, Gerry und Co können sich freuen, wenn sie exotischen Zuwachs bekommen. Eine Weltstadt wie Wien, die für alles offen ist und alles aufnimmt, was sonst wo nicht geduldet wird freut sich immer wenn sie helfen kann. Rot Grün wird hohe Subventionen gewähren, dass diese Leute ein sorgloses Leben gemäß ihrer Neigungen führen können.

Antworten Gast: Vogel Strauss
11.06.2011 16:39
2 0

Re: Exotische Blutauffrischung

Wien ist anders ...

Gast: Droddelparty
11.06.2011 11:05
5 5

Baut ihnen ein Wien ein Transencenter die Leistungsträger zahlen gerne und freuen sich auf Euch

Grüne: Keine Abschiebung von Transsexueller in die Türkei
Utl.: Kickert und Lunacek fordern: Yasar Öztürk muss bleiben =

Wien (OTS) - Angesichts des abgelehnten Asylantrags und der
drohenden Abschiebung der Transsexuellen Yasar Öztürk in die Türkei
spricht sich Bundesrätin Jennifer Kickert, Grüne Sprecherin für
Gleichstellung von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen,
vehement für den Verbleib von Öztürk in Österreich aus: "Yasar hat in
der Türkei vollständig als Frau gelebt und war Opfer von Gewalt, wie
das in der Türkei gegen Transsexuelle leider öfters der Fall ist

Die Grünen Andersrum erklären sich solidarisch und unterstützen die
Kundgebung "Yasar muss bleiben!" am Mittwoch, den 8. Juni 2011 um 17
Uhr vor dem Schubhaftgefängnis am Hernalser Gürtel/Ecke Breitenfelder
Gasse in 1080 Wien.

Gast: Messalina-X
11.06.2011 09:42
14 21

"Alev Korun, hätten es noch schwerer als Schwule, da sie sichtbarer seien: „Sie werden nach Lust und Laune attackiert, verprügelt und ermordet.“

da wundert mich doch wirklich, warum sich Frau Korun nicht in ihrer Heimat für die Rechte ihrer Mitbürger einsetzt und statt dessen hier im gemachten Nest sitzt und uns Moral beibringen will, gell Frau Korun, man sollte zuerst vor der eigenen Türe kehren und nicht andauernd nur unsinnige Forderungen stellen

Antworten Judas
11.06.2011 12:51
16 9

ihnen ist aber bekannt, dass korun österreicherin ist?

...und sich nebenbei aktiver für diesen staat engagiert, als sie, sie wohnzimmermeinungsspender?

Antworten Antworten Gast: Gasti
11.06.2011 19:07
1 9

Re: ihnen ist aber bekannt, dass korun österreicherin ist?

Wohl nur auf dem Papier.

So wie ich mir meine Freunde nach meinen Kriterien aussuche, so sucht sich der Oesterreicher seinesgleichen.

So ist das.

Antworten Antworten Antworten Judas
12.06.2011 06:07
4 1

Re: Re: ihnen ist aber bekannt, dass korun österreicherin ist?


Antworten Das_Wahre
11.06.2011 10:21
9 14

Re:

WUNDERBAR FORMULIERT!!!!

Gast: Gaston_
11.06.2011 09:10
24 9

„Schwule und Lesben werden in der Türkei oft tätlich angegriffen.“


Bevor in diesem Forum wieder der Reflex kommt gegen das Feindbild Türkei zu schreiben, sollte man sich überlegen, welche (w)irren Position manche Parteien oder Kirchen in Österreich haben…


Antworten Gast: Peter M.
11.06.2011 10:00
15 2

@ Türkei & „welche (w)irren Position manche Parteien oder Kirchen in Österreich haben“

Gleich und gleich gesellt sich gern…

billicat
11.06.2011 09:01
8 14

Alev Korun

In der Türkei gäbe es viel Arbeit und Österreich könnten sie lassen wie wir es geschaffen haben.

Antworten ss1903
11.06.2011 10:33
13 6

Re: Alev Korun

Als Abgeordnete ist sie Österreicherin also gehört sie zu " wir" dazu.

Cuchulainn
11.06.2011 08:35
6 14

Bald auch in Österreich.

Wenn's nach den Linken geht.

Die Tortur transsexueller Türken!

mächtig interessant :-)

Gast: 453459u
11.06.2011 07:11
22 0

in österreich ist es auch nicht viel anders

wir wissen nur noch nicht ob hansi hinterseer wirklich
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ein sänger ist

Gast: ach
11.06.2011 02:23
21 4

menschenrechtlich

ein klarer fall für eine asylgewährung in ö. - wenn schon die türkei nicht fähig ist für die sicherheit u. einhaltung der fundamentalen menschenrechte zu sorgen!

3 2

Re: menschenrechtlich

Transsexuelle TürkInnen sind sicher mal eine Abwechslung zu jenen, die wir schon in Österreich haben.

Antworten Antworten gamikoe
11.06.2011 11:57
1 0

Re: Re: menschenrechtlich

@Transsexuelle TürkInnen sind sicher mal eine Abwechslung zu jenen, die wir schon in Österreich haben.

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:-) bestes Post des Tages!! Das hebt meine trieste Stimmung!! Danke!!

1 0

Re: Re: Re: menschenrechtlich

Freut mich, Sie erheitert zu haben ;)

Gast: Hans F
11.06.2011 00:21
11 13

Zum Abgewöhnen

Gibt es außer Türkenthemen sonst noch was in der Presse?
Keine Presse ohne Türkenstories.

 
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