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US-Gericht lehnt Gnade für Todeskandidat Troy Davis ab

20.09.2011 | 20:34 |   (DiePresse.com)

Am Mittwoch wird der 42-Jährige für einen angeblichen Polizistenmord hingerichtet. Ein Gericht hat ein Gnadengesuch abgelehnt. Ex-Präsident Jimmy Carter und Papst Benedikt XVI. hatten Gnade gefordert.

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Es ist einer der umstrittensten Justizfälle der USA: Am Mittwoch wird der 42-jährige Afroamerikaner Troy Davis im Gefängnis der Stadt Jackson im US-Bundesstaat Georgia für den Mord an einem Polizisten hingerichtet worden, obwohl es keine Tatwaffe und auch keine belastenden DNA-Spuren oder Fingerabdrücke gibt. Ein Begnadigungsausschuss in Atlanta lehnte ein Gnadengesuch ab.

Davis soll 1989 in Savannah (US-Staat Georgia) einen jungen Polizeibeamten getötet haben, der einem attackierten am Boden liegenden Obdachlosen helfen wollte. Dafür wurde der heute 42-Jährige 1991 zum Tode verurteilt. Davis beteuert bis heute seine Unschuld.

Europarat hat "ernste Zweifel"

Der Generalsekretär des Europarates, Thorbjörn Jagland, hat an die US-Behörden appelliert, von der Hinrichtung  abzusehen. "Der Grund ist nicht nur unsere Ablehnung der Todesstrafe, sondern zuerst die ernsten Zweifel an der Lauterkeit des Urteils", sagt der ehemalige norwegische Regierungschef am Dienstagabend laut einer Aussendung.

Zahlreiche Persönlichkeiten, darunter Ex-Präsident Jimmy Carter und Papst Benedikt XVI., hatten bereits Gnade für Davis gefordert. Weltweit unterzeichneten nach Angaben von Unterstützern rund eine Million Menschen ein Gnadengesuch für ihn. Allein in den letzten 72 Stunden wurden demnach knapp 200.000 Unterschriften gesammelt.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton sprach sich am Montag für Davis' Begnadigung aus. Es habe stets Zweifel an den Beweisen gegeben, aufgrund derer Davis verurteilt wurde, erklärte Ashton. Im Falle der Todesstrafe bedeute ein Fehler, den kein Rechtssystem ausschließen könne, den unwiederbringlichen Verlust unschuldigen Lebens.

"Hinrichtung einfach nicht angebracht"

Stephen Marsh, ein Anwalt von Davis, sagte am Montag, es seien in den Fall "erhebliche Zweifel" aufgekommen. "Angesichts der Menge der Zweifel in diesem Fall, glauben wir, dass eine Hinrichtung einfach nicht angebracht ist", sagte der Anwalt.

Im August 2009 hatte der Oberste Gerichtshof ein Bundesgericht beauftragt, den Fall neu aufzurollen. Obwohl sieben der neun Zeugen ihre Aussagen gegen Davis zurückzogen, bestätigte das Gericht in Savannah im August 2010 das Todesurteil. Ende März 2011 scheiterte Davis mit einem letzten Berufungsversuch vor dem Obersten Gerichtshof der USA, der einen Antrag zur Wiederaufnahme des Verfahrens ablehnte.

Todesstrafe: Wie in den USA getötet wird

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(Ag.)

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35 Kommentare
 
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Gast: Hemingway
20.09.2011 23:18
3 0

Menschen sind Schweine,

wobei ich aber die Tiere nicht beleidigen möchte.

Gast: ein gast
20.09.2011 22:51
1 1

Ein wenig ist besser als garnicht.

Für alle die sich ein wenig öffentlich ärgern möchten. Hier ein Link zu Amnesty International mit der Möglichkeit Mails an die Zuständigen zu senden.

http://takeaction.amnestyusa.org/siteapps/advocacy/ActionItem.aspx?c=6oJCLQPAJiJUG&b=6645049&aid=516533&msource=W1109EADP04D&tr=y&auid=9522343

Gast: Hemingway
20.09.2011 21:58
3 0

Niemand hat das Recht, jemanden zu töten !

Es besteht der Verdacht, dass die USA die größte Verbrecher Nation der Welt sind .

Re: Niemand hat das Recht, jemanden zu töten !

Ganz kann ich Ihnen nicht beipflichten. Jemanden töten zu dürfen, der einen oder mehrere andere vorsätzlich oder aus "niederen" Gründen getötet hat, sollte allgemeine Anerkennung finden. Das ist menschlich ganz normal.

Re: Re: Niemand hat das Recht, jemanden zu töten !

Nein. Affe tötet niemals Affe!

Antworten Antworten Antworten Gast: Markus Trullus
22.09.2011 13:17
0 0

Re: Re: Re: Niemand hat das Recht, jemanden zu töten !

Da scheinen sie die Forschungsergebnisse von Godall nicht zu kennen... leider auch unter unseren Geschwisterprimaten....

Re: Re: Re: Re: Niemand hat das Recht, jemanden zu töten !

Das war ein Spruch aus "Eroberung des Planeten der Affen". Ale ein Affe enen anderen Umgebracht hat, riefen ihn die anderen Affen, weil es in ihrer Gesellscheft nicht vorkommen sollte.
Selbstverständlich ist mir bekannt dass Affen sich gegenseitig töten. Deswegen sind wir ja nicht besser als sie.

Gast: Dr Dietmar Zuckel MA48
20.09.2011 21:17
3 0

http://de.wikipedia.org/wiki/Troy_Davis

"Die Verurteilung beruhte ausschließlich auf Aussagen von Augenzeugen.

