Bei dem schweren Zugsunglück in Argentinien sind nach neuesten Angaben mindestens 49 Menschen getötet und 675 weitere verletzt worden. Unter den Opfern sind 200 Schwerverletzte, berichten Vertreter des Zivilschutzes. Der mit 2000 Menschen besetzte Zug war am Mittwoch in der Früh mit rund 20 Stundenkilometern in den Kopfbahnhof Once in Buenos Aires eingefahren und dort ungebremst gegen einen Prellbock gestoßen. Unter den Toten war ein Kind.
Stunden nach dem Unfall suchten zahlreiche Menschen in Krankenhäusern, in einer Leichenhalle und auf einem Friedhof nach vermissten Angehörigen. "Ich war in fünf Krankenhäusern und konnte meine Frau nicht finden", sagte ein Mann namens Jose. Seine schwangere Frau habe in einem der ersten Waggons gesessen. Eine Frau namens Luisa suchte ihren 24-jährigen Sohn. "Man sagte uns, einige würden operiert und man wisse nicht, wer sie sind." Es gebe erst Klarheit, wenn die Patienten aus dem Operationssaal kämen. Fernsehsender veröffentlichten Fotos von Vermissten, im Internet wurden soziale Netzwerke für die Suche genutzt.
Staatstrauer in Argentinien
Unter den Verletzten war auch der Zugführer, der von Rettungskräften aus der eingequetschten Lokomotive befreit wurde. Laut Verkehrsminister Juan Pablo Schiavi verfügt der 28-Jährige einen einwandfreien Personalakt. Die Regierung rief eine zweitägige Staatstrauer aus. Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner sagte eine Pressekonferenz zum Streit mit Großbritannien um die Falkland-Inseln ab.
Erst vor fünf Monaten waren in Buenos Aires bei einem Zugsunglück elf Menschen ums Leben gekommen und mehr als 200 verletzt worden. Im März 2008 wurden in Dolores gut 200 Kilometer südlich der argentinischen Hauptstadt 18 Menschen getötet und 47 verletzt, als ein Bus von einem Zug gerammt wurde.





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