Zugsunglück in Polen fordert mindestens 16 Tote

04.03.2012 | 14:44 |   (DiePresse.com)

Zwei Personenzüge sind im Süden Polens frontal zusammengeprallt. Warum einer der beiden Züge auf dem falschen Gleis fuhr, ist noch unklar. 16 Menschen sind tot, über 50 weitere zum Teil schwer verletzt.

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Bei einem Frontalzusammenstoß zweier Züge am Samstagabend im Süden Polens sind mindestens 16 Menschen getötet worden. 58 Menschen wurden verletzt, viele davon schwer, teilten die zuständigen Behröden mit. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Toten noch weiter steigen könnte. "Dies ist die tragischste Katastrophe seit Jahren", sagte Ministerpräsident Donald Tusk, der noch in der Nacht zu der Unfallstelle geeilt war. "Unser Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Familien."

Weitere Leiche befürchtet

Am Sonntagmorgen begannen Arbeiten, die Waggons von den Gleisen zu heben und die letzten Todesopfer zu bergen. Nach Angaben des Innenministers könnten sich noch mehr Opfer in dem Wrack befinden. "Es gibt Anzeichen dass sich noch mindestens eine Leiche im vorderen Teil eines der Züge befindet", sagte Jacek Cichocki. "Wir können nicht ausschließen, dass sich dort noch andere Opfer befinden." Mit Sicherheit könne man dies aber erst sagen, wenn die Wracks geborgen seien.

Das Unglück passierte gegen 21 Uhr in Szczekociny, rund 80 Kilometer nördlich von Krakau in Schlesien. Der aus sechs Wagen bestehende Zug Przemysl-Warschau ist frontal mit dem Zug Warschau-Krakau mit vier Wagen zusammengeprallt. Warum der zweite Zug auf dem falschen Gleis fuhr, ist noch unklar. In beiden Zügen sind rund 350 Passagiere gesessen. Unter den Verletzten waren auch mehrere ukrainische Reisende. An Bord waren auch französische und spanische Passagiere. Sie wurden nicht verletzt.

Zugunglück in Polen: Bilder von der Unglücksstelle

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"Es gab keine Notbremsung, es gab nur den Aufprall. Plötzlich wurde es finster und der Zug stoppte", berichtete der Reisende Dariusz Wisniewski dem Fernsehsender TVN 24. Rettungsmannschaften bemühen sich weiter, Passagiere aus den Trümmern zu befreien. An der Unglücksstelle arbeiteten in der Nacht 450 Feuerwehrleute und 100 Polizisten. Zur Versorgung der Verletzten waren Zelte errichtet worden. Neben Krankenwagen waren auch Hubschrauber im Einsatz.

Auf Bildern vom Unfallort waren umgestürzte und schwer zerstörte Eisenbahnwagen zu sehen. Einige Fahrgäste seien in den Trümmern eingeschlossen, teilten Rettungskräfte mit. Ein Feuerwehrmann sagte TVN24, sie seien in Kontakt mit mehreren Menschen, die in den zerstörten Zügen eingeschlossen seien. Den Fernsehbildern zufolge entgleisten zwei Lokomotiven und drei Waggon.

(Ag.)

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24 Kommentare
Gast: Sand1
05.03.2012 09:19
1

"Noch hat die polnische Staatsbahn das moderne europäische Bahnleitverfahren ETCS nicht eingeführt."

Wie aus http://www.schienenfahrzeugtagung.at/download/PDF2010/Montag/2-Wiltberger.pdf hervorgeht ist die gegenwärtige österreichische ETCS-Deckung mangelhaft bis sporadisch. Also kein Grund zur Überheblichkeit, meine Damen und Herren Journalisten der Presse.

Gast: Fremdschämer
05.03.2012 03:02
1

Chauvinisten

Ein tragischer Eisenbahnunfall gibt Anlass, um sich über Vorurteile auszutauschen?

Wir haben in AT keine Veranlassung, über PL zu lästern! Leider gibt es in beiden Ländern Mitmenschen, die ihren diffusen Ängsten nachhängen und sich von Nationalisten aufhetzen lassen, da sich nach dem Kommunismus der Neo-Kapitalismus als ebenso korrumpierendes System herausstellt. Darüber können wir in AT jeden Tag Unliebsames lesen und hören.

Was die Eisenbahn in AT betrifft, hat die ÖVP, die sich seit mehr als 25 Jahren (!) an der Macht hält, vor allem die Zerschlagung der Österreichischen Bundesbahn versucht, ohne etwas Besseres anbieten zu können. Unter diesen Umständen machen die Eisenbahner in AT nach wie vor einen sehr guten Job.