Seither haben sieben von neun Belastungszeugen ihre Aussagen widerrufen und die Polizei beschuldigt, sie zu falschen Aussagen genötigt zu haben.

Der Zeuge, der Davis zur Anzeige gebracht hatte (und der immer noch die Täterschaft von Troy Davis behauptet), war definitiv am Tatort und stand ursprünglich selbst unter dem Verdacht, den Mord begangen zu haben."

Gast: check
20.09.2011 20:46
0 5

Wer rechtskräftig verurteil wird hat sein Verbrechen nicht "angeblich" gemacht

Es gibt einen durch alle Instanzen bestätigten Wahrspruch.

Gast: siggi
20.09.2011 20:36
3 0

Fehlurteil ?

Man sollte den Richter und die Geschworenen bei
einem Fehlurteil zur Rechenschaft ziehen, auch
sie könnte man Richten ;-)

Gast: keffi_alpha
20.09.2011 19:51
0 0

das ist hart an der grenze

... zu vorsätzlichem mord


Antworten Gast: Hemingway
20.09.2011 22:57
1 0

Re: das ist hart an der grenze

Mord ist immer vorsätzlich.

Der Tod ist keine Strafe...zumindest nicht für den Delinquenten.

Deshalb wird sie von intelligenten Menschen erst gar nicht verhängt.

1 0

Re: Der Tod ist keine Strafe...zumindest nicht für den Delinquenten.

Intelligente Menschen sind rein auf Rache aus?

Re: Re: Der Tod ist keine Strafe...zumindest nicht für den Delinquenten.

???
Würden Sie mir bitte den Zusammenhang Ihrer Frage mit meinem Posting genauer erläutern?

1 0

Re: Re: Re: Der Tod ist keine Strafe...zumindest nicht für den Delinquenten.

Sie sagen, Sie bevorzugen jene Strafe, bei der Delinquent mehr leiden muss.

Es ist einfach nur Bestemm!

Ganz offensichtlich soll hier mit allen Mitteln ein Exempel statuiert werden, welches signalisiert: WIR haben die Macht, WIR machen, was WIR wollen, weil wir es so für RICHTIG halten! Und wenn wir dabei über Leichen gehen; na wenn schon!

In den letzten Jahren haben andere US-Bundesstaaten sehr wohl aufgrund neu aufgerollter Prozésse und neuer Faktenlagen, bzw. neuer Untersuchungsmethoden (DNA-Spuren vom Tatort) ursprünglich zum Tode Verurteilte in die Freiheit entlassen. Die im Gefängnis verbrachten Jahrzehnte konnte man diesen Leuten leider nicht zurück geben; aber zumindest blieben sie am Leben. Und ein bisserl Haftentschädigung wird wohl auch noch dazu gekommen sein.

Leider gibt es aber noch immer in einigen Bundesstaaten Gouverneure, welche in einem inoffiziellen Todesurteils-Ranking Spitzenplätze belegen möchten. Einer von ihnen ist u.a. auch der republikanischen Präsidentschaftskandidat Tom Perry. Die Bibel in der einen Hand und das(bildliche) Henkersbeil in der anderen; das kommt offenbar bei den Ultrakonservativen und Radikalreligiösen gut an. Und was darüber hinaus gehen könnte, interessiert einfach nicht!

Gast: Ggrufti
20.09.2011 17:43
6 3

Wilder Westen

Es mutet schon seltsam an, wenn man wochentags Todesurteile spricht und sonntags brav in der "Kirche" dem Evangelium lauscht und wie weiland Pilatus seine Haende in Unschuld waescht. Ein wahrhaft scheusslicher Sumpf aus Falschheit und Heuchelei. Das angelsaechsische Rechtssystem ist sowieso unter jeder Kritik.

"A federal court simply cannot interpose

itself and set aside a jury verdict in this case absent a truly persuasive showing of innocence," Moore wrote. "To act contrarily would wreak complete havoc on the criminal justice system."

Antworten Gast: Frommer Gast
20.09.2011 18:17
0 0

Re: "A federal court simply cannot interpose

I may be naive, but I always believed it is a truly persuasive showing of guilt which is required to sentence a man - not a truly persuasive showing of his innocence not to do so.

Re: Re: "A federal court simply cannot interpose

Beyond reasonable doubt...

Gast: der_gast3
20.09.2011 17:11
5 2

Die

Beweise welche in entlasten sind nicht wasserdicht,aber jene welche in belasten schon.
Einzig und allein aufgrund der Aussage eines Typen welcher am Anfang selber ein Verdächtiger war wird ein anderer Mensch hingerichtet.
Keine Tatwaffe,alle anderen Zeugen springen ab oder wurden unter Druck der Polizei zu einer Falschaussage genötigt.
Vielleicht sollten sich das die ganzen unwissenden Schreihälse mal auf der Zunge "zagehn" lassen,wenn sie wiedermal nach Haftstrafen und Verurteilungen nach amerikanischen Modell schreien.

angeblicher Polizistenmord?

Was heisst hier bitte "angeblich"?

Re: angeblicher Polizistenmord?

Dass Zweifel bestehen, Sherlock.

Gast: sisterle
20.09.2011 16:43
6 2

Staatlich sanktionierter Mord


Gast: Free
20.09.2011 16:16
5 14

Amerika hat für Verbrecehr nichts übrig.

Also weg mit ihm - gut leben könnte so einer nur in Europa...

 
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