Wien/Rom/Ag. 30 Prozent der Menschen, die den Schiffbruch der Costa Concordia am 13. Jänner vor der Insel Giglio überlebt haben, haben das Entschädigungsangebot der italienischen Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere angenommen. Das sagte der stellvertretende Präsident des italienischen Konsumentenschutzverbands Assoutenti, Furio Truzzi, am Mittwoch in Rom.
Die Frist für die Einreichung der Entschädigungsforderungen wurde indes bis 31. März verlängert. Österreichische, deutsche und schweizerische Passagiere sind diejenigen, die am schnellsten das Entschädigungsangebot akzeptiert haben.
Dagegen reichten 39 US-Passagiere eine Klage gegen Costa Crociere und den US-Mutterkonzern Carnival Corporation ein. Die Kläger werfen dem Kreuzfahrtunternehmen vor, ihr Wohlergehen „vollständig missachtet“ zu haben, wie ihr Anwalt Marc Bern in Miami erläuterte. Sie verlangen Zahlungen im Gesamtumfang von 528 Millionen Dollar – rund 400 Millionen Euro.
Costa Crociere hat 11.000 Euro pauschalen Schadensersatz pro Person geboten. Das Angebot betrifft Überlebende, die ohne Blessuren davongekommen sind. Für Verletzte und Hinterbliebene der – vermutlich 32 – Todesopfer gibt es andere Angebote.
Ölabpumpen läuft erfolgreich
Günstiges Wetter bringt unterdessen das Ölabpumpen aus den Tanks der gekenterten Schiffs voran. Etwa 500 Kubikmeter Treibstoff konnten bis Dienstagabend abgeleitet werden, berichtete der Krisenstab auf der Insel Giglio.
Das Wrack bewegt sich weiterhin um ein bis zwei Millimeter in der Stunde, wie Messungen zeigen. Nach Angaben des Krisenstabes liegt die Bewegung im Bereich des Normalen. In dem Schiff befinden sich etwa 2300 Tonnen Treibstoff, überwiegend Schweröl.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.02.2012)
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