Costa Concordia: Zeugin "in Schettino verliebt"

02.02.2012 | 15:29 |   (DiePresse.com)

Eine 25-jährige Moldawierin war mit dem Kapitän der "Costa Concordia" zusammen, als das Schiff einen Felsen rammte. Sie war nicht als blinde Passagierin an Bord.

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Die italienischen Justizbehörden haben nun eine junge Frau aus Moldawien eingehend befragt, die laut Medienberichten als wichtige Zeugin des Kreuzfahrtunglücks am 13. Jänner vor der Insel Giglio in Italien gilt. Dabei gab die 25-jährige Domnica Tschemortan zu, dass sie eine Liebesbeziehung zum 52-jährigen Kapitän Francesco Schettino hatte.

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Sie sei mit Schettino zusammen gewesen, als das Kreuzfahrtschiff einen Felsen rammte. Sie sei auch auf der Kommandobrücke des Schiffes gewesen. "Ich bin in Schettino verliebt", betonte sie. Sie sei sein Gast an Bord gewesen.

Keine blinde Passagierin

"Es ist unfair, ihn zu zerstören. Alle sind gegen ihn." Schettino habe mit seinem Verhalten mehrere Menschenleben gerettet, sagt die Frau der Turiner Tageszeitung "La Stampa". Die Reederei "Costa Crociere", Betreiber des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia", versicherte, dass die Moldawierin keine blinde Passagierin an Bord gewesen, sondern auf der Passagierliste gestanden sei. Tschemortan berichtete, dass sich alle Besatzungsmitglieder an Bord des havarierten Schiffes professionell verhalten hätten.

Die Frau sagte, sie habe für die Costa-Reederei auf anderen Schiffen gearbeitet und an Bord der "Concordia" ihren 25. Geburtstag feiern wollen. Ihre Aussagen wurden vom Oberstaatsanwalt der toskanischen Stadt Grosseto, Francesco Verusio, als besonders wichtig bezeichnet. "Es gibt viele Zeugen, jeder hat seinen Standpunkt. Wir wollen herausfinden, was sich wirklich an Bord des Schiffes abgespielt hat", kommentierte Verusio.

Abpumparbeiten wieder unterbrochen

Nachdem die Suche nach Vermissten im Wrack der "Costa Concordia" endgültig eingestellt worden ist, kommt es zu Problemen bei den Vorbereitungen für das Abpumpen des Öls, das sich im Schiff befindet. Wegen rauer See und starken Windes mussten die Arbeiten unterbrochen werden. Sie werden nicht vor Anfang kommender Woche beginnen, sagte der Kommandant der Hafenbehörde von Porto Santo Stefano, Ilarione Dell'Anna, am Donnerstag.

(c) AP Photo/Giacomo Aprili

(c) AP Photo/Giacomo Aprili


Wegen der schwierigen Wetterlage könne man schwer sagen, wann das Abpumpen beginnen könne. Wettervorhersagen geben wenig Anlass zu Optimismus. Meteorologen rechnen mit einer weiteren Verschlechterung in den nächsten Tagen. 24 Stunden Vorbereitung sind notwendig, bevor die Experten mit dem Abpumpen beginnen können.

17 Tote, 16 Vermisste

Die Suchaktionen im Inneren des Schiffs wurden aus Sorge um die Sicherheit der Taucher am Mittwoch für beendet erklärt. Bisher wurden 17 Tote aus dem am 13. Jänner vor der Toskana-Insel Giglio havarierten Schiff geborgen. Weitere 16 Personen werden noch vermisst.

Unterdessen hat die französische Staatsanwaltschaft hat eigene Ermittlungen zum Kentern des Kreuzfahrtschiffes eingeleitet. Sie wird sämtliche Überlebenden mit französischem Pass befragen lassen. Von den 4229 Passagieren kamen 462 aus Frankreich. Vier von ihnen starben, zwei werden noch vermisst. Die Behörde will so zur Aufklärung der Katastrophe beitragen und mögliche Versäumnisse bei den Evakuierungs- und Rettungsmaßnahmen identifizieren. Zudem soll das Ausmaß der verursachten finanziellen und psychischen Schäden evaluiert werden.

Costa Concordia: Einsatz am Schiffswrack

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(APA)

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15 Kommentare
Gast: Vogel Strauss
02.02.2012 19:00
1

Koitus interruptus??

Das hab ich mir gleich gedacht, wie die in den Medien aufgetaucht ist, dass der Käpt'n seine Finger anderswo hatte als am Steuerrad ...

Re: Koitus interruptus??

Die Hände am Steuerrad hat der Rudergänger, damit hat der Käpt'n beide Hände frei für andere Dinge.

Zusätzlicher Ärger ist gewiss!

Jetzt kriegt der Schifferl-Versenken-Captain auch noch gewaltige Brösel mit seiner Göttergattin. Er kann sich schon einmal um ein Ausweichquartier umsehen...

Antworten Gast: Der Grund, warum die meisten Männer/Frauen fremdgehen, ist die Gelegenheit!
02.02.2012 16:44
1

Re: Zusätzlicher Ärger ist gewiss!

