Prinz Friso liegt noch immer im Koma

19.02.2012 | 19:14 |   (DiePresse.com)

Der niederländische Hof ist sehr zurückhaltend mit Informationen. Die Herrscherfamilie hat sich in einem Lecher Hotel vor der Öffentlichkeit abgeschottet.

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Eine bleierne Stille lag am Samstag und Sonntag über dem Gesundheitszustand des am Freitag in Lech am Arlberg bei einem Lawinenunglück schwer verletzten Prinz Johan Friso von Oranien-Nassau. Es herrschte das große Schweigen.

,,Die Ärzte teilen mit, dass sich der Gesundheitszustand Seiner Königlichen Hoheit Prinz Friso nicht verändert hat“, ließ der Hof nur offiziell wissen. Das heißt: Der zweitälteste Sohn von Königin Beatrix der Niederlande liegt immer noch im künstlichen Koma und schwebt in Lebensgefahr. Mit seinem Erwachen wird frühestens am heutigen Montag gerechnet. Erst dann wird man vermutlich auch wissen, wie es wirklich um den 43-Jährigen steht und wie er die 23 Minuten, die er unter der Schneedecke der Lawine lag, überstanden hat. Die große Sorge der Ärzte gilt dem Gehirn des Prinzen, das akutem Sauerstoffmangel ausgesetzt war.

Angeblich hat die Wucht der Schneemassen am Körper von Prinz Friso keine schwerwiegenden Schäden hinterlassen. Das zumindest behauptet der Neurochirurg Kees Tulleken, der mit seinem Kollegen Claudius Thomé, der Prinz Friso in der Uni-Klinik in Innsbruck behandelt, gesprochen hat. Kees Tulleken bestätigte gegenüber dem niederländischen Radiosender BNR auch nochmals ausdrücklich, dass Prinz Friso keine Schädelbasisfraktur erlitten habe.

Chronologie: Das Lawinenunglück von Prinz Friso

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Familie dankt für Anteilnahme

Unterdessen harrt die königliche Familie der Niederlande in ihrem Winterferiendomizil Hotel Post in Lech aus. Dort bewohnen die Oranier einen eigenen Gebäudetrakt. Kronprinz Willem-Alexander (44), der ältere Bruder von Prinz Friso, bat die massenhaft anwesenden Vertreter der Medien darum, ihre Privatsphäre zu respektieren, und er bedankte sich bei den Österreichern und seinen niederländischen Landsleuten für die große Anteilnahme, die seine Familie erhalte.

Kronprinz Willem-Alexander und seine Frau Maxima gingen am Sonntag skifahren. Sie waren begleitet von ihren Kindern und den beiden Kindern des Verunglückten.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Nach dem Lawinenunglück ermittelt die Staatsanwaltschaft Feldkirch wegen "fahrlässiger Körperverletzung unter besonders gefährlichen Umständen". Es handle sich vorerst um eine routinemäßige Untersuchung, wie sie nach jedem Unfall vorgenommen werde, erklärte die Sicherheitsdirektion Vorarlberg. Wie bzw. von wem das Schneebrett ausgelöst wurde, war vorerst unklar. Zum Zeitpunkt des Unfalls herrschte in Lech Lawinenwarnstufe 4 - "groß" - auf der fünfteiligen Skala. Laut dem Lagebericht der Vorarlberger Landeswarnzentrale konnten Lawinen damit bereits durch geringe Zusatzbelastungen, etwa schon durch einzelne Wintersportler, ausgelöst werden.

Michael Manhart, Geschäftsführer der Skilifte Lech, schätzte am Samstag den Hang, in dem sich das Lawinenunglück mit dem niederländischen Prinzen ereignete, als gefährlich ein. "Der Hang ist 'heiß', es ist eine kurze, steile Böschung", sagte er. Jemandem die Schuld für den Lawinenabgang zuzuweisen, "wäre völlig falsch", so Manhart. Die Entscheidung, im freien Skigelände in einen Hang einzufahren, liege bei jedem Einzelnen. "Der Prinz war so oft in Lech, der weiß genau, was er macht", meinte Manhart, der für einen großen Teil des gesicherten Lecher Skigebiets die Verantwortung trägt.

(Helmut Hetzel/Ag.)

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77 Kommentare
 
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Gast: Graf von Harscher
24.02.2012 15:57
0

Verlust

Es ist zweifellos ein schwerer Schlag für jede Mutter, wenn ihrem Kind so etwas passiert. Aber wie können Sie schreiben, dass es die Königin immer trifft, sie sogar (mit 74 Jahren) ihre Eltern verloren hätte. Das passiert allen Menschen, nicht nur einer Königin.

Bei allem Mitgefühl. ich traue diesen Minen nicht.