Gast: dedi
04.03.2012 13:02
5

bär

arrogante ö.
ihr seits maßtab vielleicht für balkan aber bestimmt nicht für pl.
denn die haben euch schon in vielen bereichen längst überholt.

Antworten Gast: Realist IV
04.03.2012 15:46
8

Re: bär

Meinst beim "Organisieren" von Kupferleitungen oder beim Autoklau ?

Re: Re: bär

Hallo Realist! Die grössten Verbrecher in W-Europa nach dem II WK waren Österreicher! St.Pauli in Hamburg war bis in die 70-Jahre in österreichischer Hand.
Persönlich habe beste Erfahrungen mit hier lebenden Polen. Mein Zahnarzt, Internist und Architekt sind Polen auch in Polen ausgebildet. Auch Handwerker sind Polen. Die sind intelligent, fleissig und besser ausgebildet als Österreicher!

Antworten Antworten Gast: insert_random_name_here
04.03.2012 19:34
1

Re: Re: bär

Ja weißt, wenn ihr uns vor 70 Jahren nicht alles genommen täts hätten wirs nicht so nötig...
;-)

Re: Re: Re: Ja weißt, wenn ihr uns vor 70 Jahren nicht alles genommen täts hätten wirs nicht so nötig... ;-)

Ich habe immer gelernt, dass KuK Polen erbeutet (Teilungen) hat und im IIWK die grausamste Mörder nach Polen geschickt (Eichmann, Kaltenbrunner, Kutschera, Grabner, Globocnik, Göth....). MIt der Geschichte happerts bei Ihnen.

Re: Re: Re: Re: Ja weißt, wenn ihr uns vor 70 Jahren nicht alles genommen täts hätten wirs nicht so nötig... ;-)

Mit der Geschichte happerts bei Ihnen aber auch. Denn KuK gab es im WKII gar nicht mehr. Weiters war Eichmann Deutscher (geboren in Solingen).

Re: Re: Re: Re: Re: Ja weißt, wenn ihr uns vor 70 Jahren nicht alles genommen täts hätten wirs nicht so nötig... ;-)

genauer Lesen bitte mein Posting. Ich habe von Polensteilungen gesprochen und nicht von KuK im II WK. So und nicht wie es Ihnen passt mein Text zu verstehen ist. Eichman war in Deutschland geboren (wie Hitler in Österreich oder was wollen Sie den Diktator nennen Österreicher oder Deutsche?.), mit 4 Jahren mit seiner Familie in Österreich gelebt und auch im Besitz der österreichischen Staatsbürgerschaft war. Also Geschichte lernen und nicht sich mit Themen befassen von Sie leider keine Ahnung haben. Die Punkte zum Schluss meines Postings heißen "die Liste der österreichischen Mörder in Polen ist beliebig lang. Jetzt hoffe ich kapieren Sie endlich.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: insert_random_name_here
04.03.2012 21:28
0

Re: Re: Re: Re: Ja weißt, wenn ihr uns vor 70 Jahren nicht alles genommen täts hätten wirs nicht so nötig... ;-)

Irgendwie haben Sie den Sinn meines Kommentars nicht verstanden

Re: Re: Re: Re: Re: Ja weißt, wenn ihr uns vor 70 Jahren nicht alles genommen täts hätten wirs nicht so nötig... ;-)

Ach wissen Sie. Ich bin allergisch wenn ich nur Chauvinismus oder Revisionismus hinterm einen Text sehe.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Realist IV
07.03.2012 13:13
1

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Ja weißt, wenn ihr uns vor 70 Jahren nicht alles genommen täts hätten wirs nicht so nötig... ;-)

Verständlich was den "Revisionismus" betrifft.
Die Angst, geklautes Land wieder den rechtmäßigen Besitzern zurückgeben zu müssen, ist bei ihnen immer noch vorhanden.

Gut so.

Gast: Johann S
04.03.2012 12:23
2

Primär

geht es sicher um die vorhandenen Sicherheitseinrichtungen,die solche Fahrten verunmöglichen.
Man wird ja davon lesen.

Ich frage mich ersthaft ...

... wer - bitteschoen - in der Presse-Redaktion sachlich verfasste Postings loescht.

Das war doch wohl ein Versehen, oder?

