26.05.2012 06:34 | Meine Presse Merkliste 0

Bis zu minus 51 Grad: Sibirische Eiswalze rollt

03.02.2012 | 18:21 |   (Die Presse)

Jenes Hochdruckgebiet, das eisige Luftmassen aus Sibirien und Zentralasien nach Europa drückt, wird sich noch einige Zeit halten. Bisher sind deswegen mindestens 170 Menschen erfroren, vor allem in Osteuropa.

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Moskau/Warschau/Rom/Ag. Nur Zyniker würden sagen, dass jetzt eben einfach Winter ist. Die laut Meteorologen für Anfang Februar doch ungewöhnlich intensive Kältewelle fordert vor allem in Osteuropa immer mehr Todesopfer: Allein in der Ukraine und Russland sind schon mehr als 170 Menschen erfroren, weitere Tote gab es unter anderem in Polen, in den baltischen Staaten und sogar in Italien.

In Warschau stieg die Temperatur am Freitag nur auf etwa minus 15 Grad Celsius, in Moskau auf minus 18, am frühen Morgen hatte es in beiden klar weniger als minus 20 Grad. Die Prognosen verheißen wenig Erwärmendes: Es wird kälter. Grund ist eine gewaltige „Zunge“ aus Kaltluft, die sich aus Sibirien und Zentralasien über Mittel- und Südosteuropa bis in den Ostatlantik schiebt – und weitere kalte Luftmassen rücken vorerst nach.

In der Ukraine starben in der Nacht auf Freitag mindestens 38 Menschen bei Temperaturen bis -32 Grad, meist Obdachlose (64 Leichen wurden laut amtlichen Angaben in den Straßen gefunden) und Arme, die sich keine Heizung leisten konnten. Insgesamt gibt es in der Ukraine mehr als 100 Kältetote, über 1200 Menschen werden wegen Erfrierungen in Spitälern behandelt. Beobachter vermuten, dass es noch weit mehr Opfer gibt.

Ein gewaltiger Tiefkühlschrank

Die russischen Behörden sprechen von 64 Menschen, die im Jänner erfroren sind, auch hier dürfte die Dunkelziffer höher sein. Die Fährverbindung zur Insel Putjatina vor der kälteerprobten Großstadt Wladiwostok am Pazifik war erstmals seit Jahren wegen Eis unterbrochen. Die extremsten Werte wurden in Zentralsibirien gemessen, etwa in der Teilrepublik Jakutien, deren Hauptstadt Jakutsk (270.000 Einwohner) am Freitag mit Werten zwischen -31 und -23 Grad einem Tiefkühlschrank glich.

Für die Jakuten ist das aber eher normal für diese Jahreszeit – und in Oimjakon im Osten Jakutiens, dem kältesten dauerhaft besiedelten Ort der Welt (rund 500 EW), hatte es am Freitag bis zu -51 Grad. Was aber im Vergleich zu den -68 Grad vom 6.Februar 1933 fast wieder milde ist.

In Polen erfroren seit Februarbeginn 17 Menschen, stellenweise hatte es am Freitag -30Grad. Besonders bedrohlich war die Lage für die 3500 Einwohner der masurischen Kleinstadt Dobre Miasto, die nach einem Defekt der Energieversorgung weder Strom noch warmes Wasser hatten. In Bulgarien behinderten Eisschollen die Schifffahrt auf der Donau, sie ist teils zu 60 Prozent zugefroren, teilte die bulgarische Donaubehörde mit. In Bulgarien erfroren mindestens elf Menschen.

Besser noch ein Norwegerpulli

In den baltischen Republiken starben mindestens fünf Menschen an der Kälte, auch die Skandinavier müssen wohl einen zweiten Norwegerpulli über den ersten streifen: In Nordschweden waren am Freitag bei unter -30 Grad mehrere Zugstrecken unterbrochen, da sie eingeschneit und Weichen eingefroren waren. In der Ortschaft Kvikkjokk-Arrenjarka in Schwedisch-Lappland wurden -42 Grad gemessen, der bisherige schwedische Kälterekord für heuer.

