Bei einer groß angelegten Razzia gegen Islamisten in Frankreich sind am Freitag 19 Verdächtige festgenommen worden. Der Einsatz stehe "nicht nur" im Zusammenhang mit den Attentaten im Großraum Toulouse, wo Mohamed Merah insgesamt sieben Menschen erschossen hatte, sagte Präsident Nicolas Sarkozy. Bei der Razzia wurde auch der Anführer der bereits verbotenen Islamistengruppe Forsane Alizza festgenommen.
In der Früh starteten die Ermittler in mehreren französischen Städten Durchsuchungen, darunter in Toulouse, Nantes, im Großraum Paris, in Marseille, Nizza und Lyon. Beim Anführer von Forsane Alizza im westfranzösischen Nantes wurden drei Kalaschnikows, eine Pistole und eine Handgranate gefunden, wie es aus Polizeikreisen hieß. 17 Verdächtige wurden danach in Polizeigewahrsam genommen, wo sie vorerst zu den Vorwürfen verhört werden.
Die Auflösung der salafistischen Gruppierung Forsane Alizza war im Jänner von Innenminister Claude Guéant angekündigt und Ende Februar dann vollzogen worden. Laut Guéant bildete die Gruppe Islamisten "für den bewaffneten Kampf" aus und strebte "die Herrschaft des Islam" in Frankreich an. Auf ihrer Internetseite warb Forsane Alizza zuletzt offen um Unterstützer, "vor allem Soldaten". Der Anführer der Gruppe bestritt damals aber jegliche Gewaltabsichten der "Reiter des Stolzes", wie die Gruppe übersetzt heißt. Er sprach von "Diffamierung".
Die Razzia leiteten nun Ermittler des Inlandsgeheimdienstes DCRI und der Anti-Terror-Polizei in Paris mit Unterstützung der Polizei-Eliteeinheit Raid. Sie handelten auf Anforderung der Justiz: Seit Anfang März läuft nach Angaben aus Justizkreisen bei Pariser Anti-Terror-Richtern ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Vorbereitung von Terrorakten.
Sarkozy hob im Radiosender Europe 1 hervor, dass die Razzia "nicht nur mit Toulouse" zusammenhänge, sondern sich auf das gesamte Staatsgebiet erstrecke. Es werde auch weitere Einsätze geben, kündigte er an. Bestimmte Leute sollten zudem ausgewiesen werden. Mit Blick auf die Attentatsserie von Toulouse sagte der Präsident, diese sei ein "Trauma" für Frankreich, das "ein wenig" dem Trauma nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York und Washington entspreche, auch wenn er beides nicht vergleichen wolle.
(APA/AFP)
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