Re: Ich frage mich ersthaft ...

wer - bitteschoen - in der Presse-Redaktion sachlich verfasste Postings loescht. Upppsss auf ein mal sind drei Postings nach dem ich mein geschrieben habe und keine "Forenregeln" gebrochen habe verschwunden. Es lebe Freie Meinung in Österreich. Also Sie sind nicht alleine. Der Zensor hört (liest) mit.

Gast: wundert mich nicht
04.03.2012 09:53
1

Es ist ein Wunder, dass im Ostblock nicht mehr passiert.

Die technische Ausrüstung ist auf dem Stand des Mittelalters, die Loks sehen aus wie aus Ururgroßvaters Zeiten (siehe Fotos), und die Waggons sind für Westeuropäer nicht von Viehtransportern zu unterscheiden.

Unsere EU-Nettozahlungen in Milliardenhöhe fließen vermutlich in polnische Politiker-Lobbyisten-Bankster-Kreise. Bei den Bahnen ist anscheinend noch kein Cent angekommen.

Antworten Gast: Panarcus1
04.03.2012 14:10
1

He, he. Siehe "News" Titel:

Hauptsache ein Sitzplatz? ÖBB müssen Waggons aus Polen & Rumänien ausborgen

Artikel:
http://www.news.at/articles/0702/91/161594/hauptsache-sitzplatz-oebb-waggons-polen-rumaenien

Re: He, he. Siehe "News" Titel:

Dass ich nicht lache. Sie berufen sich auf das Witzblatt "News". In diesem von Ihnen verlinkten Artikel steht übrigens ganz am Ende, dass die von den ÖBB bestellten Fernzüge erst 2008 geliefert würden. Alles klar? "News" halt.

Antworten Gast: wundertmichauchnicht
04.03.2012 14:03
9

Re: Es ist ein Wunder, dass im Ostblock nicht mehr passiert.

Sie Polenexperte. Wissen sie überhaupt, wo dieses Land liegt?

Antworten Gast: Gehbitte
04.03.2012 12:53
4

Re: Es ist ein Wunder, dass im Ostblock nicht mehr passiert.

Blablabla ... böse EU....Bankster...Politiker Lobbyisten..blablabal

Antworten Gast: insert_random_name_here
04.03.2012 12:52
3

Re: Es ist ein Wunder, dass im Ostblock nicht mehr passiert.

Jetzt bringens ned gleich irgendwelche Stammtischparolen.

Es handelte sich hierbei um Nahverkehrszüge und diese sind in Österreich auch nicht gerade die modernsten.

Aber schön, dass Sie die Fähigkeit besitzen anhand zerschrotteter Wagons nach einem Frontalcrash zu erkennen welche Qualität die hatten, Hut ab, Sie sollten auf diesem Gebiet Gutachter werden!

Fakt ist die Strecke unterlag davor Wartungsarbeiten weswegen in dieser Hinsicht schon Ermittlungen eingeleitet wurden. Fahrlässigkeit ist hier definitv nicht auszuschließen.

Antworten Gast: MeineMeinung
04.03.2012 11:31
6

Re: Es ist ein Wunder, dass im Ostblock nicht mehr passiert.

Laut ihrer Logik müsste es zu Großvaters Zeiten täglich schwere Zugunglücke auch bei uns gegeben haben.

Warum das nicht so war?

Weil es Regeln gibt, die auf den jeweiligen Stand der Technik abgestimmt sind. So lange die Menschen diese Regeln einhalten, ist das Risiko jeweils akzeptabel. Und: Die Polen sind sicher nicht weniger verantwortungsbewusst als die Österreicher. Aus der Reihe tanzende Einzelfälle gibt es hier und dort.

Auf meinen Reisen durch Polen mit Bahn und Bus habe ich mich nicht unsicherer gefühlt als in Österreich.

Soweit meine subjektive Einschätzung.

Re: Es ist ein Wunder, dass im Ostblock nicht mehr passiert.

Sie aus dem Ostmark waren noch nicht in Polen?. Nicht Wahr?. So viel Blödsinn habe schon lange nicht gelesen. Ich kann mich auch erinnern was noch vor 20-30 Jahren auf der österreichischer Schiene gefahren ist. Im übrigen fahren Sie ein Mal mit dem Zug Warschau Venedig über Villach. Da kann sich ÖBB ein Scheibchen abschneiden, wie ein Service in Spaise- -waggon ausschaut.

Re: Re: Es ist ein Wunder, dass im Ostblock nicht mehr passiert.

Das ist doch kein Wunder oder

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