Auch die Deutschen froren, in der bisher kältesten Nacht dieses Winters von Donnerstag auf Freitag maß man in Thüringen und Sachsen -22, stellenweise -23,6 Grad, und es kühlt weiter ab. Ebenso wie in der Schweiz, wo es im gebirgigen östlichen Kanton Graubünden bis zu -27 Grad hatte; aber auch im westlichen Flachland zog es die Schweizer bei Werten um die -15 bis -17,5Grad ins warme Stuebli. Eher mild (meist zwischen etwa null und minus sechs Grad) war es in Nord- und Mittelitalien, doch führte starker Schneefall zu Verkehrschaos, etwa in Rom, wo sogar die Schulen am Freitag und heute, Samstag geschlossen wurden.

Glühwein schützt auch Affen

Indes hat ein Zoo in Kasachstan ein feines Hausmittel gegen die Kälte parat – und zwar für seine Affen: Glühwein. „Wir geben ihnen regelmäßig heißen gezuckerten Rotwein, das schützt sie im Winter vor Atemwegserkrankungen“, sagte die Chef-Veterinärin des Zoos von Karaganda, Swetlana Piljuk. Am Freitag hatte es in der viertgrößten Stadt des Landes -33 Grad.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.02.2012)

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57 Kommentare
 
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Gast: ciccio
07.02.2012 20:13
0 0

-6 grad in sueden italiens

also die Temperatur sank in Rom bis auf -6 aber in Mailand ist sie auf -15 C ... hab sie selbst gespuert... -.-

Gast: ZarvonWien
05.02.2012 15:55
1 0

Blöde Aufmerksamkeitsheischerei

Die -51 Grad aus Jakutien, die dort um diese Jahreszeit normal sind hier ins Spiel zu bringen in Bezug auf sibirische Luft in Europa, wo kaum die -20 unterschritten werden ist wieder einmal Populärjournalismus der billigsten Art. Und nebenbei bemerkt: Jakutien gehört nicht zu Sibirien, sondern zu Russisch-Fernost.

Gast: beschwerer
04.02.2012 13:30
0 0

es ist kalt

so what. im sommer kommt dann wieder die hitzewelle und auch die wird ihre opfer fordern. leider.

Gast: Trueman
04.02.2012 11:44
3 0

Ja diese Klimaerwärmung...

...haut ganz schön rein!
Zum Glück zahlen wir eh bald an irgendwelche Verbrecher ein Milliärdchen Euro und alles wird wieder gut. Und sollte das nicht reichen, dann gibt´s ja noch CO2 Zertifikate, mit denen dann in Afrika irgendwelche "Revolutionen" finanziert und "Demokratien" erschaffen werden...

Kaktus
04.02.2012 10:48
4 5

Lustig, diese Postings, die gleich mit Klimawandelskspsis kommen

Diese Leute
* können nicht Klima und Wetter unterscheiden
* haben die äußert warmen Monate Dezember und Jänner vergessen
* denken, dass die Welt am Horizont aufhört
* glauben, dass alle, die wegen dem Klimawandel besorgt sind, damit Geld verdienen
* haben Probleme mit Logik und sinnerfassendem Lesen
* werden wohl auch dieses Posting nicht verstehen

Antworten fefe
04.02.2012 11:47
4 1

Re: Lustig, diese Postings, die gleich mit Klimawandelskspsis kommen

Das Problem ist - ob Klima oder Wetter - das Klima wandelt sich immer und das ist nichts Neues. Auch vor 30 Jahren hat es Jahre gegeben in denen es kälter, wärmer oder einfach extremer in Sommer und Winter war.

Ja, das ist eine Weltsteuer, diese CO2-"Abgaben". Einhellig von korrupten Politikern abgeführt, wobei die meisten Länder sowieso kein Geld haben und dafür neue Schulden aufnehmen müssen.

Selbstverständlich, wer das nicht "frisst" ist blöd.

Biene78
04.02.2012 09:49
6 4

Aufgrund der extremen Klimaerwärmung

hat es in Jakutien nur - 51 °C.

Antworten fefe
04.02.2012 11:43
0 0

Re: Aufgrund der extremen Klimaerwärmung

Ich bin kein Zyniker und sage: Es ist Winter. Was denn sonst.

5 3

Komischerweise

ist die grausliche Kältewelle mit vielen Toten

im grün-roten standard.at

kein THEMA!

Antworten Gast: Trollblume
04.02.2012 10:41
0 1

Re: Komischerweise

haha, wenn man sich bemüht, kann man aus allem einen vorwurf konstruieren ;-)

Gast: PHM
03.02.2012 22:35
8 0

Das arme Wetter

So einen dämlichen Artikel über das Wetter habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Allein der erste Satz: „Nur Zyniker würden sagen, dass jetzt eben einfach Winter ist. “ Dann ist wohl jeder rational denkende Mensch ein Zyniker. Auch in Onlinemedien veröffentlichte Artikel sollten meiner Meinung nach zumindest das Niveau durchschnittlicher Schüleraufsätze erreichen.

