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Malta: Flüchtlinge wie Tiere behandelt

27.07.2006 | 00:00 |   (Die Presse)

Flüchtlingskrise. UNO protestiert gegen skandalöse Unterbringung von Einwanderern.

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VALLETTA/WIEN (basta.). Sie sind vor Elend, Armut und vermutlich auch politischer Unterdrückung geflüchtet - in Europa werden sie nun wie Tiere behandelt: Seit Tagen werden in einem Militärcamp auf der Mittelmeerinsel Malta elf Afrikaner in einem winzigen, stickigen Raum ohne Licht und Belüftung festgehalten. Drei Matratzen haben sie insgesamt zur Verfügung, ihre Bedürfnisse müssen sie in einer Plastikflasche verrichten.

Entdeckt hat das "Lager" das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR in der vergangenen Woche. Unternommen hat die Regierung bisher aber nichts. UNHCR-Sprecher Roland Schönbauer ist empört: Malta würde damit "klar gegen internationale Regelungen für Schubhaft verstoßen", protestiert er.

Schönbauer weist zudem daraufhin, dass sich unter den elf Afrikanern auch politische Flüchtlinge befinden könnten. Um so skandalöser sei es, dass diese traumatisierten Männer, die vermutlich Folter und Isolationshaft hinter sich haben, nun erneut in einem kleinen, dunklen Raum festgehalten werden.

Malta ist von der Flüchtlingskrise ganz besonders betroffen: Seit Jahresbeginn sind mehr als 1000 illegale Einwanderer aus Afrika auf der kleinen Mittelmeerinsel gestrandet. Die Regierung in Valletta ist mit der Situation völlig überfordert und hat bereits mehrmals die EU um Unterstützung gebeten.

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