Europarat: Italien schuld am Tod von 63 Migranten

29.03.2012 | 15:56 |   (DiePresse.com)

63 Migranten sind im Vorjahr bei der Fahrt von Libyen nach Italien gestorben. Italien und die Nato hätten Hilfe leisten müssen, sagt der Europarat.

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Der Europarat macht Italien für den Tod von 63 Migranten verantwortlich, die im März 2011 bei einer Überfahrt von den libyschen Küsten in Richtung Süditalien ums Leben gekommen sind. Die italienischen Behörden hatten den Hilferuf der Flüchtlinge erhalten und hätten die Koordinierung der Hilfsaktion übernehmen sollen, weil Libyen den Migranten keine Hilfe gewährt habe. Das steht in einem Bericht des Europarats am Ende einer mehrmonatigen Untersuchung des Vorfalls.

Der Bericht, der vom Migrationskomitee der parlamentarischen Versammlung des Europarats gebilligt wurde, kritisiert auch die Nato und einzelne Länder, die sich an der Militäraktion in Libyen beteiligt hatten und deren Schiffen im Mittelmeerraum kreuzten. Sie hätten den Flüchtlingen keine Hilfe geleistet, hieß es.

Italien zahlt in älterem Fall Entschädigung

Vor einem Monat war Italien vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wegen der Abschiebung von Migranten nach Libyen verurteilt worden. Der Fall bezieht sich auf die Abschiebung von somalischen und eritreischen Migranten im Jahr 2009. Dabei seien einige Bestimmungen der Menschenrechtskonvention missachtet worden, die unmenschliche Behandlungen, sowie Massenabschiebungen verbieten.

Die italienische Küstenwache griff die 200 Migranten am 6. Mai 2009 in internationalen Gewässern auf schob sie aufgrund eines Abkommens zwischen der damaligen Regierung von Silvio Berlusconi und dem verstorbenen libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi ab. Italien wird jedem der Migranten, die beim Menschenrechtsgerichtshof Einspruch gegen Abschiebung eingereicht haben, 15.000 Euro als Entschädigung zahlen.

(Ag.)

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3 Kommentare
Gast: Gutes Benehmen immer gefragt
30.03.2012 14:26
0

Einmal möchte ich erleben, dass solche zynischen Kommentare nicht auftauchen.

Und ich träume davon, dass die hier ihr Unwesen treibenden Vertreter der Gnadenlosigkeit einmal fähig werden, den Geist der von einem Europäer geschriebenen und von einem Europäer vertonten Dichtungszeile "Alle Menschen werden Brüder!" mitzutragen.
Ich wünsche ihnen (ja, Ihnen hier im Forum!) wirklich nicht, in die Situation der "Ausreisewilligkeit" zu kommen und elend vor den Augen von irgendwelchen "Heimatschützern" krepieren zu müssen.

Gast: jfdjcgxh
29.03.2012 19:18
9

Einmal möchte ich erleben, dass sich eine Eu-Einrichtung für Europäer interessiert.


Gast: strelnikov
29.03.2012 16:47
12

Was soll's

Das wird die Italiener wohl kaum "jucken". Die sind nicht so blöd und lassen sich von Kretii + Pleti vorschreiben, was sie zu tun haben. Und mit dem Hilferuf: wird halt das GPS bei den "Ausreisewilligen" nicht funktioniert haben. Und Europarat. Langsam bekommt man bei jeder Institution, wo mit Europa beginnt, einen Juckreiz.

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