Antworten Gast: Trollblume
04.02.2012 11:36
1 0

Re: Das arme Wetter

Die Presse scheint seit einer Weile kein Forum mehr zu sein für rational denkende Menschen.

Antworten Gast: schneegirl
04.02.2012 09:49
1 1

Re: Das arme Wetter

leserbriefe sollten aber auch zumindest schülerniveau haben, sie frostbeule

Antworten Antworten Gast: Jaja
04.02.2012 10:57
5 0

Re: Re: Das arme Wetter

Offensichtlich sind sie jung, die Kälte nicht gewöhnt und die hat Ihnen daher das Hirn etwas eingegfroren. Sonst würden Sie nicht so auf ein Posting antworten!
Vor 25 Jahren war es ganz normal, dass es z.B. Anfang/Mitte November oder Im Jänner -10 bus -20 Grad (meine Erfahrung in meiner Flachlandregion!) hatte. Damals bin ich mit dem Rad zum Bahnhof gefahren, was manchmal zur brutalen Rutschpartie wurde. Jetzt hier von Eisschränken, Eiswalzen und -51 Grad zu zu reden, ist lächerlich und nur reisserisch!! Vor allem, wenn die -51 Grad eine Region betreffen, wo diese Temperaturen zu dieser Jahreszeit normal sind! Und die Temperaturen derzeit bei uns sind auch normal und in den normalen Limits....nur in den letzten 15 jahren sind wir eben von zumeist milden Wintern verwöhnt worden, so dass wir normale Winter schon als Katastrophen empfinden!
War es vor 30 Jahren noch normal, dass wir wochenlang Schnee hatten (in unserer Flachlandregion bzw. meiner Heimatstadt), so haben wir jetzt schon seit Jahren nur mehr 1-2 Tage Schnee. Danach ist er weggeschmolzen. Jede Ausnahme - zurück zum Normal - wird mittlerweile auch als Katastrophe empfunden!
Sehen Sie sich mal langjährige Wetterstatistiken an! Dann wüssten Sie, dass die Medien hier nur etwas brauchen, um Katastrophenhypes herbeizuschreiben!

Antworten Antworten Antworten fefe
04.02.2012 11:50
1 0

Re: Re: Re: Das arme Wetter

Sehr richtig. Kein Grund zur künstlichen Aufregung.

Antworten Antworten Gast: PHM
04.02.2012 10:21
1 1

Re: Re: Das arme Wetter

Dann ist ja gut, dass Sie so rasch, korrekt und vor allem geistreich geantwortet haben -;)!

2 0

Re: Das arme Wetter

Sie haben vollkommen recht. Ich bin auch sehr verwundert, dass wegen der paar Minusgrade so ein Hype erfolgt. Dies deute ich als Indiz für eine immer dekadenter werdende Gesellschaft, welcher einfach fad im Schädel ist. Verwöhnt und pappsatt sind wir wohl und abgestumpft. Daher wird alles schriller und lauter, um unsere Aufmerksamkeit zu erwecken. Dies gilt nicht nur für die tuschenden Werbeeinschaltungen im TV, sondern auch für den Journalismus.

Es gibt strenge Winter, schneereiche oder auch milde. Das Wetter ist dadurch gekennzeichnet, dass es nicht konstant, sondern eben wechselhaft ist. Schon oft habe ich es erlebt, dass es -20°C im Winter hatte. Das ist wirklich nichts Ungewöhnliches.

Etwas anderes ist es, wenn Leute erfrieren. Das ist natürlich niemals "völlig normal"...

Antworten Antworten Gast: beschwerer
04.02.2012 13:35
0 0

Re: Re: Das arme Wetter

da muss ich Ihnen zustimmen. Kälte ist bei uns normal, und aus. Aber vor allem Frauen, ganz speziell die betont urbanen, sind ja geradezu stolz darauf, dass es ihnen IMMER, schon bei 20 Grad, zu kalt ist, und jetzt kommt halt das kollektive Massenbibbern, weil das so toll ist, darüber zu jammern, fast wie gemeinsam aufs Klo gehen. Aber das Menschen erfrieren, ist nicht lustig - und das sollte man nicht einfach mit dem lapidaren Satz "Es ist halt Winter" abspeisen.