BITTE nicht böse sein, ABER dass Schettino da vielleicht jetzt Bröseln mit der Ehefrau bekommt, dass ist in so einer schweren Katastrophe nicht einmal erwähnenswert....es waren Menschen an Bord, die nie mehr nach Hause kommen und VIELLEICHT froh wären, wenn sie NUR Bröseln in ihrer Beziehung hätten!

Gast: Internationale Betriebswirtschaft
02.02.2012 15:48
0

27 Jahre jüngere Navigierhilfe

richtig, auf der Brücke haben mehrere Verantwortliche zu sein, es gibt Warnsignale und Navigierhilfen und die 27 Jahre jüngere Dame aus Moldawien war wohl keine nautische Navigierhilfe sondern dem Kapitän in anderen Dingen - vermutlich bezahlterweise - behilflich

Antworten Gast: Vogel Strauss
05.02.2012 15:50
0

Re: 27 Jahre jüngere Navigierhilfe

Na geh - bei so einem feschen Mann wie dem Capitano ist das kostenlos; sie ist ja schließlich 'verliebt' ...

"Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps" lautet

ein altbekannter Spruch. In keinem Fall hat jedoch die Freundin/Bekannte oder was auch immer des Kapitäns irgendetwas auf der Brücke zu suchen gehabt!

Eines allerdings möchte ich gerne verstehen, vielleicht gibt es im Forum jemanden, der darüber wirklich Bescheid weiß: gibt es auf solche einem Riesenschiff keine optischen und akkustischen Signale, die rechtzeitig davor warnen, wenn das Schiff auf Grund zu laufen droht? Ein Schiff dieser Größe muss doch mit Spitzentechnologien ausgestattet sein. Sind nicht immer mehrere Personen auf der Brücke im Dienst? Für mich gibt es eine ganze Reihe von Fragen, deren Antwort ich leider nicht weiß.

Antworten Gast: oTTo
02.02.2012 16:02
0

Re: "Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps" lautet

...wenn Sie ihr Geschriebenes ganz langsam durchlesen, dann werden Sie erkennen, dass darin auch die Antwort enthalten ist....

"Sind nicht immer mehrere Personen auf der Brücke im Dienst"?
Wenn sie ungestört sein wollen???

"akkustischen Signale, die rechtzeitig davor warnen, wenn das Schiff auf Grund zu laufen droht"?
Es gibt in der Natur einen "Punkt", da würden sie nicht einmal die Welt zusammenbrechen hören....

Ps: es wäre der tragischste Höhepunkt, wenn es so gewesen ist!

Re: Re: "Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps" lautet

@oTTo, mein Verantwortungsgefühl würde Derartiges NIE zulassen! Ich bin keine Persönlichkeit, die den Überkick braucht, um in Fahrt zu kommen, wenn sie verstehen, was ich meine! Ein Kapitän, der Verantwortung für über 4000 PAX trägt, hat das Hirn im Kopf und nicht in der Hose zu haben!

Aber vielen Dank, Ihr Posting hat mich doch in meiner Annahme bestätigt!

Antworten Antworten Gast: bäuerlein
02.02.2012 18:31
0

Re: Re: "Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps" lautet

ihre fantasie in ehren, die sache war aber wahrscheinlich viel einfacher: alle diese warnanlagen und navigierhilfen muss man natürlich abschalten, wenn man so ein manöver machen will. das ist halt so lange gut gegangen, bis es jetzt eben gekracht hat. gestern hat man in rai 1 in der sendung "porta a porta" gesehen, dass das schiff quasi breitseits an den felsen getuscht ist (ein stück des felsens steckt ja noch im rumpf), und das können die fachleute bis jetzt auch nicht nachvollziehen, dass man sich bei diesem manöver so vertun konnte. aber vielleicht haben sie ja doch recht und er war gerade beim ausführen eines anderen manövers?

Re: Re: Re: "Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps" lautet

Er mußte ja den Felsen mit der Breitseite nehmen, weil er im letzten Moment nach Steuerbord (rechts) gedreht hat. Mit dem Bug ist er am Felsen noch vorbeigekommen, im hinteren Drittel hat es halt dann nicht mehr gereicht. Ein Schiff ist eben kein Auto, mit dem man so einfach einen Haken schlagen kann.

Re: Re: Re: "Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps" lautet

@bäuerlein, vielen Dank, mit der Zeit wird für mich die Situation klar.

"Es ist unfair, ihn zu zerstören. Alle sind gegen ihn." Schettino habe mit seinem Verhalten mehrere Menschenleben gerettet, sagt die Frau der Turiner Tageszeitung "La Stampa".

Wohl geistig umnachtet diese Frau!

Re: "Es ist unfair, ihn zu zerstören. Alle sind gegen ihn." Schettino habe mit seinem Verhalten mehrere Menschenleben gerettet, sagt die Frau der Turiner Tageszeitung "La Stampa".

"Si tacuisses .." kann man in diesem Fall nur sagen. Mag sein, dass die junge Dame ihre Qualitäten - als Tänzerin oder was auch immer - hat, Denken dürfte nicht zu ihren vorrangigen Talenten zählen.

Antworten Gast: Vogel Strauss
02.02.2012 14:52
1

Re: "Es ist unfair, ihn zu zerstören. Alle sind gegen ihn." Schettino habe mit seinem Verhalten mehrere Menschenleben gerettet, sagt die Frau der Turiner Tageszeitung "La Stampa".

Eher schlechtes Gewissen ...

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