Anwälte, die den österreichischen Steuerzahler für Dummheiten von irgendwelchen Tollpatschen bluten lassen wollen stehen vermutlich schon in den Startlöchern. Wäre nicht das erste Mal.

Gesundheit

Ich wünsche dem Verletzten baldige Besserung und alles Gute.

Danach soll er aber zahlen, zahlen und zahlen.

Wie kommen die Retter dazu sich in Gefahr zu begeben, nur um danach Leute ausgraben zu müssen, die vorher nicht hören wollten.

Antworten Gast: walki
23.02.2012 13:16
0

Re: Gesundheit

du weist nicht einmal wie es passiert ist hast du noch nie fehler gemacht schäme dich für deine Aussage .

Gast: Strachewähler
20.02.2012 14:51
0

Das werden SPÖVP dem Wähler erklären müssen!

Die Länder wollen 1800 (Tausendachthundert!) Millionen Euro im Gesundheitswesen einsparen!
(hauptsächlich bei Krankenhäusern)

Zum Vergleich: Beim AKH, dem größten Krankenhaus Österreichs, fehlen "hur" zwölf Millionen Euro.

Re: Das werden SPÖVP dem Wähler erklären müssen!

????

Gast: Dr. Wolf
20.02.2012 04:20
6

Gute Besserung!

Realistisch gesehen sind ein Schädel-Hirn-Trauma und eine 20 minütige Sauerstoffarmut im Gehirn leider keine guten Voraussetzungen.

Obwohl ich nie auf die Idee kommen würde bei Lawinenwarnstufe 4 die gesicherten Pisten zu verlassen, merke ich mir trotzdem, daß ein Lawinenairbag offensichtlich sehr nützlich sein kann.

"Gute Besserung!"

Wenn es eine "gute" Besserung gibt, dann muss es auch eine "bessere" und eine "beste", sowie auch eine "schlechte" Besserung geben.
Warum sich diese sprachliche Unart gegenüber dem korrekten "baldige Besserung" in letzter Zeit durchgesetzt hat, kann nur mit der allgemeinen Unsensibilität der deutschen Sprache gegenüber erklärt werden.
Die "gute Besserung" kommt gleich nach der "keinsten Weise"!

Antworten Antworten Gast: Kibietz
20.02.2012 14:41
0

Re: "Gute Besserung!"

Jöööh! So gscheit bin ich auch!
Wenn es die "baldige" Besserung gibt, dann auch die "baldigere" und die "baldigste".............
Und " Helau!" gibts natürlich auch.

"baldigste"

Diese Steigerung ist zulässig.

Re: "Gute Besserung!"

@Hijodeputin: Die Phrase "gute Besserung" ist schon im deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm (Erscheinungsjahr des betreffenden Faszikels: 1854) als vollkommen unanstößig belegt.

Wie kommt das? Das kommt daher, dass die Herren Grimm etwas von deutscher Sprache verstanden, im Gegensatz zu Hijodeputin. Sie verstanden z.B., dass eine Sprache nicht immer nur logisch ist bzw. sein darf und dass man nicht immer alles wörtlich nehmen darf.

"...im deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm..."

Im Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm ist nur von einer "Besserung des Kranken" die Rede, nie jedoch von der "guten Besserung". Also bitte keine unrichtigen Behauptungen.
Bei der "guten Besserung" handelt es sich um eine "schlechte Verschlechterung" der Sprache.
Lasst uns ein Seidl heben auf den Pleonasmus!

Re: "...im deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm..."

Ich weiß nicht, welchen Grimm Sie konsultiert haben; die im Netz verfügbare Version (unter http://www.dwb.uni-trier.de) enthält unter dem Stichwort "Besserung" in Abschnitt 6) "besserung des kranken" am Schluss die Wendung: "ich wünsche gute, baldige besserung".
Und nochmals: Sie dürfen die Sprache nicht ausschließlich streng wörtlich oder gar logisch ansehen, das führt auf keinen grünen Zweig.
Nur mit dem Seidl schließ' ich mich an...;-)

"...gar logisch ansehen..."

Verluderte Sprache ist schlampiges Denken (Ludwig Wittgenstein)
Als Sprachphilosoph ist Wittgenstein wohl um einiges bedeutender als die beiden Märchenerzähler Grimm.
Zur Lektüre empfohlen:
Tractatus logico-philosophicus

Re: "...gar logisch ansehen..."

Hier geht's nicht um Sprachphilosophie, sondern um die Beschreibung des Sprachgebrauchs. Sie, hijodeputin, hatten behauptet, diese Phrase habe sich erst in letzter Zeit durchgesetzt. Ich habe daraufhin nur ein anerkanntes Wörterbuch aus dem 19. Jh. zitiert, um Ihnen zu zeigen, dass dieser Sprachgebrauch schon recht alt ist.