0 0

Re: Re: Re: Das arme Wetter

Köstlich - Sie haben etwas angesprochen, was mir immer ein Rätsel war - WESHALB gehen die Tussis immer gemeinsam aufs Klo? Ich kenne da einen Macho... (seine Holde ist natürliche eine Tussi) - für ihn war die Welt erst wieder in Ordnung, als ich auch hinauslief, um mit ihr aufs Klo zu gehen. Aber ich schwöre, dort hat sich absolut nichts abgespielt, außer dass ich anmerkte, dass die Seife ausgegangen ist...

Antworten Antworten Gast: luke
04.02.2012 10:04
2 0

Re: Re: Das arme Wetter

so ist es. -20° im winter ist, wie ich finde, eher die regel. bisher habe ich schon viele winter erlebt, in denen es oft tagelang -10, -15, -20 grad hatte. was ist dabei außergewöhnlich?

Gast: Weder ungewöhnlich noch außergewöhnlich
03.02.2012 21:34
1 0

Der Mensch hat kein Wettergedächtnis, das ist das Problem...

Die Februarkälte ist eher normal, als abnormal, die Extreme ist nicht die Regel kommt aber immer wieder vor, und die Gesamtsituation, selbst Portugal ist es alles andere als warm, und warm Anziehen sollte man sich auch in Tunesien, Sizilien und Algerien im Moment, und auch für Island und England ist es alles andere als Gemütlich im Moment, die sonnst immer durch die Atlantikströmungen bevorzugt werden.

Sibirien ist Schuld für Waldviertel und Wien, hingegen für Salzburg, und Westwärts über Frankreich, Spanien bis Portugal sind es die Österreichischen und Schweizer Alpen, wo ein zweiter Kältepool sich aufgebaut hat.

Erstaunlich und eher selten ist, das die Kältepunkte in Grönland bei weitem milder sind im Moment als die Alpen, Deutschland wiederum ist von Skandinavien und den Alpen eingekesselt, bei -5°C abwärts...

Auf jeden Fall ist es ein faszinierendes Ereignis wettermäßig das sich da im Moment in Europa abspielt, in dieser Form eben doch ein Jahrhundertereignis auch wenn die einzelnen Punkte für sich keine Seltenheit sind...

Gast: 2k8
03.02.2012 21:14
13 8

die Erderwärmungskälte hat uns erreicht

am besten noch mehr CO2 Zertifikate handeln

Antworten Gast: yoshi1
03.02.2012 22:31
7 9

am thema vorbei

Was für ein dummes und unnötiges Kommentar.

Antworten Antworten JoL
04.02.2012 10:08
0 1

Re: am thema vorbei

... spiegelt nur leider den breiten Durchschnitt wieder ...

6 3

Re: am thema vorbei

Dumm

sind die Kommentare der grünen Erderwärmungs-Komiker in diesem Forum.

Aber Alfie und Co.leben vermutlich vom Kioto-Protokoll oder doch?

Kämpfen eben mit ihren Postings um ihre sinnlosen Arbeitsplätze.

Antworten Antworten Antworten Gast: Jaja
04.02.2012 11:05
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Re: Re: am thema vorbei

Und Sie kämpfen mit Ihrer suboptimalen Intelligenz! Und Ihr ewig falsch gesetztes "oder doch" habe ich monatelang nicht vermisst, aber kotzt mich immer noch an! Allein das würde, selbst wenn Sie mal ein gutes Posting schreiben, die Nachricht überschatten!

Wenn Sie sich Wetterstatistiken ansehen würden und nur ein wenig mit dem Wetter als ganzes auseinandersetzen würden, dann würden Sie nicht (wie in letzter Zeit) immer wieder den selben Schwachsinn posten. Das derzeitige Wetter ist leider mittlerweile die Ausnahme und nicht die Regel (wie es aber sein sollte!). In Meiner Heimatstadt habe ich die letzten richtigen Winter vor 20 -25 Jahren erlebt. Seitdem icht ein einziges mal weiße Weihnachten oder mehr als 3 Tage Schnee!

"Kämpfen eben mit ihren Postings um ihre sinnlosen Arbeitsplätze. "??? Und Sie hängen wohl vom CO2-Ausstoß ab und kämpfen daher um die weitergehende Verschmutzung!

Mitdenken, Kompromisse schaffen, Natur und nicht Geschäft an erster Stelle führen!

 
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