Eine schwangere Passagierin des Unglücksschiffes "Costa Concordia" hat nach der Havarie ihr Baby verloren und will nun eine Million Euro Entschädigung. Die 30-jährige Italienerin sei im vierten Monat schwanger gewesen, berichteten italienische Medien am Samstag. Zwar habe sie per Rettungsboot dem sinkenden Kreuzfahrtschiff entkommen können, sei aber in der vergangenen Woche in ein Krankenhaus gebracht worden, wo sie ihr Baby verlor. Ärzte führten die Fehlgeburt auf den psychischen Stress bei der Evakuierung und einer Kollision ihres Rettungsbootes mit einem Felsen zurück.
Den Berichten zufolge wollen die Anwälte der Frau ihre Klage einer Sammelklage gegen den Kreuzfahrtanbieter beifügen und dabei eine Million Euro an Schadenersatz erstreiten. Costa Crociere hatte sich nach dem Unglück mit Vertretern der Urlauber darauf verständigt, dass jeder Passagier 11.000 Schadenersatz plus 3000 Euro für die Reisekosten erhalten soll. In den USA verklagen einige Passagiere den Mutterkonzern Carnival jedoch auf eine Entschädigungssumme von insgesamt 460 Millionen Dollar (350 Millionen Euro). Auch in Frankreich und Deutschland sind weitere Klagen anhängig.
Vorbereitung für Öl-Abpumpen
Nachdem sich die Wetterlage stabilisiert hat, sind am Sonntag die Vorbereitungen für das Abpumpen des Öls wieder aufgenommen worden, das sich im Wrack des am 13. Jänner vor der toskanischen Insel Giglio havarierten Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" befindet. Wegen rauer See und starkem Wind waren die Arbeiten am Mittwoch unterbrochen worden. 24 Stunden Vorbereitungen sind notwendig, bevor die Experten mit dem Abpumpen beginnen können.
15 Tanks befinden sich im Wrack, berichteten die Fachleuten der niederländischen Gesellschaft "Smit Salvage", die mit dem Abpumpen des Öls beauftragt wurde. In den ersten sechs Tanks befinden sich rund 1518 Kubikmeter, in den anderen neun Tanks befinden sich weitere 377 Kubikmeter Treibstoff. Das restliche Öl muss aus dem Maschinenraum des Schiffes geholt werden. Dort befinden sich laut den Fachleuten noch 348 Kubikmeter Öl.
Die Suchaktion im Inneren des Schiffs wurde aus Sorge um die Sicherheit der Taucher am Mittwoch für beendet erklärt. Bisher wurden 17 Tote aus dem Schiff geborgen, 15 Menschen werden noch vermisst. An Bord des verunglückten Schiffes befanden sich 4200 Personen, darunter 77 Österreicher. Bei dem Unglück kamen vermutlich 32 Menschen ums Leben.
(Ag.)
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