Und Sie missverstehen oder missbrauchen Wittgenstein als Kronzeugen für Ihre kulturpessimistische Einstellung. Übrigens: Wo genau im Tractatus steht dieses angebliche Zitat?

Und wenn Sie die Brüder Grimm nur als Märchenerzähler, aber nicht als anerkannte Sprachwissenschaftler kennen, ist das Ihr Problem.

"...schon recht alt..."

Niemand hat behauptet, dass das angeführte Zitat im Tractatus steht. Wenn Ihnen das Gesamtwerk Wittgensteins nicht geläufig sein sollte, ist das Ihr Problem.
Aus einem alten Sprachgebrauch Richtigkeit abzuleiten ist unredlich und Sie wissen das!

Re: "Gute Besserung!"

es gibt auch "päpstlicher als der papst".

das fällt einem spontan ein
wenn man @hijodeputin 12:37 liest.

ihr vorposter hat vom sachlichen her
und sowieso vom menschlichen...
durchaus recht.


Antworten Gast: xxxx
20.02.2012 08:15
0

Der Lawinenairbag

der in China gebaut wird, ist aber so teuer, dass ihn sich nicht einmal ein Prinz leisten kann. Dazu muss man schon Bergführer sein oder Hotelier.

Re: Der Lawinenairbag

"ist aber so teuer, dass ihn sich nicht einmal ein Prinz leisten kann."

vergleichswerte.
http://www.preisroboter.de/m/abs+lawinenairbag.html

sehr auf die schnelle
rangiert das zwischen €20 und 620.

das wird ja hoffentlich die apanage des zweitgeborenen sohnes von königin beatrix noch hergeben... wenn die seit ~4jhrzt in lech urlaub machen!


Re: Der Lawinenairbag

wirklich ein Schmarrn, Schi sind auch nicht umsonst und für ein paar gute Schi gibt es preislich gesehen schon einen Airbagrucksack.

ich kenne genug, die einen haben. Teuer richtig, aber leistbar. Dauerschäden nach Lawinenunfall sind teurer.

Antworten Antworten Gast: Auch Gast
20.02.2012 12:25
1

Re: Der Lawinenairbag

Mein Gott, schreibst du einen Schmarrn ...

Gast: Ösi
19.02.2012 23:28
4

Wenn man aus einem Land kommt dessen höchste Erhebung eine Brücke nach Schweden ist, dann sollte man sich vor jedem Hügel schützen, der höher ist als der vom Maulwurf!

Und man soll ja nicht bei Neuschnee in einen Lawinenhang fahren, auch wenn eh nur Stufe 5 ist.
Und man sollte zumindest nachdenken, warum die dummen Älpler eine Absperrung anbringen. Oder warum die dummen Stutzenträger ein Lawinenwarnschild aufstellen.
Es hätten auch viele Schifahrer auf den Pisten von der königlichen Lawine getötet werden können. Da soll mal der Staatsanwalr ermitteln.

so long
Ösenpower

Re: Wenn man aus einem Land kommt dessen höchste Erhebung eine Brücke nach Schweden ist, dann sollte man sich vor jedem Hügel schützen, der höher ist als der vom Maulwurf!

1.) die fahren seit rund 40 jahren im winter nach lech auf urlaub.
deren kids -so auch johan friso- sind mit den skiern aufgewachsen.
also red keinen stuss zum flachlandepos ösi/ösenpoorness gell ;-)

2.) aber recht hast:
lawinenstufe 4 heisst
kein risiko eingehen
notabene herr friso mit familie samt kleinen kindern... aber "der berg ruft".


Re: Re: Wenn man aus einem Land kommt dessen höchste Erhebung eine Brücke nach Schweden ist, dann sollte man sich vor jedem Hügel schützen, der höher ist als der vom Maulwurf!

ich bin ja meist ganz weit weg von Ihrer Meinung, aber hier d'accord.

man muss ja allgemein zugeben, Sie recherchieren ganz gut; )

Antworten Gast: Servus
20.02.2012 07:03
9

Re: Wenn man aus einem Land kommt dessen höchste Erhebung eine Brücke nach Schweden ist, dann sollte man sich vor jedem Hügel schützen, der höher ist als der vom Maulwurf!

Dir ist hoffendlich schon klar das die Niederlande nicht Dänemark ist!

"Dir ist hoffendlich schon klar das..."

man das Wort hoffentlich mit "t" schreibt, da es nichts mit dem Ende des "hoff" zu tun hat.
"...klar das die..." = falsch
"...klar, dass die..." = richtig

 
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