Mit minus 24,6 Grad war Gars am Kamp (NÖ) in der Nacht auf Montag der Kältepol in Österreich. Landesweit schafften es 46 Ortschaften unter die Minus-20-Grad-Marke, an 236 Plätzen war es kälter als minus zehn Grad. Die Experten der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien kündigen aber bereits ein Ende der Kältewelle an. Bis zur Wochenmitte steigen die Temperaturen an. Nach einer zwischenzeitlichen markanten Abkühlung in der Nacht auf Donnerstag sind am Wochenende im ganzen Land zwei bis sieben Grad plus möglich.
Noch sorgen die extrem niedrigen Temperaturen jedoch für Verkehrsbehinderungen. In Wien kam es zu zwei Wasserrohrbrüchen. Die Thaliastraße in Ottakring ist seit fünf Uhr zwischen Wattgasse und Richard-Wagner-Platz gesperrt. Die Reparaturarbeiten werden bis zum Abend andauern. Der gesamte Verkehr wird über die Gablenzgasse oder die Ottakringerstraße umgeleitet. Die Straßenbahnlinie 46 Richtung Zentrum wird über die Linie 2 geführt.
Auch in der Radetzkystraße im dritten Bezirk kam es zu einem Wasserrohrgebrechen. Die Züge der Straßenbahnlinie 1 wurden in Richtung Prater Hauptallee über die Linie 2 zum Karlsplatz umgeleitet, die Straßenbahn O über St. Marx. Man arbeite durchgehend an der Wiederherstellung der Leitungen, teilten die Wiener Wasserwerke mit.
Elfjährige von Polizisten gerettet
Beim Versuch, die zugefrorene Donau von der Donauinsel aus zu überqueren, brach eine Elfjährige in Wien-Leopoldstadt ein und ist auf einer Eisscholle abgetrieben. "Sie stand teilweise bis zu den Knien im Wasser", sagte Polizeisprecher Roman Hahslinger. Passanten schlugen Alarm.
Zwei Polizisten konnten das Mädchen mit einem zwei Meter langen Brückensteg aus dem Eis retten. Sie zogen sie zur nächstgelegenen Landungsbrücke. Mit einer Rettungsleine wurden dann die Polizisten und das Mädchen von der Feuerwehr an Land gehoben. Die 14-Jährige wurde ins Spital gebracht, konnte es aber mittlerweile wieder verlassen.
Zahl der Kältetoten steigt
Die Zahl der Kältetoten in Europa steigt weiter an, in Russland sind es bereits 215. Wegen Erfrierungen und Unterkühlungen seien zudem bisher mehr als 5500 Menschen behandelt worden, wie das Gesundheitsministerium nach Angaben der Agentur Interfax mitteilte. Meteorologen sprechen vom härtesten Februar in 60 Regionen seit mehreren Jahrzehnten.
Der eisige Winter hat in Rumänien innerhalb von 24 Stunden sechs weitere Kälteopfer gefordert. Die Gesamtzahl stieg damit nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Bukarest auf 74. Der Süden des Landes wird nach Behördenabgaben von neuerlichen Schneestürmen heimgesucht. Der Schnee liegt stellenweise meterhoch, viele Dörfer sind weiterhin isoliert.
Das südliche Nachbarland Bulgarien rief nach einem neuen Schneeeinbruch die zweithöchste Alarmstufe aus. Vier Stauseen traten über die Ufer. Eine Lawine stürzte auf die internationale Fernstraße von der Hauptstadt Sofia nach Mazedonien. Die Schneemassen blockierten die Fahrbahnen, dabei wurde niemand verletzt, wie das Staatsradio am Montag in Sofia berichtete. An 110 Schulen landesweit wurden die Kälteferien verlängert.
Schifffahrt auf Donau eingestellt
Wegen dicker Eisschollen war die Donau in Bulgarien nach wie vor für die Schifffahrt unbefahrbar. Internationale Fernzüge konnten in der schwierigen Winterlage die Brücke über die Donau nach Rumänien bei Russe nicht passieren - die Reisenden wurden mit Bussen in die rumänische Hauptstadt Bukarest gebracht. Auch viele Inlandszüge mussten ihre Fahrten einstellen.
(Ag.)

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